Bei Freezers noch nie gewonnen

EHC: Gegen die Angst!

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Im ersten Spiel stürzte der EHC die Freezers (Pettinger)

München - Bleibt der EHC seinem Auf und Ab treu? Hoffentlich – nach dem Null-Punkte-Wochenende wären nun wieder Zähler dran. Leicht wird es gegen Hamburg am Freitag und Augsburg am Sonntag nicht.

„In Hamburg“, sagt Torwart Jochen Reimer, „haben wir uns immer schwer getan.“ Der EHC hat dort noch nie gewonnen. Das hatte zwei gute Gründe:

Nummer eins: Die Freezers, sagt Reimer, „haben eine gute Mannschaft. Ein offensiv sehr talentiertes Team.“ Nach schlechtem Start, einem 2:3 n.V. beim EHC inklusive, rollen die Hamburger das Feld von hinten auf. Und das trotz des üppig gefüllten Lazaretts, in dem sich unter anderem die Ex-Münchner Christoph Schubert und Johan Ejdepalm befinden.

Nummer zwei: Die Reise­strecke nach Hamburg ist für den EHC die längste. Die Fahrten kosten Körner – im Vorjahr die entscheidenden. Die Münchner verspielten dort nach wackerer Lesitung acht Minuten vor Ende die Pre-Play-Offs. Diese Saison läuft aber unter neuen Voraussetzungen ab, die hoffen lassen.

Der EHC hat jetzt den Zunamen Red Bull und deutlich mehr Geld zur Verfügung. Die Mannschaft tuckert nun nicht mehr im Bus einmal quer durch Deutschland. Jetzt fliegt das Team, das ist um einiges bequemer. Und falls doch einer über die Reisestrapazen jammert, der soll einfach mal bei Kai Herpich nachfragen.

Das 18-jährige Sturmtalent war nämlich mit dem Juniorenteam zweimal auf den Russland-Trips dabei, die „ein bisschen an die Substanz gehen“. Mitten in der Nacht zum Flughafen, per Ochsentour ab nach Cherepovets. Das einzige Hotel in der „reinen Industriestadt“, sagt Herpich, war „nicht gerade das feinste“.

Herpich erzählt von Reisen bis zu 17 Stunden. In Bussen, die nicht den europäischen Standards entsprechen. Die Hotels wurden dann aber besser, in Sankt Petersburg ging sich sogar ein Stadtbummel aus. Seit drei Wochen, nach neun Scorerpunkten in elf MHL-Spielen, darf Herpich beim EHC ran. Er sagt: „Ich hatte nicht mit einer so schnellen Berufung gerechnet. Im ersten Spiel war ich nervös.“

Der Jungspund zeigte gute Ansätze, bewies Mut, als er den größeren Daniel Weiß von Meister Berlin niederrang. Kraftpaket Herpich hofft nun auf viele Einsätze in der DEL und will „demnächst das erste Tor machen“. Am besten in Hamburg. Damit das EHC-Pendel wieder in Richtung Erfolg ausschwingt.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

wim

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