Panne bei Wahl: Was der Kicker sagt

Schweini doch nicht Fußballer des Jahres?

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Bastian Schweinsteiger lag bei der Wahl knapp vorn, doch offenbar haben nicht alle Wahlberechtigten abgestimmt.

München - Verliert Bastian Schweinsteiger seinen Titel als Fußballer des Jahres? Bei der Wahl unterlief den Verantwortlichen eine schlimme Panne. Der "Kicker" beschwichtigt und weist die Kritik zurück.

Bastian Schweinsteiger schien den Braten schon gerochen zu haben. Er selbst leugnete seine Überraschung nach der Bekanntgabe zum Fußballer des Jahres nicht. "Das wundert mich schon ein wenig. Denn es gab Phasen, in denen relativ kritisch über mich berichtet wurde", sagte der 29-Jährige.

Wie jetzt bekannt wurde, unterlief bei der gemeinsam vom kicker und dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) durchgeführten Abstimmung den Verantwortlichen eine schlimme Panne. Eine Vielzahl der knapp 3700 stimmberechtigten VDS-Mitglieder hat die Wahlunterlagen nicht erhalten. Damit erklärt sich auch die geringe Beteiligung von 527 Sportjournalisten. Erich Laaser, der Präsident des VDS, fordert inzwischen Neuwahlen.

"Bei der Wahl ist ein Fehler passiert"

Schweinsteiger hatten für seinen Wahlsieg 92 Stimmen gereicht, das waren nur 2,5 Prozent der 3700 möglichen. Der Nationalspieler hatte fünf bzw. sieben Stimmen Vorsprung auf seine Münchner Teamkollegen Franck Ribery (87) und Thomas Müller (85). In diesem Jahr haben sich 527 Sportjournalisten an der Wahl beteiligt, weshalb das Nachrichtenmagazin Focus unter Berufung auf Experten die Seriösität der Wahl infrage gestellt hatte.

„Ja, es ist unglücklich gelaufen, bei der Wahl ist ein Fehler passiert“, sagte kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh Focus online. Er berichtete von einem technischen Versehen, „das irgendwo zwischen Sekretariat und Druckerei“ entstanden sei. Holzschuh sagte zudem: „Es war ein menschlicher Fehler, und menschliche Fehler passieren eben.“

Wegen Problemen mit der Datenbank seien Adressen vertauscht worden, erklärte er der Welt, und viele Wahlunterlagen kamen nicht bei den vorgesehenen Empfängern an. Diese konnten somit nicht an der Wahl teilnehmen und für ihren Favoriten stimmen.

