Wie geht‘s weiter mit Trainer und Stars?

Nach Aus bei Heim-WM: So sind die Zukunftsaussichten für das DEB-Team

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Kopf hoch, Jungs! Die deutschen Eishockey-Cracks verabschieden sich nach der Niederlage gegen Kanada von der WM.

Die große Sensation blieb aus deutscher Sicht aus bei der Heim-WM. Dennoch macht das Turnier in Köln Mut für die Zukunft. Doch wie sind die Aussichten für die kommenden Jahre?

München - Der Ehrgeiz von Bundestrainer Marco Sturm bietet dem deutschen Eishockey eine glänzende Perspektive. Das knappe 1:2 gegen Weltmeister Kanada im WM-Viertelfinale reicht dem 38-Jährigen nicht. Offensiv moderiert Sturm seine Ambitionen und impft seinen Eishockey-Cracks die neue Denkweise ein. „Jetzt wird es mal Zeit, dass wir mal einen Gegner im Viertelfinale weghauen“, sagte Torhüter Philipp Grubauer. Kopf hoch, Jungs! Die tz erklärt die Zukunftsaussichten.

Das packende Viertelfinale gegen Kanada zum Nachlesen im Ticker

Sturm-Verlängerung: Auf Marco Sturm prasselte viel Lob herab. „Die Fakten sprechen für sich“, sagte Verbandschef Franz Reindl, „die Entwicklung ist kometenhaft.“ Damit nicht wie 2011 mit der Trennung von Uwe Krupp der Aufwärtstrend jäh gestoppt wird, will der DEB-Präsident vorzeitig mit Sturm über eine weitere Zusammenarbeit reden. „Es gibt keinen Zweifel, dass man verlängert“, sagte Reindl. Die Spieler denken genauso. „Er hat uns sehr, sehr gut gecoacht“, lobte NHL-Verteidiger Dennis Seidenberg seinen nur drei Jahre älteren Trainer, „jeder will für ihn spielen.“

Christian Ehrhoff ergänzte: „Er hat bisher eine super Arbeit gemacht, ich hoffe, dass er noch längere Zeit Nationaltrainer bleibt.“ Reindl warnte, dass Sturm mit seiner erfolgreichen Arbeit allerdings auch die NHL-Klubs auf sich aufmerksam machen wird. „Ich bin kein Wahrsager, aber so ist das Geschäft“, sagte Reindl. Auch Ehrhoff weiß: „Er hat sicher persönlich auch noch andere Ziele. Wenn er weiter so erfolgreich arbeitet, wird sich das für ihn auch erfüllen.“

Ligakritik: Mit der zweiten WM-Viertelfinalteilnahme in Folge kletterte die DEB-Auswahl erstmals seit sechs Jahren wieder auf Platz acht der Weltrangliste und überholte dabei die Slowakei und Weißrussland. Aber Sturm fordert mehr: „Jetzt müssen wir weiter arbeiten. Vor allem im Nachwuchs. In den Vereinen, aber auch in der DEL. Da müssen wir einfach alle einen besseren Job machen.“ Sollte das DEB-Team die Position unter den Top-Acht-Nationen bis 2020 halten, wäre es bei Olympia 2022 in Peking automatisch dabei.

Eishockey-Fieber: Die Fans ließen sich von den begeisternden Auftritten des DEB-Teams mitreißen.

NHL-Stars: Die besten Profis kommen wieder gern zur DEB-Auswahl. „Ich bin auf alle Fälle jederzeit bereit, immer wenn Marco anruft“, sagte Washingtons Goalie Grubauer. Er hatte sich ebenso selbstverständlich nach dem Playoff-Aus in der NHL direkt in den Flieger gesetzt wie Topstar Leon Draisaitl. Auch Torhüter-Kollege Thomas Greiss, Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg und der vom Verletzungspech verfolgte Tobias Rieder waren angereist. Das Problem: Für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang gibt es nach wie vor keine Einigung mit der NHL über die Spielerlaubnis.

Führungsspieler: „Jetzt brauchen wir die Jungen, die Verantwortung übernehmen müssen. Man hat gesehen, dass man Dennis Seidenberg und Christian Ehrhoff in der Abwehr so schnell nicht ersetzen kann“, analysierte Sturm. Gemeint sind beispielsweise Draisaitl, Grubauer und Rieder.

Nächste Heim-WM: „Ich glaube, dass es jetzt länger dauert. Zehn, elf oder zwölf Jahre“, sagte Reindl und zeigte sich zufrieden mit der Fanresonanz. Die angestrebte Marke von 600.000 Zuschauern ist überschritten. Der DEB dürfte einen satten Gewinn machen.

Traum geplatzt! Deutschland verliert gegen Kanada - Bilder

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