Maurer schiebt die ruhige Kugel

+
Anvisieren und einlochen – bei Maurer läuft’s derzeit

Der EHC-Saisonstart glückte nur bedingt: Einem Sieg in Krefeld folgte eine Heimpleite gegen Hannover. Gestern Abend in Düsseldorf ging es dann wieder bergauf: 5:2 gewannen die Münchner, eine kleine Demonstration!

Insgesamt 35 Schläge – so sieht das Minigolfergebnis von Uli Maurer im Detail aus (SPIELPROTOKOLL VERGRÖSSERN)

Und so dürfen die Cracks wieder entspannter drein schauen – wobei einer ohnehin eher die ruhige Kugel schiebt: Uli Maurer. Und das tut ihm richtig gut. Nimmt man nur die zwölf letzten Spiele, kommt Maurer auf zehn Scorerpunkte. Der Bestwert. Er, der Arbeitsstürmer, passt und schießt nun auch noch effektiv! Die tz lud ihn zu einer Partie Minigolf ein. Um zu fragen, woran die neue Scorer-Qualität liegt. Und um zu sehen, ob er auch abseits des Eises so zielsicher ist. Die in Bayern entscheidende Frage stellt sich für Maurer schon bei der Ballwahl: Blau oder rot? „Blau, ganz klar“, sagt der Löwen-Fan und erzählt, dass es immer wieder zu Frotzeleien mit Teamkollegen und Bayern-Fan Klaus Kathan kommt. Maurer steht nun an der hindernislosen ersten Bahn und meint: „Die erste ist nicht schwer. Ah, jetzt mache ich mir schon wieder Druck.“ Für Trainer Pat Cortina ist das Maurers Makel: Er erwarte oft von sich selbst zuviel. Wenn Uli mit Spaß aufs Eis geht, dann sei er ein Volltreffer für den EHC.

Maurer spielt nun auch beim Minigolf locker auf und startet mit sechs 2er-Runden hintereinander. „Wenn es läuft, dann läuft es“, meint Maurer. Wie bei Mario Gomez? „Aber mit Gomez will ich mich überhaupt nicht vergleichen.“ Ein Roter halt. Maurer locht seinen blauen Ball nun immer wieder mit dem ersten Schlag ein. Der 26-jährige Garmisch-Partenkirchner spielt schon sein halbes Leben Golf (Handicap 12). In den letzten Jahren habe er aber wenig gespielt, erzählt er. Neben dem Eishockey studiert er Internationales Management. „Zwei Jahre habe ich noch. Dann habe ich die Höchststudiendauer erreicht.“ Er grinst.

Für Manager Christian Winkler ist Maurer ein Neuzugang, weil dieser die Vorsaison lange mit Verletzungen verpasste. Maurer schwört nun, im Fall des Falls nicht mehr auf Teufel komm raus ein schnelles Comeback zu erzwingen. Cortina freut es, dass sein Stürmer nun richtig fit ist und stellt ihn zu den Torgaranten Eric Schneider und Martin Buchwieser. Weil auch Maurer mit hoher Energie spielt und sich mit WG-Kumpel Buchwieser generell hervorragend versteht. Für Maurer bedeutet die neue Rolle mehr Eiszeit und einfachere Scorerpunkte – aber auch Druck. Doch mit dem weiß er schon umzugehen, wie sich an der elften Minigolfbahn zeigt. Es ist die Bahn mit dem hochhängenden Fangnetz. Der Blamage-Faktor wäre da für einen Eishockey-Spieler hoch. Maurer weiß das. Er geht in die Knie, zielt, zieht durch – Treffer, beim ersten Schlag.

Für die Saison peilt Maurer die 80 Punkte-Marke an, so viele braucht man in der Regel für den Playoff-Einzug. „Da schaut ein jeder von uns drauf. Aber leicht wird es nicht.“ Nur nicht zu sehr unter Druck setzen. Dann läuft es, wie beim Minigolf: Maurer schließt die Runde mit 35 Schlägen ab. Sehr ordentlich. Die nächste Chance zum Scoren gibt’s am Sonntag (19.05 Uhr) gegen Nürnberg.

wim

DEG Metro Stars - EHC München 2:5 (0:1, 0:3, 2:1)

Tore: 0:1 Buchwieser (06:02), 0:2 Ulmer (22:36), 0:3 Petermann (23:53), 0:4 Schymainski (35:47), 0:5 Kathan (44:30), 1:5 Courchaine (54:02), 2:5 Kaufmann (57:57)

Strafminuten: 12 + 10 Hedlund / 16

Schiedsrichter: Brüggemann (Iserlohn) - Zuschauer: 3877

Auch interessant

Meistgelesen

Andreas Schwarz im Team des Jahrzehnts der Tölzer Löwen
Andreas Schwarz im Team des Jahrzehnts der Tölzer Löwen

Kommentare