Jocher: Erst WM, dann EHC?

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Markus Jocher könnte beim EHC bald wieder im Scheinwerferlicht stehen

München - Markus Jocher ist am Mittwoch nach Quebec geflogen. Doch bald könnte der Standby-Profi auch wieder in München gefragt sein - in den Playoffs beim beim EHC.

"Am Anfang fliegst du erst einmal." Markus Jocher weiß genau, was ihn beim Red Bull Crashed Ice, der Downhill-WM in Quebec, erwartet: Bis zu 87 Prozent Gefälle, 550 Meter eine Eisröhre runter, auf Sprünge und Konkurrenten achten. Und dann: rein ins Ziel, wo zehntausende Menschen jubeln. „Das ist reines Adrenalin! Du bist den ganzen Wettkampf angespannt, in deiner eigenen Welt. Wie bei einem Endspiel im Eishockey“, sagt Markus Jocher. Der Eishockey-Profi des EHC München ist bei der rasanten Abfahrt auf Schlittschuhen am Samstag mit dabei. „Da geht’s schon gut runter. Gut, dass ich ein Adrenalin-Junkie bin.“

Am Mittwoch ist Jocher nach Kanada geflogen, zusammen mit München-Sieger Martin Niefnecker. Jocher hat sich seit Wochen vorbereitet: mit Eishockey und Skifahren in Garmisch. „Die Geschwindigkeit auf der Bahn in Quebec wird brutal sein. So was erlebst du nur annähernd, wenn du auf Ski Schuss runterfährst. Da haben wir Deutsche einen Nachteil: Als Eishockey-Profi war mir früher das Skifahren vertraglich verboten, wegen der Verletzungsgefahr.“

Aber in Kanada hat Jocher eine Geheimwaffe dabei: Er wird mit speziellen, geraden Kufen antreten. „Damit fährst du die Röhe wie auf Schienen runter.“ Sein EHC-Kollege David Wrigley hat sie ihm geschliffen.

Dass Standby-Profi Jocher für den EHC auflief, ist dagegen schon etwas her: Ende Oktober gegen Lausitz. „Ich hab viel Arbeit im Geschäft, aber ich geh’ abends schon noch viel aufs Eis. Aber das ist meine Freizeit, ich habe keinen Druck mehr“, sagt der 31-Jährige. Doch wer Jocher kennt, weiß: Das reicht ihm nicht. Und so ist es auch diesmal, verrät er der tz.

Vor Kurzem hat er mit Sportchef Christian Winkler geredet. „Christian hat mir gesagt, dass ich mich für die Playoffs bereit halten soll.“ Jocher sieht sich ohnehin als Playoff-Spielertyp: „Da wird viel härter gespielt, da musst du den Gegner gleich überfahren. Gegen Garmisch noch einmal aufzulaufen, wäre natürlich das Highlight. Ich würde ein bissl Härte reinbringen und die in der ersten Runde rausschießen.“ Dann lacht der Garmischer mit den wilden Haaren und sagt: „Ich kenne ja einige der Garmischer Spieler – die meisten würden sich so gar ned auf mich freuen…“

wim

Quelle: tz

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