Kölzig und Schubert gelandet

- Turin - Ohne Eishockey-Haudegen Jan Benda startet die deutsche Nationalmannschaft in das Olympia-Abenteuer von Turin. Bundestrainer Uwe Krupp sortierte mit dem dreimaligen OlympiaTeilnehmer am Montag einen der erfahrensten Spieler aus und strich außerdem Lasse Kopitz und Marian Bazany aus seinem endgültigen, 23köpfigen Aufgebot. Während in Star-Torwart Olaf Kölzig und Verteidiger Christoph Schubert die ersten Nordamerika-Profis wohl behalten landeten, traten Benda, Kopitz und Bazany den Heimweg an. Das Trio soll sich zwar auf Abruf bereit halten, ist aber beim Olympia-Auftakt gegen Weltmeister Tschechien am Mittwoch nicht dabei.

Der in Russlands und Tschechiens Liga erprobte Benda gehörte 2005 beim WM-Abstieg in Österreich zu den großen Enttäuschungen und konnte Krupp am vorigen Samstag beim 1:3 gegen Russland in Köln nicht überzeugen. Das 175. Länderspiel könnte damit auch das letzte für den 33-Jährigen gewesen sein, der im DEB-Team lange verteidigte und zuletzt wieder Stürmer spielte. "Es war eine ganz harte Entscheidung. Er war natürlich sehr, sehr enttäuscht", sagte Franz Reindl, der Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

Wegen Verletzungen fehlen im Angriff bereits die deutschen NHL-Stars Marco Sturm und Jochen Hecht, die Zukunft gehört mit Blick auf die B-WM Ende April dafür Spielern wie dem 21-jährigen Florian Busch von Meister Eisbären Berlin. "Wir haben mehrere junge Kräfte dabei, es ist einfach ein Umbruch", erklärte Reindl.

Eigentlich wollte Krupp erst am Dienstagvormittag die letzten Personalentscheidungen treffen, handelte auch mit Blick auf die günstigen Flugzeiten aber schon kurz nachdem Kölzig am Nachmittag aus Washington eingetroffen war. Der für Ottawa spielende Schubert war bereits am Montagvormittag im Piemont eingeschwebt. Mit den Ausfällen von Sturm und Hecht befasste sich Krupp am Montag nicht mehr: "Es wäre Zeitverschwendung, auch nur zehn Minuten darüber nachzudenken."

Vor ihrem Flug nach Italien gewannen Christian Ehrhoff und Marcel Goc den deutschen NHL-Vergleich gegen Dennis Seidenberg. Ehrhoff und Goc siegten am Sonntag (Ortszeit) mit den San Jose Sharks 5:4 nach Verlängerung bei den Phoenix Coyotes mit Seidenberg. Ehrhoff gab dabei die Vorlage zum 4:3. Das Trio wird am Dienstag in Turin erwartet.

Für Phoenix war es die vierte Niederlage nacheinander. Trainer Wayne Gretzky wehrt sich seit einer Woche gegen Berichte um seine angebliche Verwicklung in einen Wettskandal. Auch Gretzky flog am Montag nach Italien, wo er erneut als Mannschaftsleiter von Olympiasieger Kanada amtieren wird.

Das deutsche Olympia-Aufgebot:

Tor: Olaf Kölzig (Washington Capitals), Robert Müller (Krefeld Pinguine), Thomas Greiss (Kölner Haie)

Abwehr: Robert Leask (Eisbären Berlin), Sascha Goc (Hannover Scorpions), Christian Ehrhoff (San Jose Sharks), Christoph Schubert (Ottawa Senators), Stefan Schauer (Nürnberg Ice Tigers), Andreas Renz (Kölner Haie), Alexander Sulzer (DEG Metro Stars), Dennis Seidenberg (Phoenix Coyotes)

Angriff: Sven Felski (Eisbären Berlin), Stefan Ustorf (Eisbären Berlin), Daniel Kreutzer (DEG Metro Stars), Alexander Barta (Hamburg Freezers), Tomas Martinec (Nürnberg Ice Tigers), Eduard Lewandowski (Kölner Haie), Florian Busch (Eisbären Berlin), Klaus Kathan (DEG Metro Stars), Sebastian Furchner (Kölner Haie), Marcel Goc (San Jose Sharks), Petr Fical (Nürnberg Ice Tigers), Tino Boos (Kölner Haie)

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