EHC: Verantwortliche beschwören Fans

München - Offizielle des EHC München beschwören beim Fan-Treff die Anhänger. Unterdessen gibt es Gerücht, dass ein "Exot" verpflichtet wird.

Einige Hundert Fans des EHC München saßen auf der Tribüne und hörten Christian Winkler zu. Der Sportchef hatte vor dem Fan-Treffen den EHC Red Bull Salzburg besucht und schwärmte von der Nachwuchsakademie. „Ohne Gleichen in Europa.“ Vielleicht kommt sowas ja auch in München, mit Red Bull als Partner. „Wir sind in einer Situation, die eine ganz tolle Zukunft bietet“, sagte Finanzboss Claus Gröbner. Die Aktualität aber ist trist, die Offiziellen saßen auf Barhockern auf der ramponierten Spielfläche der Eishalle – und sie wissen, dass es gleich vier Baustellen gibt.

■ Erstens: Es muss Bewegung in die Diskussion um eine neue Halle kommen – hier helfe Red Bull als sicherer Hintergrund.

■ Zweitens: Bei den Sponsoren muss es aufwärts gehen. Hier müsse man Firmen klar machen, „dass neben Red Bull noch Platz ist und dass man vom Erfolgsruf Red Bull nur profitieren kann“, sagt Marketingmann Marcel Porsche.

■ Drittens: Sportlich sind die Playoffs das Ziel. Als Verstärkung hat Winkler einen schwedischen Abwehrrecken im Blick. Der EHC will jünger, größer und hungriger werden – was die Fans begrüßen. Mit Blick aufs enge, gesenkte Budget hole man vielleicht noch einen „Exoten“. Den Ungarn Istvan Sofron?

■ Viertens: Die Fan-Unterstützung muss stimmen. Mit 3700 Zusehern im Schnitt plant der EHC. Wie im Vorjahr, doch dieses Jahr ohne Olympiahallenspiel und Ticketaktionen. „Es geht nur gemeinsam“, sagt Christian Winkler. „Wir und ihr sind Eishockey in München.“

Doch zuletzt gab es Probleme, wegen Red Bull stellten drei Fangruppen ihr Engagement ein. „Ihr seid doch Fan der Mannschaft, nicht eines Namens“, meinte Gröbner und erntete Applaus. Doch es äußerte sich auch ein Mann in einer Aufnäher-Weste sorgenvoll über den neuen Partner, der etwa in Salzburg nicht fan-nah vorginge. Der EHC betonte, dass man sehr wohl die Fans mitnehmen und einbeziehen wolle – „eine gewisse Entscheidungshoheit muss aber bei uns bleiben“, so Gröbner.

Als das neue Red Bull-München-Logo präsentiert wurde, fiel der Applaus verhalten aus. Logo und Homepage-Adresse gibt es fortan in alter wie neuer Form, wobei auf der neuen „der Fokus liegt“ (Porsche). Einige der kritischen Fans verließen daraufhin vorzeitig die Eishalle. Vor der rosigen Zukunft steht für den EHC noch der Feinschliff an.

wim

Auch interessant

Meistgelesen

„Meine Kindheit in der NHL-Kabine“ - EHC-Neuzugang Bourque stellt sich vor
„Meine Kindheit in der NHL-Kabine“ - EHC-Neuzugang Bourque stellt sich vor
EHC Red Bull München: Bekannter Premium-Sponsor aus der Region
EHC Red Bull München: Bekannter Premium-Sponsor aus der Region
Eishockey - ein Fall für Ingo Lenßen
Eishockey - ein Fall für Ingo Lenßen

Kommentare