EHC-Rettung: Wettlauf gegen die Zeit

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Manager Christian Winkler (r.) bei einer Fan-Demo

München - Der EHC München will sich selbst aus dem finanziellen Schlamassel retten, doch das braucht Zeit. Der Wettlauf gegen die Zeit hat längst begonnen.

Im Märchen käme jetzt der Held herangeritten, der die Prinzessin dem Schlamassel entreißt und mit ihr ins Glück reitet. Doch so einfach ist es beim EHC München nicht. Er will sich selbst aus der finanziellen Bredouille retten und ein millionenschweres Zukunftspaket schnüren. Doch das braucht Zeit. Zeit, von der der EHC nicht viel hat. Ansonsten droht der Verkauf nach Schwenningen.

Zuerst ging man klubintern sogar mit einer Entscheidung am Donnerstag aus, die allerdings ausblieb. Natürlich lag die Vermutung nahe, die DEL-Gesellschafterversammlung am Mittwoch in München hätte damit etwas zu tun. Doch großes (offizielles) Thema waren der EHC und die kaufinteressierten Schwenninger Wild Wings da nicht, wie ein DEL-Sprecher sagte. Und Schwenningen hatte gar keinen Vertreter geschickt.

Dabei drängt die Zeit langsam auch für die Wild Wings, deren Gesellschafter Thomas Burger unter anderem Innenleben für Schwarzwälder Kuckucksuhren herstellt. Mitte Mai müssen die Unterlagen zur Lizenzprüfung zur DEL, Ende Mai zum Zweitligabetreiber ESBG. „Und wir brauchen dafür noch Vorlaufzeit“, sagt Wild-Wings-Manager Stefan Wagner.

Zum Schwenninger Kauf der Münchner GmbH müssten zudem noch drei Viertel der DEL-Klubs zustimmen. Wagner sagt, in einem Kaufvertrag würde man eine entsprechende Klausel einbauen, um sonst vom Kauf zurücktreten zu können. Wie es aus gut unterrichteter Quelle heißt, gibt es bereits einen Vertrag. Parallel zu den Münchner Bemühungen um die eigene Rettung wird der von beiden Seiten geprüft. Weder der EHC noch die Wild Wings wollen das kommentieren. Wagner ist gegen Hektik, sagt jedoch auch: „Ich bin für eine möglichst schnelle Entscheidung. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt müssen beide Seiten Sicherheit haben.“ Etwa die Spieler beider Lager, und die Manager. „Grundsätzlich wären alle Münchner Verträge gültig“, sagt Wagner. „Wir würden alle übernehmen. Einige Stellen sind noch frei.“ Wenn auch nicht genügend.

Einen Trainer haben die Schwarzwälder trotz geeigneter Kandidaten im Übrigen noch nicht verpflichtet. Pat Cortina, lässt Wagner durchklingen, wäre ihm schon nicht unrecht. „Aber das sind noch alles ungelegte Eier.“ Solange das so bleibt, hat der EHC noch Zeit, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Martin Wimösterer

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