So soll der EHC-Ortswechsel ablaufen

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Schwenningen müsste auch Trainer Pat Cortina übernehmen

München - Kein Geld, keine Unterstützung, keine Perspektive - wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird der Standort München in Kürze zum dritten Mal von der Landkarte der DEL verschwinden.

Die Geschichte wiederholt sich.

Am Montag entschieden maßgebliche Politiker in München: Ein Einstieg der Landeshauptstadt über eine Tochterfirma wie etwa die Stadtwerke komme nicht in Frage. Angeblich soll über eine Summe von 800.000 Euro gesprochen worden sein - Geld, mit dem keine Profisport-GmbH unterstützt werden soll. Die Reaktion des EHC darauf war ähnlich eindeutig: „Die Gesellschafter sehen somit zurzeit nur noch die Option eines Umzugs des Klubs, gegebenfalls in Zusammenhang mit einem Eigentümerwechsel.“

Theoretisch hätte der EHC noch Zeit bis zum 24. Mai, um die für die Lizenz erforderlichen Unterlagen bei der DEL einzureichen - doch das werden nun wohl andere tun. Der bisherige Zweitligist Schwenningen will den EHC übernehmen - Mannschaft, Trainer und die 800.000 Euro teure Lizenz. Der Standort gilt als DEL-tauglich. Die Gesellschafterversammlung der DEL müsste mit einer Mehrheit von drei Vierteln zustimmen, aber daran wird es nicht scheitern. Lieber einen Standort im Schwarzwald als insgesamt nur 13 in Deutschland.

Der EHC München, so ist zu hören, hat die vergangene Spielzeit, die erst seine zweite in der DEL war, nach dem Verpassen der Play-offs mit einem Minus von drei Millionen Euro abgeschlossen. Die drei Gesellschafter Waldemar Jantz, Michael Phillips und Jürgen Bochanski sahen sich nicht mehr in der Lage, diese Lücke gemeinsam zu schließen. Jantz hatte außerdem seinen Ausstieg angekündigt. Auch Bochanski, über Jahrzehnte ein Macher im Münchner Eishockey, wollte sich nicht mehr so stark engagieren.

„Es ist schwierig, sagen zu müssen: Es hat nicht gereicht“, sagte Bochanski der Süddeutschen Zeitung. Es hat schon früher nicht gereicht. 1994 meldeten die Maddogs Insolvenz an. Nur 27 Spiele, nachdem sie als Hedos München die deutsche Meisterschaft gewonnen hatten, kam im Dezember das Aus. Die Barons, die ab 1999 als Lizenz-Nachfolger der Landshut Cannibals in der DEL spielten, gewannen die deutsche Meisterschaft 2000, wurden dann allerdings von der Anschütz-Gruppe nach Hamburg versetzt. Dort spielen sie seit 2002 als Freezers.

Erst machten die Maddogs München pleite, danach verschwanden die München Barons, jetzt macht der EHC München den Laden dicht.

Drei Klubs, drei ehrgeizige Versuche, ein Schicksal: Zum dritten Mal bereits muss die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ihren Standort München aufgeben. „Das ist ärgerlich“, sagt der neue DEL-Kommunikationsdirektor Matthias Schumann, „München ist ein toller Standort, aber offenbar funktioniert Eishockey dort nicht.“ Es sieht danach aus.SID

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