Teil II: Mittelfeldspieler und Stürmer

14 Youngster! Das sind Kovacs Bubis auf der USA-Reise: Teil II

Sind sie die Zukunft des FC Bayern? Joshua Zirkzee (r.) und Ryan Johansson (l.) sind zwei der 14 Talente, die mit Niko Kovacs Bayern auf USA-Tour sind.

Die WM-Fahrer sind noch im Urlaub, deshalb hat Niko Kovac 14 Nachwuchskicker mit in die USA genommen. Im zweiten Teil unseres Überblicks stellen wir die Mittelfeldspieler und Stürmer vor, die der neue Coach ausgewählt hat.

Mittelfeld

Oliver Batista Meier:

„Eines der größten Talente Europas“ - Sportdirektor Hasan Salihamidzic spart auf der vereinseigenen Homepage nicht mit Lob für den 17-jährigen Offensivspieler. 400.000 Euro überwiesen die Bayern vor zwei Jahren an den 1.FC Kaiserslautern - für einen C-Jugend-Spieler. Seitdem verläuft die Karriere des Ausnahmetalents wie im Flug. In der letzten Saison gelangen ihm für die U17 von Holger Seitz sagenhafte 36 Scorerpunkte in nur 14 Spielen (22 Tore, 14 Vorlagen). Auch in der U19 wusste Batista Meier zu überzeugen. Dort schoss er in 18 Spielen acht Tore und bereitete zwei weitere vor. Nur im Nationalteam geht ihm bisher etwas die Torgefahr ab. In 11 U-Länderspielen für den DFB erzielte er lediglich einen Treffer. Mit 18 Jahren (im Februar 2019) wird der Deutsch-Brasilianer einen langfristigen Profi-Vertrag unterschreiben. Schnelligkeit, Dribbelstärke und Torgefahr - das sind die Attribute, die Batista Meier auszeichnen. Zudem wirkt er für sein Alter erstaunlich reif. Gleich in seinem ersten Pflichtspiel für die FCB-Amateure leitete er ein Tor ein. Bisher kam Batista Meier überwiegend als Linksaußen zum Einsatz, er kann aber auf allen Offensivpositionen spielen. Im Test gegen PSG agierte er als hängende Spitze. Niko Kovac setzte in der Startelf auf eine Dreierreihe mit Arjen Robben, Franck Ribéry - und Batista Meier. Eigentlich soll der 17-Jährige dieses Jahr noch hauptsächlich in der U19 spielen. Doch bei seiner rasanten Entwicklung wäre es nicht verwunderlich, wenn er sich gleich im Regionalliga-Team festspielt. Und sollten die Bayern-Profis auf den Flügeln wieder Verletzungsprobleme haben, sind auch erste Einsätze bei den Profis möglich. 

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Meritan Shabani:

„Der FC Bayern ist mein Verein“ - wenn das einer sagen darf, dann Meritan Shabani. Der Münchner ist ein echtes Eigengewächs - Shabani spielt schon seit zwölf Jahren beim Rekordmeister. Im Test gegen PSG wurde der offensive Mittelfeldspieler zur Halbzeit für den zwei Jahre jüngeren Batista Meier eingewechselt. Er hat auch schon einen Pflichtspieleinsatz bei den Profis aufzuweisen. Beim 4:1 gegen die damals noch von Kovac trainierten Frankfurter stand Shabani als Rechtsaußen in der Startelf. Allerdings war das Spiel sportlich bedeutungslos, die Bayern standen bereits als Meister fest. Zwei Wochen später unterschrieb er einen Profi-Vertrag bis 2020. Shabani ist ein eleganter Spieler, technisch beschlagen. Nach 64 Spielen in der U19-Bundesliga (14 Tore, 11 Vorlagen) muss er sich in dieser Spielzeit aber erst mal im Regionalliga-Team beweisen. 

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Wooyeong Jeong:

Als die Bayern im Winter den 18-jährigen Südkoreaner für rund 700.000 Euro von Incheon United verpflichteten, dachten viele an eine PR-Aktion. Mit Takashi Usami hatte der FCB keine sonderlich guten Erfahrungen mit einem vermeintlichen asiatischen Supertalent gemacht. Und das erste halbe Jahr lief auch alles andere als zufriedenstellend. Jeong kam wegen eines Syndesmosebandrisses nur auf fünf Einsätze in der U19. Darin deutete er sein Können mit einem Tor und drei Vorlagen an. Nun ist Jeong aber topfit und möchte angreifen. In den ersten beiden Regionalliga-Spielen der U23 stand er in der Startelf. Im Auftaktspiel erzielte er prompt einen Doppelpack und im zweiten Spiel legte er ein Tor vor. Der offensive Außenspieler spielt am liebsten auf dem linken Flügel. Von dort zieht er gerne in die Mitte, um mit seinem starken rechten Fuß abzuschließen. Holger Seitz lobt nicht nur auf dem Platz die Einstellung des Südkoreaners. Auch im Deutsch-Unterricht ist er sehr fleißig. Bei starken Leistungen in der U23 könnte er in dieser Saison auch ab und zu in den Profi-Kader rücken.

