"Mit mir hat keiner gesprochen"

Timoschtschuk glaubt an Abschied

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Anatoli Timoschtschuk ist mit 127 Einsätzen Rekord-Nationalspieler der Ukraine.

München - Anatoli Timoschtschuk steht vor dem Abschied. Nach vier Jahren beim FC Bayern läuft sein Vertrag am Saisonende aus. Der Ukrainer glaubt selbst nicht an eine Verlängerung

Seit 2009 steht Anatoli Timoschtschuk beim FC Bayern unter Vertrag. Geschätzte elf Millionen Euro überwies der Rekordmeister damals an Zenit St. Petersburg, um den heute 34-Jährigen an die Isar zu locken. Knapp vier Jahre später stehen die Zeichen beim ukrainischen Nationalmannschaftskapitäns auf Abschied. "Ich denke, dass ich gehe", sagt Timoschtschuk im kicker.

In der laufenden Spielzeit machte er in der Bundesliga bisher nur ein Spiel von Anfang an, am 12. Spieltag in Nürnberg, wo er aber schon kurz nach der Pause ausgewechselt wurde. Zählt man DFB-Pokal (gegen Kaiserslautern und Augsburg) und Champions League (gegen Borissow) dazu, kommt der Ukrainer auf insgesamt vier Startelfeinsätze. Nur gegen die Pfälzer und die Weißrussen absolvierte er die volle Distanz. Viel zu wenig für Timoschtschuk: "Ich denke jedes Mal, dass ich vielleicht spiele, aber es kommt nicht dazu. Das ärgert mich", sagt der Rekordnationalspieler der Ukraine.

Die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld ist groß. Aktuell ist Timoschtschuk nur die Nummer vier. Bastian Schweinsteiger und Javi Martinez harmonieren immer besser und sind inzwischen bei Trainer Jupp Heynckes erste Wahl. Der Spanier war im Viertelfinal-Hinspiel gegen Juventus Turin gesperrt. Statt für Timoschtschuk entschied sich der Bayern-Trainer für Luiz Gustavo. Der brasilianische Nationalspieler machte seine Sache gut und glänzte in der Rolle als Abräumer. Deshalb glaubt Timoschtschuk selbst nicht an eine Verlängerung: "Was soll ich mit dem Verein über einen neuen Vertrag reden, wenn ich nie spiele. Mit mir hat keiner gesprochen", sagt er deprimiert.

Das private Fotoalbum von Timoschtschuk

Das private Fotoalbum von Timoschtschuk

Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Die Aussagen Timoschtschuks klingen sehr nach Abschied. Mit Emre Can und Pierre-Emile Højbjerg hat der Rekordmeister außerdem noch zwei hungrige Mittelfeldtalente in der Hinterhand. Und der kommende Bayern-Trainer Pep Guardiola arbeitet gerne mit Spieler aus der eigenen Jugend...

jb

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