Krupp-Trupp: Große Zukunft?

+
Bundestrainer Uwe Krupp.

München - War das die Vorspeise eines Drei-Sterne-Menüs? Der Deutschland-Cup der Eishockey-Stars in der Olympiahalle: eine Verheißung für Sport-Feinschmecker? Wir würden mal tippen: Ja!

 Gut, gewonnen hat das deutsche Nationalteam nicht. Im abschließenden Spiel gegen die Schweiz ging’s bloß noch um die goldene Ananas, weil die Deutschen zuvor ja gegen die Slowakei mit 2:3 nach Verlängerung verloren hatten. Aber: Dieses Turnier hat die Fans so oder so zum Zungeschnalzen gebracht. Schon gleich der 4:3-Auftaktsieg gegen Kanada hat nämlich gezeigt: Hier wächst eine große Mannschaft heran. Eine junge Truppe – auch gezwungenermaßen, mit verletzungsbedingten Umbaumaßnahmen.

So oder so: Diese Mannschaft gab ein feines Bild ab. Ex-Nationalspieler Lorenz Funk (63) sagt: „Es freut mich, wenn Bundestrainer Uwe Krupp den jungen Leuten eine Chance gibt. Das bringt Schwung ins deutsche Eishockey. Wir haben eine ganze Menge Talente. Wenn die richtig gefördert werden, dann muss der vierte Platz bei der WM nicht das letzte Wort sein.“

Nachlegen ist schon in ein paar Monaten möglich. Genauer gesagt ab 29. April – dann steigt die nächste Weltmeisterschaft in der Slowakei. Das übrigens definitiv unter Trainer Uwe Krupp. Es gab da ja zuletzt Gerüchte… Nein, mehr als bloß Gerüchte. Köln sucht einen DEL-Trainer. Krupp wohnt in Köln und war im Gespräch, der deutsche Verband will den Coach aber nicht in Doppelfunktion sehen. Also tz-Nachfrage an Krupp – und der antwortet klar: „Ich bin mit dem DEB im Wort. Ich bleibe in meinem Amt und werde unsere Mannschaft bei der WM 2011 in der Slowakei betreuen.“

Die deutschen Fans wird’s freuen. Krupp war’s ja, der in mühevoller Kleinarbeit ein deutsches Nationalteam geformt hat, das wieder ernst genommen wird. Mit herzerfrischendem, schnellem Spiel. Angriffs-Hockey, Einsatz! Und das wird honoriert. Mehr als 20 000 Zuschauer waren bei den Deutschland-Spielen insgesamt in der Olympiahalle. Sie sahen dort auch eine starke bayerische Fraktion. Allein das Torwart-Duo Dennis Endras und Patrick Ehelechner präsentiert ohne Übertreibung Weltklasse. Und dann die EHC-Leute, etwa Martin Buchwieser… Der 21-Jährige gab nach seinem Länderspiel-Debüt zu: „Wenn ich meinen Namen in der Zeitung lese, geniere ich mich richtig. Trotzdem ist es schön, wenn ich zur Beliebtheit des Eishockeys in München beitragen kann.“ Diese Mission: Sie ist schon jetzt erfüllt!

Manfred Hönel

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Andreas und Tobias Eder sind Topscorer ihrer Teams
Eishockey
Andreas und Tobias Eder sind Topscorer ihrer Teams
Andreas und Tobias Eder sind Topscorer ihrer Teams

Kommentare