Auch bei den Autos wird gespart

EHC München: "Wir meinen es ernst!"

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Der EHC München bei der Präsentation der neuen ­ Vereinswagen von BMW.

München - Die EHC-Profis haben von ihrem Sponsor neue Autos bekommen. Der rigorose Sparkurs macht sich auch bei den neuen Karossen für die Spieler bemerkbar.

Bis zum Fototermin des EHC RB München war noch kurz Zeit, und man war ja eh vor Ort. Da schauten sich Lubor Dibelka und David Cespiva die Luxusautos an, saßen Probe. Sie sprachen tschechisch. Den großen Augen nach sagten sie: „Geile Karre.“ Die Autos der EHCler standen im Schaufenster eine Trennwand weiter. Es waren viele Minis. Claus Gröbner bekam einen 1er BMW. „Schönes Auto“, findet der Geschäftsführer. Was er auf Nachfrage einräumt: Noch zum Presse-Termin am Frankfurter Ring kamen die EHC-Chefs mit schwereren Geschossen angerauscht. Die Jahreswagen, die nun zurück an die Münchner Händler wandern, waren teils gesponsert, teils geleast. Und der EHC spart rigoros – zehn Prozent auf alles (außer Tiernahrung)…

Dass der Klub auch bei den insgesamt 30 Autos Zurückhaltung übt, darin sieht Gröbner ein Signal, „dass wir es ernst meinen. Ich kann nicht predigen, dass wir sparen, sparen und sparen – und fahren dann mit großen Autos durch die Gegend.“ Für den EHC und seine Mitarbeiter werde die in einer Woche startende Saison ein „Schaulaufen“. Man will sich Fans und Hauptsponsor Red Bull, „im Rahmen unserer Mittel“, von der besten Seite zeigen.

Gröbner sagt, dass es „ein schweres Jahr“ für den EHC wird. In der Professionalisierung dürfe nicht vergessen werden, so Gröbner, dass der EHC „immer noch ein Sportklub ist“. Der Klub habe einen Fan-Dialog gestartet, der gut angenommen werde. Viele der Fans sind dem EHC treu geblieben. Doch die Gewichtung zwischen Sportverein und konzerngepowertem Klub schmeckt nicht jedem.

Einige besonders aktive Anhänger haben mit dem Klub gebrochen – es sei nicht mehr der ihre. „Goodbye EHC München“ schrieb Oliver Wenner am Donnerstag doppeldeutig auf seiner Seite. Er schaltete das Nordkurven-Forum ab, das jahrelang die Fan-Basis war. Als Grund nennt er eine „immer größer werdende Kluft zwischen diversen Fangruppen“. Mittwoch Nacht wurde sie unüberwindbar: Im Forum kam die Frage auf, ob man sich den Fans von Konzernklub RB Salzburg annähern sollte – für idealistische Anhänger wie Wenner der endgültige Verrat.

Der EHC ist (noch) kein Konzern-Klub. Aus Salzburg verlautet, dass Red Bull aber bereits um die Münchner Lizenz feilscht. Gröbner möchte sich dazu nicht äußern. Er sieht den Sponsor aber als „totale Bereicherung“ und „Jahrhundertchance fürs Münchner Eishockey“, wähnt den EHC nun auf dem „richtigen Weg“. Ob man den nun in einem Mini , den 1er oder 5er fährt, ist für Gröbner: „Nebensache“.

wim

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