Sebastian Elwing: "Danke, München!"

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Sebastian Elwing wechselte zurück zu den Eisbären.

Berlin - Am Freitag muss der EHC beim Meister ran - und trifft dann im Trikot der Eisbären Berlin auch Sebastian Elwing. Die tz sprach mit dem 32-jährigen Ex-EHC-Keeper.

Warum wechselten Sie von München nach Berlin?

Elwing: Da spielt ein bisschen die Nostalgie mit. Ich habe mit sechs Jahren zum ersten Mal ein Eisbären-Trikot angezogen. Danach durchlief  ich alle Nachwuchsteams und durfte in Berlin die Sportschule besuchen. Ich zögerte deshalb nicht lange, als ich das Angebot  bekam. Ich bin jetzt 32, das ist spät, aber nicht zu spät, um vielleicht doch noch mal Meister zu werden.

Welche Erinnerungen verknüpfen Sie mit München?

Elwing: Nur die besten. Ich bin mit den Münchnern aus der zweiten Liga aufgestiegen, spielte mit München in der DEL. Mein Sohn Lenny wuchs in München auf. Ich habe viele Freunde in München, sowohl in der Mannschaft als auch außerhalb. Diese Freundschaften werde ich pflegen. In München schaffte ich den Sprung in die Nationalmannschaft und wuchs zu einem Torwart, der DEL-Tauglichkeit bewiesen hat.

Wie beurteilen Sie Münchens Eishockey-Zukunft?

Elwing: Als sich unser alter Sponsor zurückgezogen hatte, plagte mich echt die Angst, dass in München die Lichter ausgehen. Jetzt freue ich mich für die Jungs, dass sie mit Red Bull einen Sponsor gefunden haben, mit dem sich gut arbeiten lässt. Eishockey gehört zu München wie der Fußball!

Mit Rob Zepp haben Sie wieder einen Top-Torwart vor sich - ist das nicht demotivierend?

Elwing: Im Gegenteil. Es stachelt mich an, mir Eiszeiten zu erkämpfen. In der European-Trophy konnte ich beweisen, dass sich das Team auf mich verlassen kann. Ich bin hier hochmotiviert: Bei den Eisbären sind so viele Menschen da, die ich noch aus alten Zeiten kenne. Da kommt Vertrautheit auf. Wenn ich meinen Sohn Lenny mit seinen knapp sechs Jahren zum Training bringe, sehe ich mich selbst noch einmal. Ich denke dann an meine Mutter, die sich im Himmel bestimmt freut, wenn sie mich mit Lenny am Eis sieht.

Vor drei Wochen wurde ihre Ebba geboren, wie kurz sind da die Nächte für Sie?

Elwing: Kürzer als sonst, aber mir macht das nichts aus. Ein Blick in die kleinen, weit geöffneten Augen lassen den versäumten Nachtschlaf schnell vergessen.

Interview: Manfred Hönel

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