EHC will sich etablieren - Gesucht: Nachwuchs!

Da der ganz kleine Mann auf dem Arm von Dominic Auger (links) noch nicht wirklich reif für DEL-Eishockey ist, will der EHC nun tätig werden und ein eigenes Nachwuchskonzept entwickeln
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Da der ganz kleine Mann auf dem Arm von Dominic Auger (links) noch nicht wirklich reif für DEL-Eishockey ist, will der EHC nun tätig werden und ein eigenes Nachwuchskonzept entwickeln

München - Der EHC München ist ganz oben angekommen - zumindest, was die Profi-Mannschaft betrifft, die bald in der DEL spielt. Der Nachwuchs dümpelt noch in den unteren Ligen herum. Das soll sich ändern.

Die Junioren sind als Nachrücker gerade in die Landesliga aufgestiegen, immerhin. Neidisch schaut mancher nach Landshut oder Rosenheim, wo die Talente wie Tom Kühnhackl auf den Bäumen wachsen zu scheinen. Das soll sich ändern: Christian Winkler ist EHC-Sportchef, morgen will er ein weiteres Amt im Nachwuchsbereich übernehmen. Dann ist Jahreshauptversammlung beim EHC München e.V., der wie im Eishockey üblich von der Profi-GmbH ausgegliedert ist. Zuletzt hatte es beim e.V. aus vielerlei Gründen gekracht, einige Amtsträger traten zurück. Winkler kandidiert nun für einen der Vorstandsposten.

Organisatorisch gibt es viel zu tun: Es geht um Eiszeit. Olaf Hildebrandt, der vor kurzem aus beruflichen Gründen als e.V.-Vorstand aufhörte, sagt: „Die Kinder müssen eine feste Heimat bekommen, ein Stadion, in dem sie trainieren und spielen.“ Das Training findet derzeit im Ostpark statt, Spiele meist im Olympiazentrum. Keine günstige Situation. Und in der Eishalle spielen ja ab sofort auch die Basketballer des FC Bayern. Auf Parkett, nicht auf Eis, versteht sich. Das Verlegen sowie die Partie am Wochenende kostet den Mannschaften des EHC Eiszeit. Winkler sagt, er stehe im „wöchentlichen Telefonkontakt“ mit den Basketballern. Das Verhältnis sei „ausgezeichnet“. Die beiden aufstrebenden Vereine werden kooperieren, meint Winkler, „denn gemeinsam ist man stärker“.

Auch im sportlichen Bereich stehen Reformen an. „Bei den Trainern sind wir schon gut aufgestellt“, findet Hildebrandt. Seit gut einem halben Jahr ist mit Bendrich Pastyrik ein hauptamtlicher Nachwuchs-Trainer angestellt, der von allen Seiten gelobt wird. Winkler plant zusätzlich, die beiden Co-Trainer der Profis in die Nachwuchsarbeit einzubinden. Mittelfristig sollen sich Nachwuchs- und Profibereich verzahnen.

Auch in Augsburg ist das Thema Nachwuchsarbeit aktuell: Der AEV hatte von 2005 an mit ESV Königsbrunn kooperiert. Jetzt übernehmen die Augsburger das Junioren-Bundesligateam komplett und planen mittelfristig den Einstieg in die DNL, die Topliga im Nachwuchsbereich. Fünf bayerische Klubs sind bereits DNL-Standort: Rosenheim, Landshut, Bad Tölz, Riessersee, Füssen. Vor allem die Landshuter setzen, auch aus Kostengründen, auf ihren Nachwuchs und haben einige Talente groß herausgebracht: Gerade zum Beispiel Tom Kühnhackl, Tobias Rieder und David Elsner. Allen drei wird eine Karriere in der Nationalmannschaft und der US-Superliga NHL prophezeit.

wim

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