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Schweini: "Kann es nicht jedem Recht machen"

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Bastian Schweinsteiger hat in den letzten eineinhalb Jahren alle Test-Länderspiele der DFB-Auswahl verpasst. © dpa

Frankfurt - Zuletzt hat es wieder einmal eine Diskussionen um Bayerns Mittelfeldstrategen Bastian Schweinsteiger gegeben. Dem 28-Jährigen scheint dies ziemlich egal zu sein.

Bastian Schweinsteiger ist ein seltener Gast bei der DFB-Auswahl. Zuletzt trug der Star von Bayern München beim historischen 4:4 gegen Schweden am 16. Oktober 2012 das Nationaltrikot. Seitdem gab es zwei freundschaftliche Länderspiele - und die meidet der 28-Jährige schon seit eineinhalb Jahren. Nun geht es gegen Kasachstan in der Qualfikation um wichtige Punkte für die WM 2014 in Brasilien - und „Chef“ Schweinsteiger ist wieder dabei.

Dem elitären „Klub der Hunderter“ kann der 97-malige Nationalspieler bei den Spielen am Freitag (19.00 Uhr MEZ/ZDF) in Astana und am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) in Nürnberg noch nicht beitreten - auch weil er Bundestrainer Joachim Löw bei allen neun Testspielen seit August 2011 (3:2 gegen Brasilien) immer wieder wegen diverser Verletzungen abgesagt hatte. Dies brachte Schweinsteiger bereits einigen Spott ein. In den vergangenen Wochen kamen Diskussionen um seine Rolle als Mittelfeldchef des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft dazu.

Doch darüber mag der Münchner nicht reden. Man könne es eben nicht jedem Recht machen, meinte er am Mittwoch einigermaßen patzig. Ihn interessiere nur, „dass wir maximalen Erfolg haben. Dazu will ich meinen Teil beitragen.“

In der Öffentlichkeit meidet Schweinsteiger die Rolle als Anführer, die er auf dem Platz allerdings seit Wochen ausfüllt. Für Löw bleibt der erfahrene Bayern-Profi deshalb unantastbar - auch wenn etwa der Dortmunder Ilkay Gündogan mit Vehemenz nachdrängt.

„Bastian hat in München gezeigt, dass er wieder eine sehr gute Form hat. Er ist wieder in der Verfassung, eine Mannschaft anzutreiben, ihr Leader zu sein“, betonte der 53-Jährige. Schweinsteiger sei ein Führungsspieler, sei „kritisch, sagt seine Meinung und nimmt Einfluss auf andere. Bastian hat schon viele Schlachten geschlagen, so etwas ist kaum zu ersetzen.“ Deshalb erwarte er „grundsätzlich viel von ihm“.

Wie wichtig Schweinsteiger auch beim FC Bayern ist, hatte der Rekordmeister zuletzt schmerzvoll erleben müssen, als er einmal nicht dabei war. Beim 0:2 gegen den FC Arsenal fehlte er gelbgesperrt - und gleich auch die Balance im Münchner Spiel. In London (3:1) und zuvor beim Pokal-Schlager gegen Dortmund (1:0) war er dagegen die treibende Kraft gewesen.

Nach den vielen Enttäuschungen in der vergangenen Saison verkörpert insbesondere Schweinsteiger den unbändigen Willen der Bayern, nach zwei Jahren ohne Titel wieder Erfolge zu feiern. Er sei „extrem hungrig“, wiederholte er in den vergangenen Wochen.

Dass zuletzt erneut eine Diskussion über Schweinsteiger, den sein Trainer Jupp Heynckes als „besten Mittelfeldspieler der Welt neben Sergio Busquets“ bezeichnet, aufgekommen war, angestoßen von Günter Netzer und Olaf Thon, mag deshalb verwundern. Im Kern ging es darum, ob die Spielweise von Schweinsteiger überhaupt noch zeitgemäß sei, ob er die Schnelligkeit und das Tempo besitze, um den Anforderungen im modernen Fußball gerecht zu werden.

Eine Debatte, die Schweinsteiger ärgert. Vor allem der Einwurf von Weltmeister Thon, dass er in der Nationalmannschaft möglicherweise wie Michael Ballack enden würde, dürfte ihn schwer getroffen haben. Ballack gilt als Inbegriff eines Spielers, bei dem es nie zum ganz großen Wurf gereicht hat.

Am Freitag kann er genau mit diesem Michael Ballack, was die Zahl der Länderspiele anbelangt, gleichziehen. „Natürlich nimmt man so etwas wahr, es ist etwas ganz besonderes für die Nationalmannschaft zu spielen. Irgendwann kommen auch die 100“, so Schweinsteiger: „Ich freue micht darauf und bin auch stolz darauf. Ich hoffe, dass noch viele schöne Momente dazukommen.“

Für Löw ist erst einmal schön, dass sein Mittelfeldchef überhaupt wieder dabei ist.

Bastian Schweinsteigers Leben in Bildern

SID

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