"Als wäre ich nie weggewesen"

Rückkehrer Zach schimpft und jubelt gegen EHC

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Hans Zach.

Mannheim - Ex-Bundestrainer Hans Zach hat mit den Mannheimer Adlern im ersten Heimspiel den ersten Sieg gefeiert - gegen den EHC München.

Hans Zach gestikulierte, schimpfte, tobte, jubelte - das Trainer-Urgestein war ganz in seinem Element. „Es war so, als wäre ich nie weggewesen“, sagte der prominente Rückkehrer nach seinem durchwachsenen Einstand an der Bande der Mannheimer Adler in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nach dem ärgerlichen 2: 3 in Krefeld hatte der 64-Jährige immerhin bei seinem Heimdebüt Grund zur Freude: Beim 3:0 gegen Red Bull München lief schon vieles so, wie Zach es sich vorstellt.

„Meine Spieler haben tollen Einsatz gezeigt. Sie waren hungrig. Es wollen alle“, bilanzierte der ehemalige Bundestrainer nach dem Heimsieg. Am Freitag in Krefeld hatte Zach noch wenig geändert, am Sonntag krempelte er die Mannschaft um. „Ich habe Spieler gesehen, die gut gekämpft haben“, meinte der Nachfolger des an Silvester gefeuerten Harold Kreis: „Aber es gibt in dieser Liga auch einige Alibispieler. Ein Laie sieht so etwas nicht, aber ich bin Fachmann und erkenne das. Diese Spieler haben dann ein Problem.“

Im Team machte der Tölzer „ein paar Ressentiments“ aus. Er müsse aber erst noch feststellen „von welcher Seite“. Wen Zach im Auge hat, behielt er für sich, er werde „alles intern“ besprechen und regeln.

Ob ihm sein Comeback nach dreieinhalb Jahren Spaß gemacht habe? „Spaß habe ich daheim mit meinen Enkelkindern.“ Die Freizeit, die er zuletzt hatte, vermisse er nicht: „Gott sei dank schneit es zur Zeit nicht in meiner Heimat, sonst würden mir meine Bergtouren schon abgehen.“

Im Spiel gegen München bekamen die 12.337 Zuschauer schon einmal einen Vorgeschmack auf das Eishockey, das Zach sehen will. Taktisch diszipliniert und gut organisiert vor allem im eigenen Drittel, ließen die Mannheimer kaum Torchancen der Gäste zu - die wenigen machte Nationaltorwart Dennis Endras zunichte.

In der Offensive war eine gehörige Portion Glück im Spiel: Erst bugsierten die Münchner nach einem Schuss von Kai Hospelt die Scheibe ins eigene Tor (30.). Dann - nach dem 2:0 durch Jon Rheault (36.) - sprang der Puck von Hospelts Allerwertestem ins Netz (41.), „den habe ich mit meiner linken Pobacke reingemacht“.

Der offiziell als Doppeltorschütze geführte Stürmer fasste die Veränderungen unter Zach treffend zusammen: „Auch bei Kreis bin ich nicht rumgelaufen, wie ich wollte. Aber es ist ein ganz anderes System, viel defensiver.“

Während Hospelt den „Alpenvulkan“ aus gemeinsamen Kölner Zeiten bestens kennt, machte Verteidiger Florian Kettemer seine ersten Erfahrungen mit dem knorrigen Tölzer. „Er hat natürlich schon eine aufbrausende Art, so ist er einfach“, stellte der 27-Jährige fest: „Er motiviert wahnsinnig und will jeden Spieler besser machen.“

Wie viel besser dadurch die Adler werden, wollte der neue Trainer noch nicht prognostizieren. „Wir wollen einen Platz unter den ersten Zehn haben“, formulierte er extrem vorsichtig: „Dann können wir noch viel erreichen.“ Derzeit belegt Mannheim den sechsten Rang und wäre damit direkt für das Viertelfinale qualifiziert.

sid

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