Der Erfolg der Bayern ist auch der Triumph von Hoeneß und Rummenigge

Bayern-Duo: "Wir sind keine Grufties"

+
Unter Druck: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge haben viel riskiert vor dieser Saison – doch die Investitionen haben sich ausgezahlt.

Selig lächelnd stand Uli Hoeneß im Berliner Olympiastadion am Spielfeldrand und sprach nach dem Pokalsieg des FC Bayern beim Blick auf die jubelnden Stars wie Franck Ribéry aus, was jeder sehen konnte.

„Ich bin ein glücklicher Mensch.“ Ein Jahr nach Häme und Spott für Platz vier in der Bundesliga und dem Schock der verpassten Champions-League-Teilnahme ist die Welt des Uli H. wieder in Ordnung: Die von ihm ersehnte Fernglas-Meisterschaft kann vielleicht schon am Sonntag gegen den VfB perfekt gemacht werden – und im Uefa-Pokal winkt als historische Zugabe zum siebten Doub­le der Vereinsgeschichte die Triple-Krönung. „Drei Titel, das kann man im Sport nicht toppen“, schwärmte der Manager angesichts der glänzenden Aussichten vor dem Halbfinal-Hinspiel gestern gegen Zenit St. Petersburg.

Es ist auch ein persönlicher Triumph der Vorständler Karl-Heinz Rummenigge und Hoeneß. Insbesondere der seit 1979 amtierende Bayern-Manager musste sich nach dem sportlichen Absturz in der vergangenen Saison böse Sprüche gefallen lassen bis hin zu der provokanten Frage: „Ist Hoeneß zu alt?“ Kritik und Schadenfreude hatten den inzwischen 56-Jährigen empfindlich getroffen – aber auch herausgefordert und angestachelt: Entgegen seinem schwäbischen Naturell öffnete Uli Hoeneß den prall gefüllten Tresor, gab Geld aus wie nie zuvor.

Für mehr als 80 Millionen Euro wurden ausländische Stars wie Ribéry oder Luca Toni nach Deutschland gelockt, neue Gehalts-Dimensionen wurden beim Rekordmeister in Kauf genommen. Die Rekord-Ausgaben werden von Toni & Co. mit Toren und Titeln zurückgezahlt – die teure Saat geht auf. „Wir haben unser Geld ganz gut angelegt“, bemerkte Hoeneß stolz. Der SZ sagte er: „Wir haben genauso viel Geld wie vor einem Jahr: Wir hatten minus 33 Millionen in der Budgetierung, doch jetzt liegen wir bei plus acht – wir haben eben alles wieder zurückgespielt.“

Wenn Jürgen Klinsmann im Sommer das Zepter übernimmt, will Hoeneß von der Bank auf die Tribüne wechseln. „Ich habe das jetzt 30 Jahre von unten angeschaut, jetzt kann ich mir das auch mal von oben anschauen.“ An Klinsmanns Seite soll der künftige Teammanager Christian Nerlinger Platz nehmen.

Es ist eine Zäsur, aber eine noch größere hat Hoeneß angekündigt: „Mein Vertrag als Manager läuft bis Ende 2009, den werde ich sicherlich nicht verlängern.“ Vorgesehen ist, dass er dann Franz Beckenbauer als Vereinspräsident und Aufsichtsratschef der FC Bayern AG ablöst.

Noch ist das Zukunftsmusik, erst einmal muss Hoeneß das Projekt Klinsmann beim FC Bayern etablieren. „Unter Jürgen wird sich vieles verändern, und da müssen wir schauen, ob das funktioniert“, sagte der Manager, der selbst gespannt ist. Die spektakuläre Verpflichtung des ehemaligen Bundestrainers sollte ja auch beweisen, dass die Bayern-Führung immer noch visionär und innovativ sein kann. Wie sagte doch Hoeneß: „Wir wollen neue Wege gehen, wir sind ja keine Grufties.“

Quelle: tz

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Nach Pleite gegen Hoffenheim: So bewältigten FCB-Stars auf der Wiesn ihren Frust
Nach Pleite gegen Hoffenheim: So bewältigten FCB-Stars auf der Wiesn ihren Frust
Outfit-Patzer auf Oktoberfest: Manuel Neuer zeigt sich auf der Wiesn nicht stilecht - schon wieder
Outfit-Patzer auf Oktoberfest: Manuel Neuer zeigt sich auf der Wiesn nicht stilecht - schon wieder
Die Bayern nach der Niederlage auf der Wiesn
Die Bayern nach der Niederlage auf der Wiesn
Salihamidzics „Zukunfts-Elf“ - so plant der FC Bayern die Mannschaft von morgen   
Salihamidzics „Zukunfts-Elf“ - so plant der FC Bayern die Mannschaft von morgen   

Kommentare