Bastian Schweinsteigers Leben in Bildern

Bastian Schweinsteigers Leben in Bildern
Ein kleiner Bayer in Lederhosen: Bastian Schweinsteiger wurde am 1. August 1984 im oberbayerischen Kolbermoor geboren. Auf dem Bild ist er drei Jahre alt.  © sampics
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Schon als Sechsjähriger spielte Schweinsteiger (l.) für den FV Oberaudorf. Hier schießt er auf seinem Jugendbolzplatz in einem Punktspiel in Oberaudorf ein Tor.  © sampics
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Bastian Schweinsteiger (r.) bei der F-Jugend des FV Oberaudorf 1990 im WM-Trikot.    © sampics
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1991 bei seiner Einschulung.  © sampics
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Nicht nur Fußball: Bastian Schweinsteiger ist auch ein talentierter Skifahrer. Erst 2001 beendete er seine Ski-Karriere. Das Foto zeigt ihn im Winter 1992 bei einem internationalen Skirennen in Westendorf.  © sampics
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Bei einem Fußballcamp 1992 in Frankfurt traf Schweinsteiger als Achtjähriger Franz Roth, Uwe Seeler und Günther Netzer.  © sampics
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Fußball von der anderen Seite des Bildschirms: Mit seinem Vater im Jahr 1997.  © sampics
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Seit der Saison 2002/2003 für den FC Bayern. Hier gegen Mohamed Zidan vom FSV Mainz 05 in der Saison 2005/06.  © sampics
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2004 spielte Schweinsteiger bei der Europameisterschaft in Portugal mit. Das Bild zeigt ihn im Zweikampf gegen Roman Tyce (Tschechien).  © sampics
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Im Jahr 2006 jagte Schweinsteiger bei der Weltmeisterschaft den Ball und schoss Deutschland gegen Portugal auf den dritten Platz.  © dpa
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Bundesliga 2007/08: Marcelo Bordon und Carlos Grossmüller  von Schalke 04 gegen Schweinsteiger.  © sampics
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Als gebürtiger Bayer besucht Schweinsteiger regelmäßig mit seiner Freundin Sarah Brandner die Wiesn.  © sampics
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Mal nicht am Ball: Bei einer Gala des FC Bayern 2008 im Circus Krone amüsierte sich Schweinsteiger mit Freundin Sarah Brandner prächtig.   © sampics
Bastian Schweinsteigers Leben Fotos Bilder Fußball
Im November 2011 bricht sich Bastian Schweinstiger beim Champions-League-Spiel gegen den SSC Neapel das Schlüsselbein. Er muss sechs Wochen pausieren. Anschließend bricht eine große Diskussion um einen "Nachfolger" als Leitstelle im zentralen Mittelfeld aus. "Man kann Basti nicht eins zu eins ersetzen", sagt sein Kollege Philipp Lahm.  © Getty

Holzschuh kündigte eine Untersuchung an. "Wir werden die Wahl in den nächsten Tagen intern auf den Prüfstand stellen", so der 69-Jährige weiter. Schweinsteiger sollte die Auszeichnung ursprünglich vor dem ersten Bundesliga-Spiel in Mönchengladbach erhalten.

Auf seiner Internet-Seite hat der Kicker inzwischen ein Statement veröffentlicht. „Es gab keinen Fehler, der Einfluss auf das Abstimmungsergebnis gehabt hätte. Wir betonen, dass es bei dieser Wahl wie bei allen vorherigen seit 1960 mit rechten Dingen zugegangen ist“, schreibt das für die Durchführung der Wahl verantwortliche Blatt auf seiner Internetplattform und entgegnet damit den Berichten über eine angeblich fehlerhafte Wahl zum Fußballer des Jahres.

Der Kicker räumte allerdings auch in dem Statement ein, dass es beim Versenden der ersten Wahlunterlagen an die Mitglieder des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) durch eine fehlerhafte Datei ein Problem gegeben habe, das aber sofort erkannt und auch umgehend korrigiert worden sei. „In unserem Haus wurde noch in der Nacht reagiert. Jeder Wahlberechtigte erhielt umgehend die korrekten Zugangsdaten für die Wahl. Das ist bei einer so wichtigen Wahl doch eine Selbstverständlichkeit“, sagte Kicker-Chefredakteur Jean-Julien Beer.

Anschließend sei die Wahl wie jedes Jahr über mehrere Wochen verlaufen. Bei der Teilnehmerzahl habe es schon immer große Schwankungen gegeben. Dass in diesem Jahr weniger Sportjournalisten ihre Stimme abgegeben hatten, könne nicht an dem sofort behobenen Adress-Problem liegen. „Bastian Schweinsteiger führte das Ranking bei dieser Wahl jederzeit an und ist aufgrund seiner sportlichen Leistung zweifellos ein würdiger Sieger“, sagte Beer.

Bei der Wahl zum Trainer des Jahres hatte Triple-Gewinner Jupp Heynckes (Bayern München) mit 383 von 517 abgegebenen Stimmen deutlich gewonnen, bei den Frauen entschied Ex-Nationalspielerin Martina Müller vom VfL Wolfsburg mit 117 Stimmen die Wahl für sich.

jb/sid

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