Seifert: Das Meister-Doppel

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Patrick Seifert (Mitte) enttäuscht vor rund einem Jahr - 2010 soll es nun klappen mit dem EHC-Titel

München - Schöner geht nicht. Die Eishockey-Playoffs laufen – und Patrick Seifert hat gewissermaßen die Chance auf gleich zwei Meistertitel…

Seifert sieht sich selbst gerade als „den Nothelfer“. In der Tat wird er in dieser Saison immer dorthin gerufen, wo er gerade gebraucht wird. Sei es bei seinem Heimatklub Augsburg. Sei es beim EHC München, wo er dank Förderlizenz zum Einsatz kommt. Als Verteidiger ohne festen Partner – oder, wenn es sein muss, auch mal als Stürmer. „Er ist nicht ganz so einfach, wenn man sich bei jedem Wechsel auf einen anderen Partner einstellen muss. Ich denke aber, das klappt ganz gut“, sagt er.

Seifert ist Nothelfer, aber weit mehr als ein Notnagel. Der gebürtige Augsburger, der am Donnerstag seinen zwanzigsten Geburtstag gefeiert hat, ist ein großes Talent. „Er hat fast alle Qualitäten, nur die Erfahrung fehlt ihm noch“, lobt beispielsweise Teamkollege Patrik Vogl.

Seifert war mehrfach mit Jugendnationalmannschaften im Einsatz. Im Winter sollte er eigentlich bei der U 20-Weltmeisterschaft mitspielen, wurde dann aber kurz zuvor aus dem Kader gestrichen: „Das hat mich ein bissl geärgert, weil es ja bei der U18 damals genauso lief.“ Seifert weiß aber, wie man auf solche Situationen reagieren muss: Damals wandelte er den Frust in Motivation um und trumpfte beim EHC groß auf!

Die Beharrlichkeit soll sich für Seifert nun auszahlen: Er könnte das Meister-Doppel holen. Mit dem EHC und mit den Augsburger Panthern, für die er 20 Mal in dieser Saison spielte. „Das ist für mich die perfekte Situation“, sagt Seifert: „Ich verfolge das schon, was die Augsburger machen und telefoniere mit meinen Kumpels von dort.“

Auch andere Münchner Spieler mit Förderlizenzen haben ein paar Mal für Augsburg gespielt, auch sie könnten jetzt Doppel-Meister werden. Der Münchner Sportchef Christian Winkler hofft, „dass sich die Jungs auf den EHC fokusieren“. Bei Seifert funktioniert das ganz sicher – er ist schon sei Tagen heiß auf die Duelle gegen Schwenningen. Seine Gefühle in der Final-Serie: „Ein bisschen nervös ist man immer. Wir werden wegen Schwenningen aber nicht unsere Taktik komplett umwerfen. Wir werden unser Spiel machen, dann bin ich ganz optimistisch.“

Martin Wimösterer

Quelle: tz

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