Winkler über Lavallee: "Mich stimmt es traurig…"

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Christian Winkler.

München - Auf den ersten Blick sah es nach einer gewöhnlichen Mitteilung aus. Am Mittwoch verschickte der EHC die Nachricht, dass Patrik Vogl (25) und Rene Kramer (23) den Klub verlassen werden – was sich abgezeichnet hatte.

Außerdem erfuhr man – und das ist nicht mehr gewöhnlich: Auch der deutsche Nationalspieler Kevin Lavallee (29) geht! Er wechselt zu einem anderen DEL-Klub. Pikant daran: Dieser andere Klub soll dem Vernehmen nach Köln sein – der zukünftige Verein von Noch-Bundestrainer Uwe Krupp (45). Lavallee stand über seinen Agenten eigentlich schon beim EHC im Wort, sollte nach der Länderspielreise unterschreiben. „Da stand er im Schaufenster“, sagt EHC-Manager Christian Winkler, „allerdings war das Reserviert-Schild schon drauf.“

Lavallee überzeugte jedenfalls auch im DEB-Trikot, schoss in seinem ersten Länderspiel gleich ein Tor. Bundestrainer Krupp lud den Verteidiger daraufhin für die Spiele in Schweden ein. Anfang der Woche kam Lavallee nach München zurück. In seinem Gepäck: eine überraschende Nachricht. Winkler: „Kevin hat mir mitgeteilt, dass er den Vertrag nicht unterschreibt und vergangene Woche ein Angebot eines anderen DEL-Vereins bekommen hat. Das wird er annehmen, sagte er noch.“

Die tz erreichte Lavallee am Mittwoch Mittag. Er sagt: „Es wird mir nicht leichtfallen, aus München wegzugehen.“ Aber: „Ich interessiere mich sehr für ein anderes Angebot. Ich will aber noch nicht darüber reden, wo ich hingehe, bis das Finale fertig ist.“ Ja, wenn das Finale fertig ist… Dann tut sich einiges in der deutschen Eishockey-Landschaft. Besonders in Köln. Krupp, der nach der WM als Bundestrainer aufhört, wird bei den Haien General-Manager, also neuer starker Mann. Und kann sich dann wohl über einen Spieler freuen, dessen Qualitäten er schon aus seiner Bundestrainer-Zeit kennt.

Vermutlich sind es Situationen wie diese, die Eisbären-Manager Peter John Lee (55) vorausgeahnt hat. Der Berliner Macher hatte sich mehrmals über Krupps Ämterwechsel beschwert. Seine Kritik: „Das ist ein Interessenkonflikt!“ In dieser Hinsicht gab’s in Berlin bereits Diskussionen. Bei Eisbären-Stürmer Alexander Weiß (24) standen ähnliche Vermutungen im Raum wie jetzt bei ­Lavallee – also ein möglicher Wechsel nach Köln. Was München betrifft: Winkler will nicht groß nachtarocken. Er sagt aber: „Wenn Kevin nach Köln wechselt, wird die Personalie Krupp sicherlich eine Rolle gespielt haben. Mich stimmt es einfach traurig, dass Kevin geht.“

Martin Wimösterer

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