EHC schlägt die Pinguine aus Krefeld

München - Der EHC München hat am Dienstagabend die Pinguine aus Krefeld besiegt. Doch für einen Spieler rückte der Erfolg in den Hintergrund.

Es war von Anfang an klar, dass es ein trauriger Abend werden würde. Für den Spieler, der das Trikot mit der Nummer 97 beim EHC München trägt. Im Heimspiel gegen die Pinguine aus Krefeld hing besagtes Leibchen nämlich ganz alleine in der Kabine, als der Aufsteiger mit 4:2 gegen die bis dato auf Rang fünf liegenden Gäste gewann. Und der Spieler, Top-Stürmer Neville Rautert, der normalerweise darin übers Eis der Hartgummischeibe hinterher jagt? Er stand das erste Drittel hinter dem Plexiglas bei der Zeitnahme, beobachtete den zweiten Durchgang von der Haupttribüne aus.

Stunden zuvor hatte er die Hiobsbotschaft von Teamarzt Robert Kilger bekommen: Spielverbot bis auf weiteres. Der Grund: Die zweite böse Gehirnerschütterung die er sich innerhalb von zwei Montan einhandelte. Im Auswärtsspiel am vergangenen Sonntag in Wolfsburg wurde er durch einen Check von hinten übelst außer Gefecht gesetzt. Verständlich, dass der 28-jährige nur mit traurigen Augen in das Rund der Halle, in dem sich 3.057 Zuschauer eingefunden hatten, blickte.

Das 1:0 (36.), das Stephane Julien in Überzahl erzielte, nahm er regungslos hin. „Natürlich freue ich mich für das Team aber ich spiele schon wieder nicht“, sagt er in der zweiten Drittelpause mit stockender Stimme, schluckt und sagt: „Ich bin lieber auf dem Eis oder der Bank als auf der Tribüne.“ Wann er wieder angreifen will? Da entkommt dem Gesicht, das unter der schwarzen Mütze hervor sieht wohl das einzige kleine Lächeln des Abends: „Am liebsten morgen, aber ich habe immer noch Kopfschmerzen. Wenn die einmal weg sind und der Arzt grünes Licht gibt, dann werde ich wieder trainieren. Es geht halt nur Schritt für Schritt.“

Und dabei hätte er seiner Mannschaft schon gegen Krefeld helfen können. Besonders in Abschnitt Nummer eins, als alles sehr zerfahren wirkte. Oder wie Manager Christian Winkler es ausdrückte: „Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt sehr von Taktik geprägt.“ Es gab auf beiden Seiten, trotz etlicher Überzahlmöglichkeiten, keine großen Torchancen. Dem 1:0 von Julien folgte kurz nach Beginn des letzten Drittels der zweite Streich, Torschütze war Dylan Gyori (41.). Krefeld kam wenig später durch Andreas Driendl zum Anschlusstreffer (42.). Doch abermals war es Dylan Gyori der zehn Minuten später den Zwei-Tore-Abstand wieder herstellte. Das 3:2 (58.) der Gäste kam zu spät denn Eric Schneider gelang mit einem Empty-Net-Treffer das entscheidende 4:2.

Patrik Malberg

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