Am Sonntag gegen Nürnberg

Stoppt der EHC die Sturm-Maschine?

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152 Tore schossen die Nürnberger um Patrick Reimer.

München - Für den EHC Red Bull München heißt es an diesem Wochenende: Willkommen zum großen Schützenball!

 Nach dem Freitagskracher gegen Krefeld, das mit der „Zirkus Krone“-Reihe das gefährlichste Sturm-Trio der Liga stellt, kommt am Sonntag Nürnberg (17.45 Uhr, Eishalle, und live auf ServusTV). Und, ­obacht, EHC: Die Ice Tigers sind die Tormaschine der Liga!

152 Tore schossen die Nürnberger um Patrick Reimer in den bisherigen 44 Partien – genau drei pro Partie. Und auch die Münchner um Alex Barta sind äußerst offensivstark: Mit 146 Toren liegt der EHC ligaweit auf Rang zwei.

Den Fans steht also ein Derby mit offenem Visier ins Haus. Wie schon beim Aufeinandertreffen vor einem Monat, als der EHC 7:5 gewann.

Die bisherigen Vergleiche waren immer so eng, wie es der Tabellenstand vermuten lässt: Sechs Punkte lagen die Franken als Tabellenfünfter vor den Freitagsspielen vor den siebtplatzierten Oberbayern. Ein Sieg ist für die Münchner Pflicht im Kampf um die direkten sechs Play-off-Plätze. Und die sind das erste Saisonziel!

EHC-Coach Pierre Pagé meint: „Hauptrunde ist Hauptrunde. Sie ist eine Vorbereitung, es gibt danach noch drei Saisons: Viertelfinale, Halbfinale, Finale. Dass wir gut in den Play-offs sind, das ist unser Ziel. Dafür müssen wir bereit sein.“

"Die Spieler waren böse, am Ende haben wir gewonnen"

Er ließ seine Truppe darum auch während der knapp zweiwöchigen Olympia-Pause ordentlich schwitzen. Nicht jedem schmeckte die Schufterei, die anders ist als bei anderen Eishockeyklubs. Co-Trainer Helmut de Raaf sagt: „Wir machen sehr viel Ausdauertraining, was sehr ungewöhnlich ist unter der Saison. Damit motivieren wir die Spieler, die oft zweifeln: Dass es sich in den Playoffs auszahlt, was wir jetzt gemacht haben.“

Pagé argumentiert mit seiner Erfahrung: Man wisse, was man tue. Er verweist auf die satte Titelsammlung des Trainer-Duos. Bei ihm selbst „war es immer so: Die Spieler waren böse, am Ende haben wir gewonnen.“

Eins gilt es aber – gerade gegen Nürnberg – da noch zu beherzigen: Die Defensivarbeit, die auch systembedingt oft verbesserungswürdig war.

Pagé sagt: „So ist es in Amerika auch: Die Spieler wollen in der Hauptsaison keine Verteidigung spielen. Wenn sie gewinnen wollen, müssen sie auch noch verteidigen.“

Aber das Motto „Verteidigung bringt Titel“ gilt für den Coach nur bedingt. Für Pagé ist wichtiger, dass „wir Tore machen können. Tore schießen ist kompliziert, aber wir können das. Die Differenz zwischen Tor und Gegentoren macht den Unterschied.“ Er plant pro Spiel mit vier Treffern bei zweieinhalb Gegentreffern. „Das ist die Meisterschaftslösung. Wer weiß, vielleicht gibt es heuer eine schöne Überraschung.“

Martin Wimösterer

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