„Ich habe ich mich nach der Regelung erkundigt“

Trotz Maulkorb: Jetzt spricht EHC-Keeper Leggio über seine Skandal-Aktion

Trotz eines vom Verein verhängten Maulkorbes hat sich David Leggio vom EHC Red Bull München zu seiner weltweit beachteten Skandal-Aktion gegen Bremerhaven geäußert. 

Eigentlich verpasste der EHC Red Bull München seinem Keeper David Leggio nach dem 5:2-Erfolg über Bremerhaven einen Maulkorb. Der 33-Jährige sollte kein Statement abgeben zu seiner Aktion, die er beim Stand von 1:1 abgeliefert hatte. Leggio hatte das Tor aus der Verankerung geschoben, um so einen Konter der Gäste zu unterbinden. Sie verursachte nicht nur in Deutschland, sondern weltweit Schlagzeilen, sie wurde als unfair und skandalös bezeichnet - doch der Übeltäter sollte schweigen.

Bis zum Montag, denn da äußerte er sich in der Sendung „NHL today“ des kanadischen Fernsehsenders „NHL Network“ trotz des Maulkorbes von Vereinsseite zu der Aktion, die er 2014 bereits in der American Hockey League (AHL) brachte und aufgrund derer das Regelwerk dort angepasst wurde. „Ich dachte, es gebe eine Zwei-auf-null-Situation“, erklärte Leggio den Schachzug gegen Bremerhaven und bezog sich auch auf die Spielsituation vor drei Jahren. „Deshalb habe ich lieber den Penalty in Kauf genommen als diese Situation.“ Die äußerst kritischen Kommentare in den sozialen Netzwerken habe er gesehen, diese seien „keine schönen Sachen“ gewesen. „Ich wollte einfach dem Team helfen.“ Das tat er, denn wenige Minuten später führte der EHC 3:1 und gewann die Partie am Ende. Die Deutsche Eishockey-Liga prüft derzeit eine Regeländerung und auch eine Maßnahme gegen Leggio selbst.

Die Moderatoren fragten nach, ob Leggio mit dem Gedanken schon länger gespielt habe, diese Aktion zu wiederholen. „Wir hatten ein Meeting mit den Schiedsrichtern", erzählt er und bezieht sich auf den Sommer 2016, denn da wurde die Verlängerung in der DEL auf Drei-gegen-drei umgestellt. „Da habe ich mich nach der Regelung erkundigt, denn da gibt es dauernd Zwei-auf-null-Situationen.“ Die Referees erklärten ihm, dass es beim Verschieben des Tores nur einen Penalty gebe. „Ich kenne die Regel und ich nutze meine Möglichkeiten“, so Münchens Nummer 73, der in Spiel eins nach dem Vorfall in Iserlohn (5:1) nicht zum Einsatz kam.

Bis einschließlich Montag habe er noch kein Gespräch mit Vertretern der DEL geführt, aber „ich denke, dass sie die Regelung ändern werden. Ich denke, sie bekommen auch Druck von den Twitter-Followern.“

Florian Weiß

Rubriklistenbild: © GEPA Pictures

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