EHC München feiert Einzug ins Finale

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Volles Engagement in der heißen Phase“, fordert Jürgen Bochanski von sich und dem EHC München: Und die Mannschaft gehorchte. Am Freitag gewann die Truppe von Pat Cortina mit 6:0 (3:0, 2:0, 1:0) das fünfte Spiel der Halbfinalserie gegen Ravensburg und steht im Finale.

Mann des Abends war Mike Kompon, der vier Treffer erzielte. Nach zwölf Minuten hatte er bereits drei mal getroffen und damit frühzeitig fьr klare Verhältnisse gesorgt. Außerdem waren noch Chris Bahen und Martin Schymainski für den EHC erfolgreich.

Die Fans und Spieler feierten , und der Präsident kümmert sich um die finanzielle Ausstattung. Auf Harakiri wolle er sich beim anvisierten Aufstieg in die höchste Liga DEL nicht einlassen: „Finanziell gibt es noch Einiges zu tun.“ Weit gediehen seien die Gespräche mit möglichen Sponsoren noch nicht, doch Bochanski gibt sich optimistisch und wirbt für seinen EHC: „Vielleicht gibt es nächste Woche etwas zu vermelden. Wer nicht in den Fußball investieren will, bekommt hier für sein Geld einiges geboten. Wir zeigen Kontinuität und sind ein seriöses Aushängeschild für München.“

Eine Einschätzung, die auch die Konkurrenz teilt. „Beim EHC, da planen keine Fantasten“, sagte Max Fedra kürzlich der tz. Und der muss es wissen: Er ist Manager des DEL-Klubs Augsburg. Die Panther sind mit einem Etat von 3,3 Millionen der kleinste Klub der Liga – und stehen im Finale. Augsburg, findet Bochanski, könne sich der EHC zum Vorbild nehmen: Im Falle des Aufstiegs planen die Münchner – ähnlich wie Augsburg – mit einem 3,5-Millionen-Euro-Etat. Bochanski: „Augsburg hat in diesem Jahr sehr gut gezeigt, wie man Vereine mit größerem Etat eliminieren kann.“

Doch so rosig sieht es nicht überall in der DEL aus, auch heuer stehen wieder Vereine vor der Insolvenz – und vor allem für Stimmungswechsel? Zum Beispiel Kassel: Auf Untergangsstimmung im Januar folgte im Februar die Hoffnung: Dennis Rossing übernahm die Unternehmensanteile, gleichzeitig verlängerte der Verein mit Nationalspieler Manuel Klinge. Im März bettelte Rossing die Sponsoren in einem Brief um kurzfristige Beihilfen und Zusagen bis 2012 an, „da dies ansonsten das endgьltige Ende der Geschichte der Huskies bedeutet“. Ende März beantragte der Verein ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung, über das der Verein bis Ende Mai saniert werden soll – sonst droht die Verweigerung der Lizenz. Die DEL-Führung steht Kassels Weg gespalten gegenьber.

Wer weiß – vielleicht wird also noch ein zweiter Platz in der DEL frei. Laut den Regularien wäre dann auch für den Verlierer des Bundesliga-Finals der Aufstieg möglich. „Damit befassen wir uns nicht“, beteuert Bochanski, „wir wollen Meister werden“.

M. Wimösterer

Quelle: tz

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