Babbel: "Wir werden sie jagen"

Will seinem Ex-Klub den ersten Titel wegschnappen: Markus Babbel.
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Will seinem Ex-Klub den ersten Titel wegschnappen: Markus Babbel.

Stuttgart - Er kämpft (noch) um seinen Trainerposten, weil er eigentlich noch gar keine „Lizenz zum Siegen“ hat, war aber vor der Winterpause schon einer der Gewinner in der Bundesliga.

Mit den zwei Siegen im Portugal-Trainingslager ist Markus Babbel als Trainer des VfB Stuttgart seit sieben Spielen ungeschlagen. Jetzt will er seinen Ex-Klub FC Bayern aus dem Pokal „schießen“. Der Gilchinger in Diensten der Schwaben im tz-Interview:

Steht Ihr Job beim VfB auf der Kippe, weil Sie noch keinen Trainerschein haben?

Babbel: Nein, das glaube ich nicht, aber es ist natürlich eine blöde Situation. Ich wollte ja nach meiner Spielerkarriere immer Trainer werden und natürlich auch die Ausbildung machen. Aber es ging alles so schnell, dass ich sie nicht einmal anfangen konnte. Nach dem Meistertitel als Spieler mit dem VfB verging ja nur wenig Zeit, bis das Angebot kam, Nachfolger von Armin Veh als Trainer zu werden. Gottlob wusste meine Frau Silke, dass sie nach dem Fußballspieler einen Trainer als Mann hat.

Pokalschlager VfB gegen FC Bayern: Der Vergleich Mann gegen Mann

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Es gibt einige Beispiele guter Trainer ohne Schein…

Babbel: Ja, ja, ich weiß. Nicht nur Franz Beckenbauer, der sogar Weltmeister wurde. Eigentlich sagt man: Gegen Erfahrungswerte hilft auch keine Schulbank. Trotzdem ist mir klar, dass es im modernen Fußball ein Unterschied ist, selbst gut zu spielen oder es auch anderen gut vermitteln zu können. Ich denke, das gilt nicht nur für den Fußball.

Wie lösen Sie das Problem?

Babbel: Ich hoffe auf den Vorschlag, später eine sogenannte Etappen-Ausbildung zu absolvieren. Ich denke aber, ich bin nicht der letzte Trainer ohne Lizenz. Es müsste eine DFB-Lösung für junge Trainer geben. Aber vorerst ist es mir wichtiger, den VfB wieder nach oben zu bringen. Es macht riesig Spaß mit anzusehen, wie die Jungs meine Philosophie von Fußball auf den Platz übertragen.

Also kämpfen bis zur letzten Minute, wie Sie früher bei den Bayern…

Babbel: Genau! Das verlange ich jetzt auch als Trainer. Wichtig ist, dass der Zuschauer zufrieden nach Hause geht. Selbst nach einer Niederlage muss der Fan das Gefühl haben, dass sein Team bis zur letzten Sekunde alles versucht hat, um zu siegen. Der Zuschauer hat ein gutes Gespür dafür, ob ein Sportler alles gibt – auch wenn mal nicht drei Punkte herausspringen.

Nackte Tatsachen im Fußballstadion

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Wie stark haben Sie Ihre Jungs denn für den Pokal-Hit gemacht?

Babbel: Da musste ich nicht viel extra tun. Es war noch nie so leicht, meine Spieler für dieses Spiel zu motivieren. Aber wer gegen den Rekordmeister nicht bis zur letzten Sekunde heiß ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Schade, dass die Mannschaft in der Hinrunde noch nicht so gut drauf war wie im Trainingslager in Portugal. Da war ich mit dem Einsatz aller Spieler hoch zufrieden.

Auf wen bauen Sie am meisten?

Babbel: Immer auf eine gute Teamleistung. Aber natürlich auch auf meine Leistungsträger wie Thomas Hitzlsperger. Er hat sich voll reingehängt und bleibt mein verlängerter Arm im Team. Sehr gefreut habe ich mich über Mario Gomez’ Einsatz. Er hat alle Trainingseinheiten komplett mitgemacht, seine Fitness ist top – Mario wird in der Rückrunde noch so manchen überraschen, da bin ich mir sicher. Er wird für seine Mühen belohnt werden – auch in der Nationalmannschaft!

Und was ist mit Jens Lehmann?

Babbel: Der bleibt hoffentlich bei uns! Das ist leider noch nicht entschieden. Seine Erfahrung ist enorm und ich baue auf ihn und seinen Überblick, den er ja von hinten besser als jeder andere hat. Er ist in punkto Sportlichkeit ein Vorbild für die jungen Spieler und für mich sowieso der beste Torwart der Bundesliga!

Sollte es gegen die Bayern im Pokal nicht klappen – was ist dann Ihr Saisonziel mit dem VfB?

Babbel: Ganz klar: Als Zehnter müssen wir jetzt jedes Spiel gewinnen, aber ich bin jetzt nach dem Trainingslager sehr optimistisch, dass ein Uefa-Cup-Platz immer noch drin ist.

Und wen tippen Sie als Meister?

Babbel: Letztendlich doch die Bayern – meine Prognose ist: Die werden bald von Hoffenheim gejagt werden. Aber im Pokal jagen wir sie erst einmal…

Interview: Conny Konzack

Der FC Bayern im Formcheck und Bilder vom Spiel in Mainz

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Quelle: tz

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