Trainer Jackson nimmt Keeper in Schutz, aber ...

Nach Fairplay-Skandal: DEL prüft Maßnahme gegen EHC-Keeper Leggio und Regeländerung

David Leggio, Keeper des EHC Red Bull München, droht Ärger seitens der DEL, die wiederum eine Regeländerung erwägt - wegen ihm. Auslöser ist die wohl irrste Szene des Jahres.

Es war die Aktion des DEL-Wochenendes! Es steht 1:1, der EHC tut sich im Heimspiel gegen Bremerhaven schwer, das Spiel steht im zweiten Drittel auf der Kippe. Im Powerplay verlieren die Bullen den Puck an Bremerhavens Mauermann, der alleine auf EHC-Goalie David Leggio zuläuft. Und was macht der? Schiebt das Tor angesichts der drohenden Gefahr einfach aus der Verankerung! Konsequenz: nur ein Penalty, bei dem es aber im Gegensatz zur normalen Spielsituation keine Nachschussmöglichkeit gibt. Und es kommt, wie es kommen musste: „Crazy David“ pariert. Ist das noch clever oder schon unfair?

Leggio selbst ist diese Diskussion nur allzu gut bekannt, er ist Wiederholungstäter: 2014 hatte der 33-Jährige in der nordamerikanischen AHL zu diesem Kniff gegriffen – damals wurden die Regeln geändert, seitdem gibt es dort zusätzlich zum Penalty eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Jetzt wird eine kurzfristige Anpassung auch in Deutschland diskutiert, wie die DEL auf tz-Anfrage bestätigte. Zudem prüfe man Disziplinarmaßnahmen gegen Leggio.

Beim Auswärtsspiel am Sonntag in Iserlohn nahm Jackson Leggio als Schutzmaßnahme aus dem Team - der Siegesserie der Münchner tat dies keinen Abbruch: Der EHC gewann dank Toren von Mauer (16.), Hager (17.), Christensen (30.), Matsumoto (37.) und Aucoin (45.) mit 5:1.

Jackson über Leggio: „Seine Motivation, das zu tun, war richtig“

Im Spiel vom Freitag markierte der Tor-Schubser einen Wendepunkt: Acht Minuten später führte der EHC mit 3:1 und gewann letztlich mit 5:2 – entsprechend amüsiert zeigten sich die Kollegen. „Er ist einfach ein Fuchs! Wir können jetzt darüber lachen, für uns ist es gut ausgegangen“, sagte Konrad Abeltshauser, und EHC-Coach Don Jackson ergänzte: „David lebt das Spiel – seine Motivation, das zu tun, war richtig. Ich muss ihm Anerkennung dafür zollen, dass er so einen Kniff parat hatte!“

EHC-Keeper David Leggio verschob das Tor, um den Bremerhavener Konter zu stoppen.

Bremerhaven-Manager Prey: “Lieber mit Ehre verlieren als durch Betrug gewinnen“

In den Ohren der Bremerhavener klang das wie Hohn: „Das kann ich nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen – hier wird eine grobe Unsportlichkeit heroisiert! Wir wollen lieber mit Ehre verlieren als durch Betrug gewinnen“, so der sichtlich angefressene Pinguins-Manager Alfred Prey zur tz. „Vielleicht gibt es ja doch so was wie Gerechtigkeit – da warte ich gerne bis März…“ Dann gastieren die Münchner zum vorletzten Hauptrunden-Spiel in Bremerhaven – „Crazy David“ darf sich schon mal warm anziehen…

Max Kramer

Rubriklistenbild: © imago/Nordphoto

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