Kein Knipser - kein Viertelfinale

- Turin - Der Frust saß tief. "Am liebsten möchte ich alles zusammenschlagen", entfuhr es Kapitän Stefan Ustorf nach dem 2:2 (0:0, 1:2, 1:0) der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen die Schweiz. Wieder hatte es nicht zum ersten Sieg gereicht, die letzte Chance auf das große Ziel Viertelfinale war verspielt.

"Wir haben alles probiert, aber die harte Arbeit ist nicht belohnt worden", meinte der Mittelstürmer der Berliner Eisbären und klagte erneut über die schlechte Chancenverwertung: "Wir haben bei diesem Turnier noch nie zu einem wichtigen Zeitpunkt ein Tor gemacht. Das ist einfach frustrierend." Verteidiger Christoph Schubert reklamierte: "Uns fehlt einfach ein Knipser."

Den Traum von der Rückkehr unter die besten Acht hatte das Team von Bundestrainer Uwe Krupp eigentlich schon am Samstag durch das enttäuschende 3:3 gegen Gastgeber Italien zerstört. Neun Monate nach dem WM-Abstieg hat der neue Chef an der Bande die erhoffte Trendwende noch nicht erreicht. Aber: "Der Abwärtstrend ist auf jeden Fall gestoppt", meinte NHL-Spieler Christoph Schubert nach dem Remis gegen das bisherige Überraschungsteam des Turniers. Die Eidgenossen hatten mit ihren Triumphen gegen Weltmeister Tschechien (3:2) und Olympiasieger Kanada (2:0) für Aufsehen gesorgt.

Schubert nahm vor dem letzten Spiel am Dienstag (15.35 Uhr) gegen Finnland viel Positives mit. "Die Stimmung ist wieder da, das Jammern ist vorbei", meinte der Abwehrspieler der Ottawa Senators, der beim WM-Debakel im Mai 2005 unter Krupps Vorgänger Greg Poss erst während des Turniers zum Team gestoßen war: "Wir haben hier meist über 50 Minuten gute Spiele gezeigt, wenn wir das auch über 60 Minuten schaffen, können wir oben wieder angreifen."

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