"Wir gewinnen 5:1!"

Am Freitagabend kommen die Augsburger Panther ins Olympia-Eisstadion
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Am Freitagabend kommen die Augsburger Panther ins Olympia-Eisstadion

München - Die Augsburger Panther sticheln vor dem DEL-Derby gegen den EHC München. Trotz des Tabellenstands sehen sich die Münchner gegen die Schwaben als Außenseiter. Das hat Gründe.

Heute Abend wird es laut am Oberwiesenfeld. Denn um 20.20 Uhr empfängt der EHC München die Augsburger Panther in der Eishalle zum Bayern-Derby. „I gfrei mi wahnsinnig. Ein echter Feiertag!“, findet EHC-Manager Christian Winkler. Und so sehen es auch die Eishockey-Fans: Die Eishalle ist schon seit Mittwoch bis auf den letzten der 6217 Plätze ausverkauft.

„Das peitscht uns noch einmal nach vorne. Das wird ein ganz heißer Tanz“, sagt Florian Kettemer. Der Augsburger stand bis 2009 beim EHC unter Vertrag, er hat die erste „Volle Hütte“ beim EHC miterlebt. Davon schwärmt er heute noch, wie überhaupt von „zwei geilen Jahren beim EHC. Ich habe viel gelernt und dann den Schritt in die DEL geschafft, was immer mein großes Ziel war.“

Kettemers Weg steht exemplarisch für die Beziehung zwischen EHC und AEV. In den letzten Jahren arbeiteten die beiden Klubs fruchtbar zusammen: Die Augsburger parkten ihre Talente beim Juniorpartner – so wie Martin Schymainski, der dann gleich ganz beim EHC blieb. Im Gegenzug spielten einige Münchner per Förderlizenz bei den Schwaben, wenn Larry Mitchell Spieler brauchte. So wie Kettemer, der den Panther-Trainer von sich überzeugte und 2009 nach Augsburg wechselte.

„Florian hat den richtigen Weg gewählt“, sagt Winkler heute. Er hält Kettemer für eines der größten Verteidigertalente des Landes und prophezeite schon bei dessen Abschied, dass er und Martin Buchwieser Nationalspieler würden. Und Winkler wird recht behalten: Beide Spieler stehen im erweiterten Kader für den Deutschland-Cup Mitte November. Kettemer ist noch vorsichtig, ob er tatsächlich sein Debüt geben wird. „Das entscheiden noch die Bundestrainer. Wenn ich aber dabei bin, ist das eine große Sache. Davon träumt jedes Kind. Wenn es nicht klappt, fahre ich zum Zusehen hin.“

Apropos Zusehen: Am Donnerstag vor einer a spielte der EHC gegen Hamburg. Kettemer war vor Ort, ein bisserl den Derby-Gegner auskundschaften. „Da habe ich dann auch mit ein paar Münchnern geredet. Ich habe ihnen gesagt, dass wir gewinnen werden und sie haben erwidert, dass sie gewinnen. Es gab ein kleines Hin und Her, wir haben uns aufgezogen. Alles freundschaftlich.“ Der Ex-Münchner sagt aber auch: „Für die Zeit auf dem Eis gibt es keine Freunde.“

Kettemer ist ja jetzt Augsburger und damit nicht mehr Kooperationspartner der Münchner. Bei aller Freundschaft auf der Boss-Ebene, räumt auch ­Winkler ein, dass Augsburg und München wieder Erzrivalen sind. Wie früher, als es bei den Spielen hitzig auf Eis und Tribünen zuging. München ist in der DEL zurück, es wird ein Duell auf Augenhöhe. Nicht ganz, meint Winkler. Sechs EHCler sind weiterhin verletzt, Ryan Ready fehlt wegen einer Matchsperre aus dem Spiel in Iserlohn. Immerhin wird Sören Sturm mit von der Partie sein, der das letzte Wochenende laut Winkler wegen Fitnessrückstand in München trainierte.

Dass der EHC in der Tabelle als Fünfter deutlich vor dem Zwölften Augsburg steht, kümmert Winkler nicht. „Wir sind klarer Underdog. Es ist schade, dass wir nicht in Bestbesetzung antreten können. Wir versuchen aber, den Panthern einen großen Kampf zu liefern. Wir haben ein Heimspiel, auch wenn viele Augsburger Anhänger kommen. Mit der Unterstützung unserer Fans könnten wir vielleicht etwas reißen.“

Kettemer, dessen Augsburger zuletzt einen Durchhänger hatten, ist zuversichtlicher: „Das 7:2 gegen Mannheim vorige Woche hat uns Aufwind gegeben. Wir sind auf jeden Fall heiß, und Larry Mitchell hat uns auf das Spiel eingestellt. Das wird ein richtiges Derby, da müssen wir die Münchner gleich mal ärgern.“ Wie geht’s aus, Herr Kettemer? „Wir gewinnen 5:1.“

Martin Wimösterer

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