Rückkehr nach München im Nürnberg-Trikot

Treutle: „Gegen den EHC muss man langweiliges Eishockey spielen“

Niklas Treutle im Oktober 2014 im EHC-Trikot. Seit 2017 spielt er für Nürnberg.
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Niklas Treutle im Oktober 2014 im EHC-Trikot. Seit 2017 spielt er für Nürnberg.

Vor der Rückkehr ins Olympia-Eisstadion spricht Niklas Treutle über seine Zeit beim EHC Red Bull München, seinen USA-Abstecher und darüber, wie er mit Nürnberg den Meister schlagen kann.

Von 2013 bis 2015 stand Niklas Treutle im Tor der Münchner. Dann ließ der Goalie den EHC Red Bull München hinter sich, um den Sprung nach Nordamerika zu schaffen. Nach kurzen Engagements in der NHL und der AHL und einer Station in Finnland kehrte der heute 26-Jährige nach Deutschland zurück. In dieser Saison steht Treutle für die Nürnberg Ice Tigers im Tor, mit denen er am Sonntag (16.30 Uhr) in München zum Spitzenspiel gegen die Red Bulls antritt. Das tz-Interview:

Herr Treutle, seit Ihrem Engagement in München ist viel passiert. Sie haben in der NHL, der AHL sowie Finnland und Krefeld gespielt und stehen nun für die Nürnberg Ice Tigers im Tor. Inwiefern hat Sie diese Zeit verändert?

Niklas Treutle: Die vergangenen Jahre haben mich in jedem Fall sehr weitergebracht. Vor allem die Zeit in Nordamerika war sehr wertvoll für mich und ich konnte noch einmal eine ganz andere Sichtweise aufs Eishockey kennenlernen.

Inwiefern?

Treutle: Dort ist der Konkurrenzkampf innerhalb eines Teams noch einmal ein ganz anderer. Wir haben mit sieben Torhütern im Team begonnen, die sich alle beweisen wollten und mussten. Von Woche zu Woche wurde einer an die unteren Teams abgegeben. Deshalb haben wir auch von Juli bis November in Hotels gelebt und erst dann eigene Wohnungen bekommen, als feststand, wer vorerst bleiben durfte. Insgesamt kann man sagen, dass mich die Zeit abgehärtet hat und ich mich sowohl sportlich als auch persönlich weiterentwickeln konnte.

Treutle: „Ohne München hätte ich nicht nach Amerika gehen können“

Am Sonntag geht es für Sie und Ihre Kollegen gegen Ihr ehemaliges Team München. Ist das etwas Besonderes für Sie?

Treutle: Absolut, denn ich habe viele gute Erinnerungen an München. Ich denke auch, dass mir ohne den Verein der Schritt nach Nordamerika nicht möglich gewesen wäre. Die Trainer dort haben mir bei meiner Entwicklung sehr weitergeholfen.

Sie stehen mit Ihrem Team auf Platz eins der Tabelle. Gemeinsam mit Ihrem Goalie-Kollegen Andreas Jenike haben Sie die wenigsten Gegentore der Liga kassiert. Ein wichtiger Grund für den Nürnberger Erfolg?

Treutle: Die gesamte Mannschaft macht wirklich einen tollen Job. Und es hilft natürlich, dass Andreas und ich unseren Teil dazu beitragen. Ich denke, es gibt den Jungs Selbstvertrauen, wenn sie wissen, dass auch, wenn einmal ein Fehler passiert, da hinten ein sicherer Mann steht. Was Andreas und mich angeht: Wir wollen natürlich beide so viel wie möglich spielen. Aber genau dadurch motivieren wir uns gegenseitig. Ich denke, wir haben da einen sehr guten Weg für uns gefunden.

Niklas Treutle (r.) im Nürnberger Tor, um ihn herum die Münchner Jerome Flaake (l.) und Patrick Hager.

Treutle: „Vor den Playoffs noch einmal Ausrufezeichen setzen“

Vor knapp zwei Wochen ist Ihre Siegesserie gegen die Münchner nur ganz knapp beendet worden. Spornt diese Niederlage nur noch mehr an?

Treutle: Absolut. Vor allem, weil wir bis dato gut gespielt hatten. Insofern war es umso ärgerlicher, dass wir eine 2:1-Führung am Ende hergegeben haben. Normalerweise passiert uns so etwas nicht. Aber ich denke, man kann sagen, dass gerade die Duelle Nürnberg gegen München ein hohes Niveau haben. Und am Sonntag findet das letzte Spiel vor einem möglichen Aufeinandertreffen in den Playoffs statt. Ich denke, da wollen beide Mannschaften noch einmal ein Ausrufezeichen setzen.

Gibt es ein Rezept, um den EHC Red Bull München zu schlagen?

Treutle: Die Münchner sind ein sehr offensives Team. Insofern würde ich sagen, dass man am besten ein in Anführungsstrichen langweiliges Eishockey spielen muss. Heißt: Sehr gut und konzentriert verteidigen und auf die eigenen Chancen lauern. Außerdem ist es ganz wichtig, diszipliniert und damit von der Strafbank wegzubleiben. Die Münchner haben einfach so viele gute Einzelspieler, dass man ein Powerplay unbedingt vermeiden muss.

Interview: Lena Meyer

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