Song "Happy" als Vorbild

Pagé: "Lächle und trete!"

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EHC-Trainer Pierre Pagé.

München - Pierre Pagé gilt als harter Hund. Die Spieler des EHC München können davon ein Lied singen. Doch nun schlägt Pagé ganz neue Töne an und sagt: „Ich sollte öfter fröhlich sein.“

Er hat sich einen Rat seiner Tochter zu Herzen genommen. Sie empfahl ihm den aktuellen Pop-Hit: Pharrell Williams’ Happy.

Das gibt es übrigens auch als 24-Stunden-Video. Das Lied wiederholt sich dabei aber nach vier Minuten – irgendwann nervt es. Zu viel Fröhlichkeit wird es bei Pagé nicht geben, denn er will sein Team „hungrig“ halten. Das Zitat geht entsprechend weiter: „Ich sollte öfter fröhlich sein – und hart zu den Spielern. Das ist alles, was wir sagen: Lächle und trete andere in den Hintern.“

Das gilt auch für die Ligakonkurrenz. Beim 7:5gegen Nürnberg ist das schon mal gelungen. Holzmann und Hinterstocker avancierten mit je zwei Treffern zu den Stars. Und das, obwohl sie beide zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen hatten. Hinterstocker hat noch eine Bandage am rechten Arm und erzählt: „Ehrlich gesagt war bisher in jedem Spiel eine Kleinigkeit.“ Doch der Stürmer ist als harter Arbeiter mit unbändigem Willen bekannt. Jochen Reimer dagegen war genervt. Er hatte mal wieder fünf Gegentreffer kassiert – trotz guter Leistung. Seine Vordermannen ließen den Torwart manchmal im Stich. Und dann pfiffen die Unparteiischen ein klares Foul an Reimer nicht, gaben stattdessen den 2:3-Anschlusstreffer für Nürnberg. Den traditionellen Siegestanz nach Spielschluss sparte er sich darum. Stadionsprecher Stefan Schneider sprang ein.

Trainer Pagé erzählte, angesprochen auf Reimers Rage, von einem 45:44 im American Football. Indianapolis’ Defensivkoordinator „hat sich nach dem Spiel hoffentlich nicht besoffen. Er hat 44 Punkte abgegeben – aber gewonnen.“ Die Moral von der Geschicht: „Was zählt, ist, zu gewinnen. Reimer muss lernen, diese verrückten Spiele manchmal zu akzeptieren.“

Auch Pagé hat sich wohl mit manchen Dingen abgefunden. Vor ein paar Tagen warf er den Spielern vor, den „Verlockungen“ Münchens zu erliegen und kündigte eine harte Gangart an. Nach dem 7:5 sagte der Trainer plötzlich: „Ich denke, die Spieler können tun, was auch immer sie wollen, solange sie bereit sind, zu spielen.“ Bereits heute Abend geht es für die Münchner in Hamburg weiter. Dort hat der EHC noch nie gewonnen.

wim

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