EHC in den Playoffs: Ein Fall für zwei…

Manager Christian Winkler (links) und Coach Pat Cortina
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Manager Christian Winkler (links) und Coach Pat Cortina

München - Gegen wen es ab dem 23. März im Playoff-Viertelfinale geht, steht derzeit noch nicht fest – klar ist aber schon jetzt, dass dieser Krimi aus Sicht des EHC München ein Fall für zwei wird:

Herzklopfen. Schweißnasse Hände im Dämmerlicht vor Spielbeginn. Gänsehaut auf den Unterarmen. Herzlich willkommen zum ersten echten Krimi der Saison! Herzlich willkommen in den Playoffs, EHC München! Gegen wen es ab dem 23. März im Viertelfinale geht, steht derzeit noch nicht fest – klar ist aber schon jetzt, dass dieser Krimi aus Münchner Sicht ein Fall für zwei wird. Für Trainer Pat Cortina und seinen Co. Peppi Heiß. Ein paar erste Auszüge aus dem Drehbuch:

Zweiter Tabellenplatz: Nur einen Sieg gegen Heilbronn am letzten Vorrundenspieltag hätte es gebraucht. Dann wäre der EHC Erster gewesen und hätte damit in einem Entscheidungsspiel im Playoff-Finale Heimrecht gehabt. Eins, zwei, einerlei – letzte Chance, schon vorbei. Gegen Heilbronn verloren, Tabellenführung endgültig futsch. Routinier Niklas Hede sagt aber: „Der Tabellenplatz juckt mich überhaupt nicht. Wenn ich gewinnen will, muss ich überall gewinnen.“

Zwei Torhüter: In der nächsten Woche werden sich Cortina und Heiß für den Playoff-Auftakt entweder auf Sebastian Elwing oder Jochen Vollmer festlegen. Diese Entscheidung sei noch nicht gefallen, betont das Trainer-Duo. Beide Torhüter spielen bisher insgesamt eine passable Saison und haben im Schnitt am wenigsten (Vollmer) oder drittwenigsten (Elwing) Gegentore pro Spiel bekommen. Dass beide zuletzt aber nicht immer glücklich aussahen, lag auch an der Verteidigung. Die verunsicherte Defensive war nämlich der wunde Punkt des EHC.

Zweikampfschwäche: Derzeit ebenso offensichtlich wie falsches Stellungsspiel und fehlendes Glück. Im letzten Saisonviertel kassierte der EHC durchschnittlich knapp 2,5 Gegentor pro Spiel – in der restlichen Saison nur einen Hauch mehr als zwei. Torwart Vollmer nimmt die Defensive in die Pflicht: „Bei unseren Erfahrungswerten darf das nicht passieren. Wir müssen kritisieren lernen und die Kritik dann auch annehmen.“

Zwiespalt im Kopf: Stürmer Hede sagt ganz offen: „Im Kopf waren wir in der letzten Zeit schon ein bisschen in den Playoffs. Ich weiß, wir hätten das nicht sein sollen, aber…“ Immerhin: Diese Playoff-Blockade erledigt sich jetzt ja eh von selber. Und Trainer Cortina wird sich vorsehen, dass in die Spielerköpfe nicht die Idee einzieht, der EHC stehe schon im Finale…

Zweifel: Die waren der Mannschaft im ersten Drittel gegen Heilbronn anzumerken. Selbstzweifel. Hadern mit sich selbst und dem Glück. Torhüter Vollmer war bei der Massage nach dem Spiel immer noch wütend: „Ich kriege die Scheibe in die Fresse, sie springt von meiner Maske ab, direkt einem Gegner auf den Schläger – 0:1. Dann gleich das 0:2 hinterher – das ist eine Schocksituation für die Mannschaft.“ Nach dem gelungenen letzten Drittel, als der EHC die Heilbronner an die Wand spielte, waren Spieler und Trainer aber optimistischer. Vollmer: „Es gibt keine Ausreden mehr. Wer jetzt am härtesten arbeitet, der gewinnt die Meisterschaft.“

Martin Wimösterer

Quelle: tz

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