Spielabbruch in Rosenheim

Riesen-Eklat: Riessersee geht vom Eis - Spielabbruch

Rosenheim - Die Partie Starbulls Rosenheim gegen den SC Riessersee ist abgebrochen worden. Der Grund: Die Garmischer verließen nach dem ersten Tor das Eis.

Weil sich Ersatz-Torhüter Markus Eberhardt, eigentlich Außenstürmer der vierten Reihe, beim Führungstor der Rosenheimer durch Shawn Weller an der Schulter verletzte, ging der SC Riessersee, nach nur 2.37 gespielten Minuten geschlossen vom Eis. Kurz darauf bracht Schiedsrichter Ralph Bidoul die Partie ab. Ein zweiter Torhüter stand dem SCR nicht zur Verfügung, nachdem die etatmäßigen Goalies Bryan Hogan, Niklas Treutle, Korbinian Sertl und Daniel Schmidt entweder verletzt oder krank ausgefallen waren. Nachdem Weller getroffen hatte, signalisierte Eberhardt – er trug die Montur von NHL-Torwart Rick DiPietro – SCR-Trainer Toni Krinner das Ende seiner Karriere als Schlussmann. Bei der Untersuchung im Beisein von Schiedsrichter Bidoul durch Sanitäter und Rosenheimer Ärzte in der SCR-Kabine stellte sich heraus, dass sich Eberhardt beim Abwehrversuch des Schusses von Robin Weihager eine Schulterverletzung zugezogen hat. „Die muss unbedingt geröntgt werden. Eberhardt kann am Sonntag gegen Kaufbeuren auf keinen Fall eingesetzt werden“, sagt Krinner.

Nachdem die Riesserseer vom Eis gegangen waren, tobten die Rosenheimer Zuschauer im Kathrein-Stadion. Aber auch die SCR-Fans vergaßen ihre gute Kinderstube und zündeten Böller. Im und um das Stadion hielten sich verstärkte Kräfte von Ordnern und der Polizei auf. Die musste dem SCR-Bus bei der Abfahrt den Weg freimachen, weil aufgebrachte StarbullsFanatiker eine Blockade versuchten und Bierbecher gegen die Fensterscheiben warfen. Eine Polizeieskorte geleitete den Mannschaftsbus bis zur Autobahn.

Vor und nach dem Spiel versuchte die Vorstandscrew der Rosenheimer – sie hatte sich geweigert, das Spiel zu verlegen – ihr Vorgehen zu rechtfertigten. Sie hätten SCR-Manager Ralph Bader eine Heimspielverlegung angeboten, auf die Bader nicht eingegangen sei. Diese Behauptung nennt Bader eine Unwahrheit. „Darüber ist weder mit Herrn Graue noch mit Herrn Aicher gesprochen worden.“ Bader räumte ein, er wäre im Sinne des Sports wohl sogar darauf eingegangen. Doch mutmaßt er, die Starbulls-Macher benutzten alle im Laufe des Freitags geäußerten Statements nur, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken. „Sie haben wohl gemerkt, dass sie mit ihrer Art in der Öffentlichkeit nicht sonderlich gut wegkommen werden.“

Anstatt das eigene Publikum auf einen möglichen Spielabbruch in der Frühphase der Partie hinzuweisen, wurde weiter fleißig gegen den SC Riessersee gewettert. Bader verwehrte sich noch einmal strikt gegen den schwarzen Peter. Toni Krinner hielt fest, dass es einzig der SC Riessersee sei, der „im Endeffekt drei Punkte abgibt“ und das keine Absicht sei. Doch stießen die Riesserseer mit ihren Versuchen der Klarstellung auf taube Ohren. Um eine Hetzjagd zu vermeiden, blieben Krinner und Bader der Presserkonferenz fern.

Die wichtigste Erkenntnis dieses denkwürdigen Abends: Das Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren (Sonntag, 17 Uhr) findet in jedem Falle statt. Der SCR-Geschäftsführer kündigte die Rückkehr von wenigstens einem der virusgeplagten Schlussmänner – entweder Sertl oder Schmidt – an. „Vielleicht mag der Begriff fit dann nicht ganz den üblichen Normen entsprechen.“ Doch sei es etwas anderes, ob ein mittwochs erkrankter Spieler bis Freitag oder bis Sonntag wieder hergestellt ist.

Von Oliver Rabuser und Peter Reinbold

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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