Ihm fehlt Guardiolas Vertrauen

Shaqiri zu Liverpool? - "England ist ein Thema"

Steht Xherdan Shaqiri bei den Bayern vor dem Abflug? Klar ist: Der Schweizer ist mit seiner Situation unzufrieden.

München - Das Potenzial ist da, keine Frage. Doch die Konkurrenz im Bayern-Mittelfeld ist stark, daher saß Xherdan Shaqiri öfter auf der Bank, als ihm lieb war. Der Schweizer vermisst das Vertrauen von Coach Guardiola und denkt an einen Wechsel.

Das erste Jahr in München nach seinem Wechsel vom FC Basel verlief für Xherdan Shaqiri nach Plan. Als junger Mittelfeldspieler kam er unter Jupp Heynckes in der Saison 2012/13 in 26 von 34 Bundesligaspielen zum Einsatz, erzielte vier Treffer und gab sechs Torvorlagen.

"Ich war schnell integriert und habe mir einen Namen in der Mannschaft gemacht. Ich konnte durch Leistungen in den Spielen und Trainings zeigen, was ich kann. Meine Mitspieler nehmen mich wahr und sehen mich nicht mehr nur als den jungen Spieler an", erinnert sich Shaqiri im Interview mit den Schweizer "20 Minuten" an seine erste Spielzeit an der Säbener Straße.

Shaqiri: "Guardiola spricht weniger mit uns Spielern"

Doch der Trainerwechsel von Heynckes zu Pep Guardiola im Sommer 2013 zahlte sich für den schuss- und dribbelstarken Schweizer nicht aus. "Ich habe von Heynckes mehr Vertrauen gespürt, vielleicht auch, weil Guardiola weniger mit uns Spielern spricht", hadert Shaqiri.

Unter dem Spanier zählte er nicht allzu oft zum Stammpersonal. Insgesamt kam der Nationalspieler "nur" 17 Mal zum Einsatz - auch aufgrund von Verletzungen, die ihn wochenlang seiner Explosivität beraubten. Trotzdem findet der Linksfuß, er sei besser geworden und ärgert sich über mangelnde Einsatzzeiten: "Ich habe mehr Erfahrung gesammelt und auch sportlich ging es voran – taktisch wie spielerisch. Enttäuscht bin ich nur deshalb, weil ich weniger gespielt habe."

Darum hofft Shaqiri auf eine wichtigere Rolle im prominent besetzten Bayern-Kader, andernfalls sei auch ein Wechsel ein Thema: "Klar ist, dass ich so nicht weitermachen will. Wenn sich nicht viel ändert, werde ich etwas ändern müssen. Ich will auch in den wichtigen Spielen von Anfang an spielen und nicht nur in der Bundesliga, wenn schon alles klar ist. So ein Jahr will ich nicht noch einmal erleben."

