EHC: Fans stehen fest hinter Zehm

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Carsten Zehm

München - Es hätte eine tolle Party werden sollen, das Derby des EHC München gegen Riessersee (20 Uhr, Eishalle) am Freitag. Doch wegen Carsten Zehm herrscht unter den Fans Aufregung.

Im Rahmen der Bewerbung um die Ausrichtung zu den Olympischen Winterspielen in München 2018 sollte die Partie Pate stehen. Doch eine Personalie stört in all der Euphorie: Der langjährige Pressesprecher Carsten Zehm gibt sein Amt nach dem Ablauf der Saison auf. „Hierfür waren nur persönliche Gründe ausschlaggebend, und die ganze Sache ging von mir aus“, zeigt sich Zehm professionell.

Doch seit längerem munkelt man über ein angespanntes Verhältnis zu Klubchef Jürgen Bochanski, der für eine Stellungnahme ebensowenig zu erreichen war wie Manager Winkler.

Einer, der sich wie kein Zweiter im Münchner Eishockey auskennt, ist Oliver Wenner. Er führt den mächtigen Fanklub Der 7. Mann und engagiert sich sehr beim EHC.

Hier spricht er über den Abschied des beliebten Pressesprechers.

Herr Wenner, was war ausschlaggebend für den Rücktritt von Carsten Zehm?

Wenner: Er ist unter anderem als Pressesprecher oft in vielen Dingen zu spät in Kenntnis gesetzt worden. Und wenn dann etwas nicht geklappt hat, wurde er oftmals als der Schuldige hingestellt.

Sie haben zusammen mit ihm das Stadionheft Woche um Woche mit Artikeln gefüllt…

Wenner: …was ich sofort einstellen werde, wenn Zehm nicht mehr Pressesprecher ist.

Sie waren auch verantwortlich für die Aktionen „Volle Hütte“ oder den Verkauf von Karten für das aktuelle Spiel gegen Garmisch. Wie sieht es damit in Zukunft aus?

Wenner: Für solche Aktionen verspüre ich nur noch wenig Luft. Besonders, weil es sich bei Zehm um eine Person handelt, die mehr als ein Pressesprecher war. Er war das große Bindeglied zwischen Clubführung und den Fans. Wenn er etwas gesagt hat, dann stand er dazu, das Ganze hatte Hand und Fuß. Und es gibt nichts Schlimmeres als ein eingespieltes Team aufgrund persönlicher Animositäten auseinander zu reißen.

Manager Christian Winkler hat in einem Zeitungsartikel bekundet, er wolle sich in Zukunft vielleicht ein wenig auf das Urteil der Fans verlassen. Gemeint war das Zitat rückblickend auf die Verpflichtung des in München verhassten Ex-Landshuter Bernie Engelbrecht als Trainer…

Wenner: Das wäre manchmal nicht schlecht, wenn man den Fans auch ein wenig Gehör schenken würde. Wobei Winkler eher fürs Sportliche zuständig ist.

Aber er hat einen guten Draht zum Präsidenten. Er könnte sich für Zehm einsetzen…

Wenner: Das stimmt. Aber er will sich bestimmt auch nicht die Finger verbrennen.

Interview: Matthias Würfl

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