EHC München

Pagé kritisiert: "Hier ist alles Doping"

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Münchens Trainer will bis zum Playoff-Start gesunde Spieler haben

München - Münchens Trainer will bis zum Playoff-Start gesunde Spieler haben.

Matt MacKay (23) sammelt Pucks. Wenn der Stürmer des EHC München trifft, nimmt er die Gummischeibe mit nach Hause. Doch er trifft nur selten, selbst im Trainingsspiel. Gegen Jochen Reimer gelang es einmal, gegen Niklas Treutle zweimal – in drei Wochen. „Das ist bitter für mich“, sagte er nach dem 5:1-Sieg gegen Schwenningen.

Er lachte trotzdem. Seine Sammlung hatte sich ja eben um einen Puck erweitert. Sein Treffer zum 2:1 war einer, „von dem ich meinen Kindern mal erzählen werde“, sagte MacKay. Weil es ein vorentscheidender war, der dem EHC „drei wichtige Punkte“ (Trainer Pagé) bescherte.

Bis vor einem Monat spielte Matt MacKay, dessen Vater Mark ein bekannter deutscher Nationalspieler war, für Schwenningen. „Ich habe hart gearbeitet, aber bin nicht vorwärts gekommen“ – darum der Wechsel nach München. Er dankte artig dem Münchner Führungszirkel „Herrn Winkler, Herrn Pagé und Helmut“ (gemeint war Co-Trainer de Raaf) für das Vertrauen. Er versprach außerdem, die Freude schon am Montag in „die Tasche wegzustecken und weiterzuarbeiten“.

Die Playoffs stehen vor der Tür, neun Spiele sind es bis dahin noch und „viele Schritte“ für ihn und seine Mitspieler, meint MacKay. Lerneffekte wie am Sonntag, als der EHC die Schwenninger dank gesteigerter Systemdisziplin niederrang, seien nun gefragt. „Als Mannschaft will man den Formgipfel erreichen, direkt wenn man in die Playoffs hineinkommt. Die Mannschaften, die sich steigern und verbessern, gewinnen die Meisterschaft. Das ist das Ziel.“ Einen Kader wie den des EHC habe er „noch nie gesehen“, schwärmt MacKay, „wir haben so viel Tiefe.“

Davon zeugt, dass der EHC den Sieg über Schwenningen ohne seinen besten Stürmer Alexander Barta erreichte, der mit Grippe ausfiel. Trainer Pierre Pagé erklärte, er wolle, auch wenn der EHC nur zwei Spiele in den nächsten dreieinhalb Wochen hat, nun „Druck auf die Ärzte machen. Sie sollen Barta Vitamine geben, man kann ja kein Doping benutzen.“ Es sei gerade zu diesem Zeitpunkt der Saison „wichtig, die Spieler jetzt gesund zu bekommen“. Pagé meinte weiter: „In Kanada hört man selten, dass Spieler krank sind.“ Dort könne man „Sachen verwenden, die sie nicht testen. Hier ist alles Doping.“

Erfolgserlebnisse in Form von Pucks und Glückwünschen, wie sie MacKay am Sonntag hatte, sind dagegen ein ganz legales Aufputschmittel.

Martin Wimösterer

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