Hoffenheim-Coach Gisdol schwärmt:

"Bayern die derzeit beste Mannschaft der Welt"

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Hoffenheim-Coach Markus Gisdol

Zuzenhausen - Vor dem Heimspiel gegen Bayern kann sich Hoffenheim endlich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Das Phantomtor-Urteil spielt offenbar keine Rolle mehr. Trainer Markus Gisdol schwärmt von den Münchnern.

Das Phantomtor ist Geschichte, Bayern München die Gegenwart: Nach dem Wirbel der vergangenen Tage darf sich Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim endlich wieder auf das Wesentliche besinnen. „Die Entscheidung entspricht nicht unbedingt meinen Vorstellungen von Gerechtigkeit. Aber wir müssen das jetzt akzeptieren“, sagte Trainer Markus Gisdol am Mittwoch. „Mehr als wir getan haben, konnten wir nicht tun“, fügte er hinzu.

Wenn am Samstag (15.30 Uhr/Sky) das Duell mit der Übermannschaft von der Isar auf dem Programm steht, erwartet Gisdol von seiner Mannschaft daher vollste Konzentration - und ein mutiges Spiel.

„Ich möchte Bayern nicht in den Himmel loben, aber wir treffen wohl auf die derzeit beste Mannschaft der Welt. Wir wollen aber keine Ängste zeigen und müssen psychisch stabil bleiben“, sagte der 44-Jährige am Mittwoch im Rahmen der Pressekonferenz.

Einen Tag zuvor hatte der Verein ein weiteres juristisches Vorgehen ausgeschlossen und das Phantomtor-Urteil des DFB-Sportgerichts damit endgültig anerkannt. „Wir werden nun nach vorne schauen und uns wie immer bestmöglich auf die anstehenden Herausforderungen konzentrieren“, betonte Gisdol.

Da wartet zunächst das Starensemble aus der bayerischen Landeshauptstadt, doch die Bilanz gegen München macht nur wenig Mut: Seit dem Aufstieg in die deutsche Beletage 2008 hat Hoffenheim in zehn Begegnungen nicht ein einziges Mal gewonnen, drei Unentschieden und 6:23-Tore stehen zu Buche. Das 1:7 in München am 10. März 2012 ist zudem die höchste Niederlage der Hoffenheimer Bundesliga-Historie - und dennoch ist die Vorfreude riesig.

„Erleichtert wenn die Bayern kommen - das ist vielleicht der falsche Begriff. Aber wir freuen uns sehr“, sagte Profifußball-Leiter Alexander Rosen. „Dass die Bayern kommen, ist etwas Besonderes und erinnert uns daran, dass es etwas Besonderes ist, in der Bundesliga spielen zu dürfen. Die Mannschaft, die Trainer und die ganze Region freuen sich auf die Begegnung.“

Trotz aller Euphorie sind auch für Kapitän Andreas Beck nicht nur wegen der eindeutigen Bilanz gegen Hoffenheim die Gäste allerdings der klare Favorit. Seit mittlerweile 35 Spielen ist der FCB in der Bundesliga ungeschlagen, kann am Samstag sogar den Rekord des Hamburger SV aus den Jahren 1982 und 1983 einstellen. „Bayern ist derzeit vermutlich die beste Mannschaft der Welt“, sagte Beck in das Sky-Mikrofon, „wenn alles gut läuft, ist vielleicht ein Punkt drin. Aber das ist alles hypothetisch.“

Gegen die Bayern soll vor allem das „magische Dreieck“ aus dem Kraichgau das Unmögliche irgendwie möglich machen. Die Hoffenheimer Hoffnungen ruhen derzeit auf dem wie entfesselt aufspielenden Offensiv-Trio aus Anthony Modeste, Roberto Firmino und Kevin Volland, das zusammen 18 der insgesamt 25 Hoffenheimer Tore erzielte. Volland verpasste am Mittwoch allerdings das Training, sein Einsatz ist fraglich.

„Wir haben viel Spaß zusammen auf dem Platz. Es ist nicht so wichtig, ob ich treffe oder ein anderer. Wir wollen als Team guten Fußball spielen. Dieses Ziel steht über allem“, sagte Modeste, der sich mit bislang sechs Treffern hervorragend im Kraichgau eingelebt hat und hinter Firmino (7) und vor Volland (5) zweitbester Torjäger ist.

Zur Verwirklichung der ausgegebenen Saisonziele steht ab der Rückrunde Jiloan Hamad zur Verfügung. Wie Hoffenheim am Mittwochmorgen bekannt gab, hat der 22 Jahre alte schwedische Nationalspieler einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017 unterzeichnet. „Er ist im Mittelfeld variabel einsetzbar und ein junger, ehrgeiziger und noch entwicklungsfähiger Spieler, der seine Fähigkeiten in Schweden schon unter Beweis gestellt hat“, sagte Rosen über Hamad, der vom neuen schwedischen Champion Malmö FF kommt.

sid

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