1. kreisbote-de
  2. Sport
  3. Eishockey

Not-OP! Skandal vor EHC-Derby

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Ausgetickt: Straubings Co-Trainer Bernie Englbrecht. © Stefan Matzke / sampics-tz

München - Prügelei mit folgender Not-OP am Rande der Altbayern-Derbys! Vor dem Spiel zwischen dem EHC und den Straubing Tigers gingen mit dem Co-Trainer der Gäste die Nerven durch.

Das Spiel zwischen dem EHC München und den Straubing Tigers galt, gemessen am üppigen Polizeiaufgebot um die Eishalle, als Risikospiel. Aber es krachte nicht zwischen den Fan-Lagern, sondern zwischen Straubings Co-Trainer Bernie Englbrecht und einem Ordner.

Folgenden Vorfall erzählten der tz mehrere Augenzeugen, die in und oberhalb des Betriebshofs auf das Spiel warteten: Englbrecht fuhr mit dem Auto in den Hof hinter der Halle, wo stets auch der Spielerbus der Gäste parkt. Der Ordner Georg Lenhart der Firma Securitas soll Englbrecht mitgeteilt haben, dass er dort (auf den Schiedsrichter-Parkplatz) nicht hineinfahren dürfe. Englbrecht soll ausgestiegen sein. Danach soll es zur Auseinandersetzung gekommen sein.

Was genau passierte, darin unterscheiden sich die Augenzeugenaussagen gegenüber der tz leicht. Etwa darin, ob Englbrecht ein- oder zweimal in Richtung des Ordners geschlagen haben soll. Unsicher ist dazu, ob der Ordner auch selbst tätig wurde. tz-Informationen besagen: Englbrecht traf den Ordner mit der Faust am Hals, Lenhart wurde im Krankenhaus in Aichach notoperiert.

Auch sportlich ein Schlag ins Gesicht

Die Polizei vor Ort bestätigte gegenüber der tz den Vorfall und konkretisierte, dass sich die beiden Streitparteien wechselseitig angezeigt hätten. Die Beamten hatten umgehend die Ermittlungen aufgenommen und zahlreiche Augenzeugen, darunter auch Spieler, befragt.

Englbrecht, der während der Spielerkarriere von den gegnerischen Fans mit „Psycho“-Rufen bedacht wurde, coachte während des Spiels auf der Bank. Zur Pressekonferenz kam er nicht, dem Merkur sagte er: „Ich weiß von nichts.“ Außer der Anreise und dem Spiel sei nichts vorgefallen. Sein Chef Dan Ratushny leugnete den Vorfall dagegen nicht, sagte aber: „Ich war nicht da und habe nicht alle Fakten.“ Darum: Kein Kommentar.

„Das war ein guter Schlag ins Gesicht“, sagte EHC-Trainer Pierre Pagé, freilich über das Derby. Denn gespielt wurde ja auch. Und Straubing, das die Playoffs schon verpasst hatte und vier Stammkräfte an ausländische Klubs verliehen hat, gewann dank starker Defensiv-Arbeit verdient mit 2:0 (Tore: Stewart, Wöhrle). Pagé erhofft sich einen heilsamen Effekt, er glaubt sein Team sei eines, „das solche Niederschläge braucht“.

Der EHC hat keine Chancen mehr auf den direkten Playoff-Einzug, hat aber zumindest Heimrecht in den Pre-Playoffs.

wim

Auch interessant

Kommentare