Xherdan Shaqiri von A bis Z: Er machte eine Modeverkäufer-Lehre

Arianit: Xherdans ältester Bruder. Dessen und die Namen der anderen Geschwister Erdin und Medina ließ sich Shaq auf die Schuhe sticken. © Getty
Balljunge: Shaqiri war das im Basler St. Jakob-Park. © Getty
Champions-League-Sieg: Shaqiris großer Traum, deshalb wechselt er. © Getty
Disco: Wenn Spiel- und Trainingsplan es zulassen, warum nicht? © Getty
Eva Mendes: Shaqiri steht auf die amerikanische Schauspielerin. © Getty
Facebook: Er aktualisiert seine Seite ständig. © Getty
Globus: In einer der Kaufhaus-Filialen absolvierte Shaq seine Lehre als Modeverkäufer. © Getty
Hattrick: Sein erster Profi-Dreierpack gelang ihm in der EM-Quali im September beim 3:1 gegen Bulgarien. © Getty
Ice Tea: Shaqiris Lieblingsgetränk (Pfirsich oder Zitrone). © Getty
Junioren: Mit zehn kam Shaq zum FC Basel, 2009 holte ihn Thorsten Fink zu den Profis. © Getty
Kosovo: „50 Prozent meines Herzens gehören dem Kosovo“, sagt Shaq. © Getty
Liebesbriefe: Xherdan ist Single, bekommt Liebesbriefe ohne Ende. © Getty
Meister: Shaq wurde zweimal Schweizer Meister (2010, 2011). © Getty
Nike: Sein Ausrüster. Er spielt wie Cristiano Ronaldo mit dem Mercurial Vapor Superfly III. © Getty
Ohrringe: Xherdan trägt auf beiden Seiten einen Brillantstecker. © Getty
Pyrotechnik: Nach dem Pokalsieg 2010 zündete Shaqiri in Basel eine bengalische Fackel. Folge: Ein paar Hundert Franken Geldbuße. © Getty
Quadratisch: Quadratisch, praktisch, gut: So lautete der Titel der ersten Blick-Geschichte über Shaqiri. © Getty
R 50 VW Touareg: Das neue Geschoss von Shaqiri. © Getty
Schweinsteiger: Der Bayer kannte vor dem CL-Duell vor gut einem Jahr nur zwei Basler: Fink „und diesen 18-Jährigen, der das geile Tor gegen England gemacht hat“. Es war Shaqiri. © Getty
Tischtennis: Xherdan spielt stundenlang mit den Brüdern. © Getty
Unterhalt: Seit sein Vater den Job verlor, sorgt Shaq für seine Familie: „Ich bin stolz auf meine Eltern, will ihnen etwas zurückgeben.“ © Getty
Vertrag: Bekommt er bei Bayern bis 2016. © Getty
Wille: „Oft hieß es, ich sei zu klein. Das war noch mehr Ansporn für mich.“ © Getty
XS: Seine Initialen, teilweise rufen ihn die Mitspieler auch so. © Getty
Youth Cup: Beim Nachwuchs-Turnier 2009 in Zürich ging Shaqiris Stern auf. Er erzielte Basels Final-Siegtor. © Getty
Zauberzwerg: Sein Spitzname. © Getty

Daher trägt sich der 22-Jährige, der mit der Schweiz in Kürze bei der WM in Brasilien quasi auf dem internationalen Präsentierteller spielt, mit Wechselgedanken - und hat auch schon konkrete Vorstellungen. "Für mich ist klar, dass ich nur in einem Topverein spielen will. Die Champions League ist mir wichtig. Man wird sehen, was passiert", erklärt er.

Offenbar steht die englische Premier League hoch im Kurs, in diversen Internetforen wird Shaqiri mit dem FC Liverpool in Verbindung gebracht, auch der englische "Guardian" spekuliert mit einem Wechsel des Kraftpakets an die Anfield Road. Angesprochen, ob England ein Thema sei, sagt er: "Klar. Wenn ich wechsle, dann ins Ausland, innerhalb der Bundesliga eher nicht. Aber es muss ein Klub sein, der um den Titel mitspielt."

Sportvorstand Matthias Sammer kann die Gedankengänge Shaqiris verstehen, wie er bereits am Dienstag dem Schweizer "Blick" sagte. Er wisse, dass Shaqiri ein bisschen unruhig sei, "aber wir sind der Meinung, dass er mit seinem Potenzial ein super Spieler für Bayern München ist. Mit drei Muskelverletzungen in einem Jahr hat er auch bei jedem anderen Klub der Welt Probleme."

Klingt ganz so, als ob sich Shaqiri auch ausleihen lassen könnte, er selbst sagt zu seiner Zukunft bei den Bayern: "Grundsätzlich will ich meinen Vertrag erfüllen."

FC Bayern II gegen Fortuna Köln im Live-Ticker

Wenn die zweite Mannschaft des FC Bayern am Mittwoch, 28. Mai, im Kölner Südstadion um 19 Uhr gegen Fortuna Köln spielt, wird die Partie nicht im Fernsehen übertragen. Sie finden das Hinspiel zur Relegation für die 3. Liga aber hier im Live-Ticker.

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