Kein Einbruch - das ist der Fortschritt

- Turin - Spaß hat auch Franz Reindl in Turin gehabt. Einen "Riesenspaß" habe das Zuschauen sogar gemacht, versichert er den Bobfahrerinnen, die Gold gewonnen haben und aus Sestriere zum Turiner Teil der NOK-Pressekonferenz zugeschaltet sind. Die anderen Disziplinen holen die Medaillen, die Eishockeyspieler schauen zu, doch das war nicht anders zu erwarten. Der Sportdirektor des DEB wusste vorher, dass sich die eigenen Schützlinge auf einer anderen Ebene bewegen würden.

Platz fünf bei den Frauen, "das ist ein großer Erfolg", sagt Reindl. Bevor er zu den Männern kommt, macht er eine Pause. Bei ihnen war man von Anfang an bescheidener. Man war "mit dem Ziel hergefahren, uns nicht hängen zu lassen und sich vielleicht für das Viertelfinale zu qualifizieren". Das eine Vorhaben hat geklappt, für das zweite hätte man in den Vergleichen mit Italien (3:3) und der Schweiz (2:2) mehr als Unentschieden erreichen müssen. So beendeten die Deutschen das Turnier auf dem zehnten Platz, den sie auch in der Weltrangliste einnehmen. "Wir konnten nicht überraschen."

Bei aller Enttäuschung nach dem Italien-Spiel bezieht der Sportdirektor gerade aus diesem Wochenende Bestätigung. Knapp 21 Stunden blieben nur bis zum Treffen mit den Schweizern, man war deprimiert, doch Uwe Krupp habe es geschafft, "die Mannschaft aufzurichten". Der Punkt gegen "die übermächtigen Schweizer" (Reindl), die Tschechen und Kanadier bezwangen, war zu wenig zum Erreichen des Klassenziels, aber ein Fortschritt nach den Niederlagen, die es in den letzten zwei Jahren gesetzt hatte. "Hut ab", sagt Reindl, "die Mannschaft hatte keinen Einbruch", anders als in Salt Lake City - aber da hatte sie schon die Runde der letzten Acht erreicht, als die Niederlagen deutlich wurden.

Die Tage von Turin machen ihm Mut, wo doch das große Ziel dieses Winters ein anderes Turnier ist. Bei der B-WM in Amiens will man in knapp neun Wochen wieder in die erste Gruppe zurückkehren. Da werden andere Teams die Deutschen als übermächtig ansehen, und Krupps Mannschaft wird stärker agieren müssen als bei Olympia. "Das wird er schon schaffen", sagt Reindl. In Frankreich will er auch beim Eishockey Spaß haben.

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