EHC München: Titelreif? "Oh yeah!"

Die Fans des EHC München wollen ihr Team in die DEL trommeln
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Die Fans des EHC München wollen ihr Team in die DEL trommeln

München - Nach der 6:0-Gala gegen Ravensburg und dem Einzug ins Finale geht’s jetzt für den EHC München um den Aufstieg. Die Mannschaft hat Selbstvertrauen ohne Ende. Jetzt steht auch der Finalgegner fest.

Das haben sie sich verdient. Die EHC-Spieler hatten das komp­lette Wochenende frei - als Belohnung für die 6:0-Gala gegen Ravensburg und für den Einzug ins Finale. Ab Freitag spielen die Münchner jetzt um den Titel. Der Gegner ist Schwenningen.

Ab jetzt geht’s um den Aufstieg – und beim EHC haben sie Selbstvertrauen ohne Ende. Torhüter Sebastian Elwing sagt: „Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht, wir haben noch gar nichts erreicht.“ Verteidiger Chris Bahen meint, die Mannschaft sei im Vergleich zur Vorsaison „zielgerichteter geworden“. Und Stürmer Mike Kompon pflichtet bei: „Letztes Jahr dachten wir nur von Serie zu Serie. Wir haben uns über den Finaleinzug gefreut und sind herumgesprungen. Letztes Jahr wussten wir nicht, wie gut wir waren…“

Heuer ist das anders. Heuer gehörte der EHC von Anfang an zu den Favoriten. Und heuer ist Trainer Pat Cortina nach dem Finaleinzug zurückhaltend: „Ich bin nicht ganz zufrieden, aber sehr glücklich.“ Er setzt nach dem 6:0 gegen Ravensburg sein Pokerface auf. Er ist zwar „stolz auf den starken Einsatz meiner Mannschaft“ und „glücklich, dass der Puck einfach ins Tor wollte“. Aber: Sein Gesicht verrät seine Freude nicht. Der Coach zeigt kaum Emotionen. Was ist heuer anders? Beziehungsweise: Was war im letzten Jahr anders? Cortina: „Damals kam das unerwartet…“

Diesmal, wo alle wissen, dass der EHC bärenstark ist, lautet Cortinas Mission: Aufpassen, dass sich die Spieler ihre Euphorie für die Zeit nach dem Finale aufheben. Und, logisch: Der Münchner Trainer übt sich auch wieder in einer seiner Lieblingsdisziplinen – der psychologischen Kriegsführung.

Zum Beispiel soll im Finale wieder Toptorjäger David Wrigley mitwirken. Der hatte zuletzt zweimal pausiert. „Wegen einer Grippe“, sagt der Trainer, „zumindest wollen wir, dass das die Gegner denken.“ Außerdem sagt Cortina, dass er seine Mannschaft für stärker als im Vorjahr hält – sie sei gereift. Dann witzelt der Freund des Understatements: „Vielleicht schaffen wir es dieses Jahr ins fünfte Spiel.“ Hintergrund: Im Vorjahr hatte der EHC im Finale in vier Spielen gegen Bietigheim verloren. Und jetzt? Ist der EHC reif genug für die Meisterschaft? Kompon meint: „Oh yeaaah! Schaut euch nur unsere vier starken Reihen an. Im Vorjahr haben Schymainski, Dietrich und ich sehr viele Tore gemacht, aber wir haben verloren. Diese Playoffs sind wir nicht die beste Reihe – aber das ist egal, weil wir gewinnen!“

Allerdings: Zuletzt beim 6:0 über Ravensburg war es sehr wohl mal wieder Kompons Reihe, die mit fünf Toren überzeugte. Der Kanadier sagt: „Das war unser Abend.“ Ein bisschen zu laut geredet. Trainer Cortina kommt gerade vorbei, hört mit und mahnt: „Bleib bescheiden, Kompon!“ Zu dieser Bescheidenheit wird sicher auch das Training der kommenden Tage beitragen. Nach dem freien Wochenende steht der EHC jetzt wieder wie gewohnt auf dem Eis. Cortina will sich vor allem auf taktische Feinheiten konzentrieren. Er weiß genau, worauf er seine Mannschaft einstellen muss – er war nämlich zusammen mit Co-Trainer Peppi Heiß und Manager Christian Winkler zum Spionieren beim Sonntagsspiel Bietigheim gegen Schwenningen.

Wim

Quelle: tz

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