Stürmer spielt trotz Nasenbein-, Bahen trotz Kieferbruchs

EHC: Wicherts Zeichen ans Team

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Immer ein Vorbild in punkto Einsatz: Christian Wichert (Archivfoto)

München - Seine Gegenspieler könnten gerade denken, Christian Wichert wäre ein Jugendspieler: Er hat einen Gitterhelm auf. Doch der Profi des EHC-München trägt ihn, weil er ein Kämpfer ist.

Vor zwei Wochen hatte seine Nase eine Begegnung mit einem heranrauschenden Puck. Diagnose: Nasenbeinbruch. Wichert setzte ein Zeichen an die Mannschaft, biss auf die Zähne und spielt. Christian Winkler, der sportliche Leiter beim EHC, lobt Wicherts Einstellung: „Es gibt sicher Spieler, die pausieren würden. Hut ab.“

Auch Chris Bahen trägt zur Zeit einen zusätzlich Schutz am Helm trägt. Seine vergangenen beiden Wochen: Puck rein, Zähne raus, Platten rein, Puck rein. Vor zwei Wochen flog ihm im Training ein Puck ins Gesicht. Bahen verlor Zähne und brach sich den Unterkiefer. Vier Wochen Pause.

Doch Bahen wollte wie Wichert schnell zurück aufs Eis: Er ging er zum Zahnarzt, bekam zwei stabilisierende Platten und eine spezielle Schiene verpasst. Er spielte schon diesen Sonntag wieder, knapp zwei Wochen nach seiner Verletzung. Und schon in der siebten Minute zog er Dresden den Zahn: Er traf zum 1:0.

Doch das Spiel war enger, als das Endergebnis von 4:1 wirkt. Das zweite Drittel bereitet dem EHC gerade Probleme, in den letzten Spielen haben die Gegner da immer getroffen. Wichert sagt: „Das liegt am Kräfteverschleiß. Wir hatten in dieser Saison schon so viele Verletzte.“ Da könne die Konzentration nicht immer gleich hoch gehalten werden. „Ich denke, wir kommen langsam wieder in Tritt.“

Trainer Pat Cortina war nicht sonderlich zufrieden mit seinem Team. Das Training in dieser Woche „wird wieder härter werden“, schätzt Wichert. „Aber das sind wir ja mittlerweile gewohnt.“ Vor allem er selbst: Bis April trainiert er beim EHC noch nach Bundeswehrplänen, der 22-Jährige leistet gerade seinen Wehrdienst ab. Die Grundausbildung half auch, dass der Münchner zu Saisonstart der fitteste EHCler war. Und jetzt, gegen Ende Punktrunde, „tue ich mich deswegen auch leichter“. Beweis gefällig? Er traf zum wichtigen 2:1 in Hannover. Trotz Gitter.

wim

Quelle: tz

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