EHC: Dauerkartenverkauf gestiegen!

München - Auf der Geschäftsstelle des EHC München erzählen sie – nach Wochen des drohenden Untergangs – wieder von „schönen Erlebnissen“. Der Dauerkartenverkauf steigt wieder.

Am Mittwoch sei ein Dachauer ins EHC-Büro gekommen, am Donnerstag eine Mail aus Niederbayern eingetroffen – beide Male ging es um die Gründung eines Fan-Klubs.

Ein paar Tage lang gab es Unruhe in der Fan-Szene, die zwischen Ultras und gemäßigteren Fans wegen des Hauptsponsors aufgekommen war. Zwei Ultra-Gruppen hatten – zum Unverständnis anderer – angekündigt, ihr Engagement beim neuen EHC Red Bull einzustellen. Sie wollten sich treu bleiben gegen konzern­gepowertes Eishockey.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Doch zu den Heimspielen in der Eishalle werden offenbar viele weiter hingehen. Das zeigt ein Blick auf die Dauerkartenstatistik. Knapp zehn Prozent der Beantrager hatten zuletzt ihren Auftrag storniert. Nach der Rettung des Klubs haben bis auf knapp zwanzig Leute ihre Stornierung wieder aufgehoben. 500 Dauerkarten sind bereits beantragt, mehr als im Vorjahreszeitraum. Offenbar hatte man bei den Preisen einen besseren Riecher als im vergangenen Jahr. Und wenn noch Diskussionsbedarf besteht: Am 12. Juni lädt der Klub zu einem Fan-Treffen, bei dem die Geschäftsstellenmitarbeiter auch Fragen zum neuen EHC Red Bull beantworten wollen. Den Frühbucherrabatt für Dauerkarten vergibt der EHC verlängert bis zum 15. Juni. Bis dahin läuft auch eine Rabatt-Aktion auf Fan-Artikel. Sie tragen noch das alte Logo, an dem viele Fans hängen. Die neuen Merchandising-Produkte werden Red Bull entgegenkommen. Wie weit, das werden die Marketing-Abteilungen von Klub und Konzern klären.

Das erste Freundschaftsspiel unter neuem Namen absolviert der EHC am 19. August. Zu Gast ist Österreichs Meister Linz. Nach dem Test am 24. August in Straubing kommen die Tigers zwei Tage später zum Gegenbesuch. Anfang September nimmt der EHC an einem Turnier in Ungarn teil, ehe am 9. September das Spiel gegen den HC Pustertal in Südtirol folgt.

wim

Rubriklistenbild: © sampics

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