Schlüsselspiel zum Start

- Turin - Bronze-Traum oder brave Trostrunde: Im allerersten olympischen Eishockeyspiel von Turin geht es für die deutschen Frauen am Samstag (13.00 Uhr) bereits um alles oder nichts. Mit einem Sieg über Favorit Finnland könnte der WM-Fünfte den Weg für den erstmaligen Einzug in das Halbfinale eines großen Turniers ebnen.

"Wir wollen unsere Chance nutzen, um die Medaillen mitzuspielen. Bisher ist uns noch kein Sieg gegen Finnland gelungen, aber wir werden versuchen, das zu ändern", sagte Kapitän Christina Oswald nach dem Abschlusstraining am Freitag. "Der fünfte Platz ist realistisch, aber man muss Träume haben", fügte Torjägerin Michaela Lanzl hinzu. Gegen Weltmeister USA ist am Sonntag eine hohe Niederlage eingeplant, zum Vorrundenabschluss gegen die Schweiz am Dienstag dann ein Erfolg.

Bundestrainer Peter Kathan hofft nicht zuletzt auf Michaela Lanzl, um das größte deutsche Manko zu beseitigen: das Toreschießen. Die 22Jährige verbessert inzwischen an der Universität von Minnesota-Duluth in den USA ihr Können und war sowohl beim Olympia-Debüt mit Platz sechs in Salt Lake City als auch bei der vergangenen Weltmeisterschaft treffsicherste deutsche Spielerin.

Beim 4:0 gegen den international zweitklassigen Olympia-Gastgeber Italien konnte das DEB-Team am Mittwoch zwar nicht überzeugen, doch gegen Finnland müssen die Deutschen nicht das Spiel machen. Kathan will vor Torhüterin Stephanie Wartosch-Kürten einen Catenaccio aufbauen und so lange wie möglich zu Null spielen. "Wir müssen ein Drittel oder mehr kein Tor bekommen. Wenn die Zeit für uns spielt, wird vielleicht auch eine starke Mannschaft nervös", sagte der Vater von Klaus Kathan. Der derzeit beste deutsche DEL-Torjäger traf am Donnerstag mit den deutschen Männern im Olympischen Dorf ein.

Vor dem Auftakt in Turins Messehalle, in der eine Eisfläche installiert wurde, ist Kathan aber auch Realist. Nach dem 0:2 gegen eine finnische U 22-Auswahl in der Vorbereitung wäre er selbst mit einer knappen Niederlage gegen den Olympia-Dritten von 1998 nicht unzufrieden. Christina Oswald weiß allerdings um die Außenwirkung eines Überraschungs-Coups: "Wir sind auch hier, um Werbung für das deutsche Frauen-Eishockey zu betreiben."

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