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Maximilian Zaiser:

Von Sechzig zu den Bayern - diesen Weg ging Maximilian Zaiser vor sechs Jahren. Allerdings kam er nicht von den Münchner Löwen, sondern vom TSV 1860 Rosenheim zum FCB. In der vergangenen Saison erkämpfte er sich einen Stammplatz in der U19. Dieses Jahr ist er im Kader der U23. Dort spielte er allerdings bisher nur 13 Minuten. Der 19-Jährige ist ein klassischer Sechser, lief in der Vorbereitung der Amateure aber auch schon als Innenverteidiger auf.

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Marcel Zylla:

Auch Zylla ist schon lange beim Rekordmeister. Er wechselte 2010 zum FCB. Der 18-Jährige schoss sein Team im B-Jugend-Finale 2017 gegen Werder Bremen in Führung (Endstand: 2:0). Die Vorlage kam damals von Franck Evina, der verletzungsbedingt nicht mit in die USA reisen kann. Zylla spielte damals auf der Zehn, kann jedoch im zentralen Mittelfeld auch defensiver auflaufen. Der 18-Jährige hat einen Länderspieleinsatz für die U17 des DFB aufzuweisen. Im letzten Jahr entschied sich der Deutsch-Pole dann, einer Nominierung des polnischen Verbands zu folgen. Im September 2019 lief er erstmals für die polnische U19 auf. In der B-Junioren-Bundesliga kam er letztes Jahr in 19 Spielen auf zwei Tore.

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Paul Will:

Neben Batista Meier ist Will der zweite Ex-Lauterer beim Rekordmeister. Der bodenständige Pfälzer war in Lautern Kapitän der U19 und unumstrittener Stammspieler. In 49 Spielen in der U19-Bundesliga gelangen ihm insgesamt neun Tore und vier Assists. Bis zuletzt kämpften die Lauterer um ihr Eigengewächs. Doch Will entschied sich für den Wechsel nach München. Im zentralen Mittelfeld des U23-Teams hat er sich auf Anhieb etabliert. Im Spielaufbau lässt er sich meist zwischen die beiden Innenverteidiger fallen und lenkt von dort das Spiel. Amateure-Coach Seitz setzt voll auf den Sechser.

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Angriff

Joshua Zirkzee:

Neben Batista Meier ist Zirkzee vielleicht der interessanteste Name unter den Nachwuchskickern. Im Test gegen PSG kam er für Sandro Wagner ins Spiel und war prompt erfolgreich. Nach einer Vorarbeit von Serge Gnabry vollendete der 17-Jährige in Mittelstürmer-Manier. Auch im Training machte er mit einem artistischen Volley-Hackentor auf sich aufmerksam. In der vergangenen Saison stieß der holländische U-Nationalspieler (acht Spiele, vier Tore) von Feyenoord Rotterdam zur U17 des FCB. Der dynamische Mittelstürmer mit der Ruud-Gullit-Gedächtnisfrisur zog mit seinem Team ins Finale um die deutsche Meisterschaft ein. Dabei schoss er in 16 Spielen 15 Tore und bereitete neun vor. Im Finale unterlagen die Bayern allerdings gegen Borussia Dortmund um Supertalent Moukoko. Zirkzee schoss den 1:1-Ausgleichstreffer, flog aber gut zehn Minuten vor Schluss wegen einer Tätlichkeit vom Platz. Zirkzee verfügt über eine gute Technik, ist körperlich schon weit und hat vor allem eine gute Torquote. Mit Robert Lewandowski (29) und Sandro Wagner (30) hat der FC Bayern zwei gestandene Mittelstürmer im Kader. Perspektivisch ist Zirkzee aber auf jeden Fall eine Alternative. Erst einmal soll der noch für die B-Jugend spielberechtigte Holländer jedoch in der U19 reifen.

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Kwasi Okyere Wriedt:

„Otschi“ Wriedt ist der Oldie unter den FCB-Talenten. Mit 24 Jahren ist er bereits im besten Fußballeralter. Der bullige Mittelstürmer kann auch schon je einen Einsatz in Bundesliga und DFB-Pokal aufweisen. Im Pokalspiel gegen RB Leipzig war er als Joker sogar beinahe erfolgreich, traf das Lattenkreuz. Ein Aufrücken in den Profikader erscheint aber nicht mehr realistisch. Dafür ist der frisch gebackene ghanaische Nationalspieler in der U23 unverzichtbar. In der letzten Saison kam Wriedt als „Not-Kauf“ erst nach Saisonbeginn für 400.000 Euro aus Osnabrück. Seitdem sammelte er in 31 Regionalliga-Spielen 31 Scorerpunkte (24 Tore, 7 Vorlagen). Auch in dieser Saison war er bereits zweimal erfolgreich. In Zukunft möchte der gebürtige Hamburger „so hoch wie möglich“ spielen, wie er im Interview mit transfermarkt.de verrät. Bis 2020 ist er noch bei den Bayern unter Vertrag. Spätestens dann könnte er den Wechsel zu einem höherklassigen Club anstreben. Eventuell klopft auch ein Bundesligist an.

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Hier geht‘s zum ersten Teil unseres Überblicks (Torhüter und Verteidiger)

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