EHC verliert Derby in der Verlängerung

+
EHC-Coach Pat Cortina an der Bande.

München - Der EHC hat das bayerische Derby gegen den ERC Ingolstadt denkbar knapp verloren. Erst in der Verlängerung mussten sich die Münchner geschlagen geben. 

Es gibt den berühmten Spruch, dass neue Besen gut fegen würden. Zwar ist der Sportdirektor Jim Boni des ERC Ingolstadt nicht gerade ein neuer Besen, nachdem Trainer Greg Thomson vorgestern entlassen wurde, aber: Am Dienstagabend gewann man das bayerische Derby gegen den EHC München mit 3:2 (n.V.).

Zu Beginn sah es tatsächlich danach aus, als ob sich die Aufsteiger das zu Herzen genommen hätte, was Trainer Pat Cortina seit Saisonbeginn predigt: Von Beginn an 100 Prozent zu geben. Es schien zu funktionieren, besonders in der Offensive: Da setze nämlich nach nur 134 Sekunden Uli Mauerer beherzt nach und schon stand es 1:0.

Allerdings nur 15 Sekunden lang. Dann hielt kurzfristig Bruder Schlendrian Einzug in die Münchner Hintermannschaft. Den ersten Schuss konnte Torhüter Joey Vollmer noch parieren, beim Treffer Petr Fical war er jedoch chancenlos.

Der Einsatz der Cortina-Truppe stimmte, jedoch nicht das Passspiel. Patrick Vogl und Ryan Ready (gefolgt von einem im Vergleich zur Vorsaison eher selten gewordenen Wutausbruch von Pat Cortina) sowie im Mitteldrittel der erfahrene Vorzeigespieler Eric Schneider leisteten sich kapitale Fehlpässe.

Ingolstadt konnte die Unpässlichkeiten der Gastgeber nicht in Tore ummünzen, München stellte sich geschickter an: Martin Schymainski zog zum 2:1 (24.) ab. In der Folge verpasste es München durch Buchwieser und Schneider den Vorsprung auszubauen.

Im letzten Drittel tröpfelte das Spiel erst vor einer, für Dienstagabend, großartigen Kulisse von 3.013 Zuschauern vor sich hin. Plötzlich kam Ingolstadt aus dem Nichts durch Joe Motzko zum 2:2. (49.). Und nun ging es rauf und runter, mit Chancen auf beiden Seiten, wobei die Gäste ein wenig mehr Spielanteile hatten.

Allein, es half keinem Team, es ging in die Verlängerung: Da kassierte München nach eher überflüssigem Einsteigen von Johan Ejdepalm eine Strafzeit. Ingolstadt nutze die Überzahl aus, beim Schuss von Bruno St Jacques war EHC-Torhüter die Sicht verdeckt, er hatte keine Chance. München hat nun ganze 16 Punkte aus zehn Spielen. Der letzte war jedoch teuer erkauft: Neben Jordan Webb und Neville Rautert wird nun auch noch Uli Mauerer fehlen. Der Anfangsverdacht nachdem er im ersten Drittel vom Eis musste: Innenbandriss im rechten Knie. Am heutigen Mittwoch soll eine Kernspintomographie Aufschluss bringen.

Patrik Malberg

Auch interessant

Kommentare