Schweden auf Spuren des Gold-Teams 1994

- Turin - Zwölf Jahre nach ihrem einzigen Olympiasieg greifen Schwedens Eishockey-Stars wieder nach Gold. Der siebenmalige Weltmeister setzte sich im Halbfinale von Turin 7:3 (2:1, 4:2, 1:0) gegen den aktuellen WM-Titelträger Tschechien durch und kann am Sonntag (14.05 Uhr) seinen Triumph von 1994 in Lillehammer wiederholen. Der Finalgegner wurde am Abend zwischen Russland und Finnland ermittelt. Das tschechische Starensemble um Jaromir Jagr muss dagegen mindestens weitere vier Jahre auf den zweiten Olympiasieg nach 1998 warten. Für den elfmaligen WM-Champion, der schon seine vierte Niederlage in Turin kassierte, geht es am Samstag (20.35 Uhr) nur noch um Bronze.

Vor 8071 Zuschauern im Palasport Olimpico erzielten Fredrik Modin (1.), Per Johan Axelsson (14.), Henrik Sedin (22.), Christian Bäckman (24.), Jörgen Jönsson (28.), Daniel Alfredsson (39.) und Tomas Holmström (57.) die Tore für die "Tre Kronor". Für die insgesamt enttäuschenden Tschechen, die vor allem in der Defensive eklatante Schwächen offenbarten, trafen Filip Kuba (4.), Ales Hemsky (31.) und Vaclav Prospal (32.).

Jagr und Co. waren noch gar nicht richtig auf dem Eis, da lagen sie schon zurück. Völlig ungestört kombinierten Mats Sundin und Peter Forsberg; Modin hatte keine Mühe, bereits nach 34 Sekunden Torhüter Milan Hnilicka zum ersten Mal zu überwinden. Der 32-Jährige, der als einziger Spieler des tschechischen Teams nicht bei einem NHL-Klub unter Vertrag steht, hatte erneut den Vorzug gegenüber dem schwächelnden Tomas Vokoun erhalten.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Beim Ausgleich durch Kuba half Schwedens Schlussmann Henrik Lundqvist allerdings mit, als er die Scheibe durchrutschen ließ. Sechs Minuten später hatte der Goalie der New York Rangers, der auf vier Klubkollegen traf, Glück: Petr Cajanek verfehlte bei einem Alleingang das Tor. Bei der erneuten Führung der "Tre Kronor" lenkte Axelsson einen Schlagschuss von Verteidiger Nicklas Lidström unhaltbar ab.

Im zweiten Drittel wurde das Spiel zum offenen Schlagabtausch. Die Schweden profitierten bei ihren Toren durch Henrik Sedin und Bäckman von Torwartfehlern Hnilickas. Nach dem 5:1, einer Koproduktion der Brüder Kenny und Jörgen Jönsson, nahm Trainer Alois Hadamczik Hnilicka vom Eis und brachte Vokoun. Das war das Signal für den Weltmeister, sich noch einmal zurückzumelden: Hemsky und Prospal machten es wieder spannend. Doch Alfredsson fünftes Turniertor nach glänzender Vorarbeit von Axelsson, der über die gesamte Eisfläche stürmte, machte die tschechischen Bemühungen wieder zunichte. Im letzten dritten Drittel geriet der Sieg der Schweden nie in Gefahr.

Insgesamt sieben Olympiasieger von 1998 hatte Tschechiens Coach aufgeboten. Noch drei Goldmedaillengewinner von Lillehammer standen im schwedischen Team.

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