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Cortina: "Ich liebe diese Stadt"

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Das Playoff-Aus nagt immer noch an Pat Cortina. © sampics / Kerstin Leicht

München - Pat Cortina verlässt den EHC RB München und widmet sich in Zukunft seinem Amt als Bundestrainer. Im Abschiedsinterview macht er eine Liebeserklärung an die Landeshauptstadt.

Fans, aufgepasst: Ab 16 Uhr lädt der EHC RB München am Sonntag die Allgemeinheit zur Saisonabschlussfeier ins Hacker-Pschorr-Bräuhaus (Theresienhöhe 7). Pat Cortina sagt, er werde nicht groß feiern. Der Trainer wird, wie auch einige Spieler, Abschied vom EHC nehmen. Das große tz-Abschiedsinterview.

Herr Cortina, letzten Sonntag wurden Sie sehr emotional. Es war Ihr letztes Spiel für den EHC.

Cortina: Ja, und das war kein Spaß. Am Sonntag war es nicht mal so schlimm, da war ich noch sehr auf das enge Spiel fokussiert, das dann so bitter endete. Wir hätten mehr verdient gehabt. Wir arbeiteten hart und waren so gut, wie es die Umstände zuließen. So ein Spiel wie am Freitag gegen Berlin: Diese Qualität, diese Intensität, die starken Fans… das wollte ich noch mal. Es gehört definitiv zu den Highlights meiner EHC-Zeit.

Die weiteren?

Cortina: Die Meisterschaft in der Zweiten Liga. Das erste DEL-Spiel. Das Overtime-Spiel gegen Köln. Unser erstes Play-off-Spiel in der DEL. Ich würde sagen, die ganze Reise mit dem EHC war das Highlight.

Würden Sie im Rückblick auch etwas anders machen?

Cortina: Gute Frage. Hmm… Manchmal hätte ich entspannter rangehen sollen, ich war manchmal zu intensiv.

Jetzt reden wir über den Dolomitenvulkan, der ausbricht, wenn das Team nicht will.

Cortina: Nein, so meine ich das nicht. Ich habe teils versucht, Dinge sofort in Angriff zu nehmen, oft direkt nach dem Spiel. Ich hätte halt auch mal genießen müssen. Andererseits: Vor einem Jahr habe ich zu sehr auf das Team gewartet. Es kam nichts, und als ich reagierte, war es bereits zu spät.

Im Sommer folgte fast das finanzielle Aus des EHC.

Cortina: Eine harte Zeit. Ich erinnere mich an eine Episode: Christian (Winkler, EHC-Manager; die Red.) und ich aßen zu Mittag. Wir teilten uns eine Pizza und bliesen Trübsal, weil es danach aussah, dass es nicht weitergeht. Dann sagten wir: „Na na na na! So wird das nicht enden, auf keinen Fall.“ Wir haben uns gegenseitig hochgezogen. Am Ende wurden wir dafür belohnt. Das hat mir sehr viel bedeutet.

Ihre Meinung zum Red-Bull-Einstieg?

Cortina: Ich bin froh, dass es in München weiter Eishockey zu sehen gibt und dass der EHC mit Red Bull einen tollen Partner hat. Alles, was sie tun, hat Hand und Fuß. Ich bin nicht in die Planungen involviert, aber ich denke: Der Etat und das Potenzial der Mannschaft werden steigen.

Wie traurig sind Sie, dass Sie selbst nicht die Chance hatten, eine Star-gespickte Mannschaft zu führen?

Cortina: So ist das halt. Ich hatte selbst die Wahl, als ich im September beim DEB vorsprach. Und ehrlich: Ich bin dankbar für die sieben EHC-Jahre.

Was wäre, unter allen Ihrer EHC-Spieler, die Starting Six?

Cortina: Tough choice (überlegt lange). Im Tor nehme ich Harti Wild, der im ersten Jahr sehr gut war. Sebastian Elwing hat uns im Aufstiegsjahr entscheidende Spiele gewonnen. Joey Vollmer war eine große Person beim EHC. Und Jochen Reimer ist herausragend.

"Pat" steht NICHT für "Patrick"! Cortina im Mini-Porträt

Sie spielen also schon mal mit vier Torleuten in der Top-6.

Cortina (lacht): Da sehen Sie, wie hart es ist. Es wäre ungerecht, zu selektieren. Uns machte immer stark, dass wir als Team funktionierten. Aber gut, ich versuche es: In der Abwehr nehme ich Andi Raubal und Stephane Julien, zwei große Kapitäne. Ich sollte aber auch Dave Reid und Johan Ejdepalm nicht vergessen – zwei Arbeiter vor dem Herren. Im Sturm nenne ich Bryan Adams, Niki Hede und Mike Kompon. Vergessen wir aber nicht Martin Buchwiesers Entwicklung oder Jason Ulmer. Oder Eric Schneider, ein crazy horse, aber großartiger Spieler.

Sie wechseln nun ganz zum Verband, der in Obermenzing sitzt. Sie bleiben in München.

Cortina: Wie hoffentlich bis zum Ende meines Lebens. München ist teuer, ja, aber man zahlt für das, was man bekommt. Ich liebe diese Stadt!

Interview: Martin Wimösterer

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