Schmid schrecken "zu viele Risiken"

- VON PETER BORCHERS Geretsried - Gerade ist der Zwist zwischen TuS-Hauptverein und -Eissportsparte wegen der Schulden der kostenintensiven Abteilung beigelegt, da steht dem Geretsrieder Eishockey die nächste Belastungsprobe ins Haus. Knapp einen Monat vor den Vorstandswahlen droht ein Führungsproblem: Spartenchef Burkhard Pappers steht für eine weitere Amtszeit nicht mehr bereit. Hans Schmid aber, auf den sich in den vergangenen Wochen die TuS-Oberen mehr und mehr als Wunschkandidat eingeschossen hatten, will`s nicht werden. "Nein, definitiv", sagte Geretsrieds ehemaliger Bürgermeister gestern Mittag auf Anfrage.<BR>

<P>Am Montag tagten wieder einmal die Spartenführung und jene Freiwilligen, die in der nächsten Amtsperiode Engagement und Kompetenz einbringen möchten, damit das Geretsrieder Eishockey nicht dahinsiecht. Mit dabei Christian Ott, ehemaliger Verteidiger der River Rats und als Inhaber eines Fachgeschäfts auch von Berufs wegen am Fortbestand des Eissports in der Stadt interessiert. Ott empfand die Atmosphäre in der Sitzung "sehr positiv". Viele Leute hätten ihr Mitwirken in verschiedenen Positionen in Aussicht gestellt, "nur der Kopf fehlte noch". Den glaubte man mit Hans Schmid, der ebenfalls wieder erschienen war, zu gewinnen. "Wir haben ihm auf den Zahn gefühlt", sagte Christian Ott gestern Vormittag, Schmid wolle demnächst seine Entscheidung bekannt geben.<P>Das tat der ehemalige Geretsrieder Rathauschef mittags. Seine Absage teilte er telefonisch Burkhard Pappers mit. Gegenüber unserer Zeitung erläutert er die Gründe. Die Führung der Abteilung berge "zu viele Risiken", fürchtet Schmid. Nachdem er die Zahlen eingesehen habe, sei ihm klar, dass der TuS "vor einer entscheidenden Saison" steht. "Die Kosten müssen nochmals drastisch gesenkt werden", das werde sich auf die Qualität der ersten Mannschaft auswirken. "Wie aber würde die Öffentlichkeit auf den sportlichen Rückschritt reagieren?", sorgt sich Schmid um die persönliche Reputation und gibt selbst die Antwort: Es werde dann zwangsläufig "der Name Schmid ins Spiel" gebracht, "da kann`s im Nachwuchs noch so gut laufen. Die Fans schauen halt auf die erste Mannschaft."<P>Leicht gemacht hat es sich der 49-Jährige nicht. Sein Herz hängt am Eissport, in den vergangenen Wochen hat er als Schlichter dazu beigetragen, dass der Hauptvorstand um Gerd Münster und die Fraktion um Pappers ihre Differenzen um Geld und Streitkultur begruben. Je mehr er in der Rolle des Mediators aufging, "umso größer wurde der Druck auf mich", sagt Schmid. Am Montag habe man ihn "bis 23 Uhr bearbeitet", so dass er sein eigentlich schon da feststehendes Nein "nochmals zu überschlafen" versprach. Aber es blieb bei der Absage, Schmid brachte mit ihr "eine leidige Sache zu Ende" - wozu ihm "das Horoskop im Merkur" gestern geraten hatte.<P>"Schwer enttäuscht" ist Burkhard Pappers. Er könne Schmids Beweggründe "nicht verstehen", grummelte der scheidende Eishockeychef frustriert in den Telefonhörer. Nun geht die Suche nach seinem Nachfolger von vorne los. "Nächsten Dienstag treffen wir uns alle wieder. Dann schauen wir weiter." Zuversicht klingt anders.<P>

Quelle: Merkur.de

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