Der EHC-Profi im Interview über Zahlen, Rookie-Jahre und seinen Bruder

Jubiläum gegen Schwenningen: Yannic Seidenberg über sein 900. DEL-Spiel

+
Yannic Seidenberg spielt Donnerstag sein 900. Spiel

Yannic Seidenberg feiert am Donnerstag ein ganz besonderes Jubiläum. Die Partie gegen Schwenningen ist sein 900. DEL-Spiel. Im Interview spricht er über diesen Meilenstein und seine Anfänge in der DEL.

München - Am Dienstag setzte Yannic Seidenberg die CHL-Partie des EHC Red Bull München in Malmö (1:6) aus. Donnerstag Abend (19.30 Uhr) ist er wieder dabei. Der 34-Jährige feiert beim Heimspiel gegen Schwenningen ein Jubiläum. Es handelt sich um seine 900. DEL-Partie. Im tz-Interview spricht Seidenberg über diesen Meilenstein, seine Anfänge in der DEL und verrät, wie realistisch ein Wechsel seines Bruders Dennis zum EHC ist.

Herr Seidenberg, wie war es für Sie, die Auswärtspartie gegen Malmö auszusetzen und in München zu bleiben?

Seidenberg: Das war schon ein merkwürdiges Gefühl. Schließlich bin ich nicht verletzt und normalerweise immer bei der Mannschaft. Aber angesichts des vollen Spielplans tut es natürlich auch einmal gut, einen Tag Pause zu haben, zu regenerieren und Zeit mit der Familie zu verbringen. Und gegen Schwenningen bin ich ja dabei.

Für Sie ist es ein ganz besonderes Spiel: Ihre 900. DEL-Partie. Eine Wahnsinns-Zahl!

Seidenberg: Das stimmt. Wenn man auf die Zahl schaut, ist das schon ein besonderes Gefühl. Es zeigt, wie lange ich schon dabei bin. Und auch, wenn ich noch einige Jahre spielen möchte – und die 1000 vollmachen will – verdeutlicht es einem, dass die Karriere irgendwann einmal ein Ende hat. Ich würde sagen, ich gehe heute viel bewusster aufs Eis, schätze noch mehr, dass ich diesen Beruf ausüben kann als ich es vielleicht zu Anfang meiner Karriere getan habe.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes DEL-Spiel?

Seidenberg: Das war mit den Adler Mannheim, aber gegen wen wir gespielt haben, weiß ich nicht mehr. Ich erinnere mich aber noch genau an mein erstes Jahr als Profi. Damals lief es für die Rookies noch ein wenig anders. Bei Auswärtsfahrten haben wir beim Auspacken geholfen, vor jedem Spiel die Kabine vorbereiten müssen. Klar, müssen die Jungen heute auch noch die ein oder andere Aufgabe erledigen, aber nicht mehr in diesem Umfang (lacht). Und dann erinnere ich mich, wie nervös ich vor jedem Spiel war. Heute sind Adrenalin und Motivation zwar noch immer hoch, aber alles läuft etwas routinierter ab.

Ihr 900. DEL-Spiel geht ausgerechnet gegen Schwenningen, Ihren Heimatverein.

Seidenberg: Ja, das ist ein lustiger Zufall. Leicht wird’s in jedem Fall nicht. Schwenningen steht zwar auf dem letzten Tabellenplatz, will daher aber mit Sicherheit ein paar Punkte gutmachen. Wir müssen hochkonzentriert sein und weiter daran arbeiten, unsere Fehler abzustellen.

Die letzten Wochen waren ein Auf und Ab. Hatten Sie damit gerechnet, dass sich der Start in die Saison so schwierig gestalten würde?

Seidenberg: Wir hatten in diesem Sommer – verglichen mit den vorherigen ­ – einige Änderungen im Kader. Klar, muss man sich da erst einmal neu zusammenfinden. Hinzu kamen nun die Verletzungssorgen. Aber wir haben einige junge Spieler im Team, die sich dank mehr Eiszeit weiterentwickeln können. Ich bin mir sicher, dass wir uns insgesamt weiter steigern werden.

Ein Traum der Fans steht nach wie vor aus: Sie wünschen sich, Sie und Ihren Bruder Dennis, der derzeit noch um einen NHL-Vertrag kämpft, im EHC-Trikot zu sehen. Für wie realistisch halten Sie das?

Seidenberg: Natürlich würde ich mir das auch wünschen. Noch einmal mit Dennis spielen zu können, wäre toll. Aber das ist eine Entscheidung, die müssen der Klub und Dennis treffen. Momentan ist der Stand weiterhin, dass er versucht, noch einen Vertrag in der NHL zu bekommen. Wenn das nicht klappt, wird er weitersehen. Für seine Kinder hat das Schuljahr in den USA ja bereits begonnen und ich weiß nicht, ob er ohne seine Familie für ein Engagement nach Deutschland kommen würde.

Interview: Lena Meyer

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Derbysieg gegen Straubing: EHC gewinnt dank starkem Überzahlspiel
Derbysieg gegen Straubing: EHC gewinnt dank starkem Überzahlspiel
Historischer Triumph in der Champions League! EHC als erstes deutsches Team im Viertelfinale
Historischer Triumph in der Champions League! EHC als erstes deutsches Team im Viertelfinale
Red Bulls zurück im Liga-Alltag – Ehliz gibt sein Debüt
Red Bulls zurück im Liga-Alltag – Ehliz gibt sein Debüt
EHC unterliegt bei Ehliz-Debüt dem Tabellenletzten - trotz Führungstreffers 62 Sekunden vor dem Ende
EHC unterliegt bei Ehliz-Debüt dem Tabellenletzten - trotz Führungstreffers 62 Sekunden vor dem Ende

Kommentare