Bayerns Reifeprüfung

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Diego gilt als gefährlichster Mann bei Juve.

München - Der Presseraum des FC Bayern ist normalerweise ausreichend groß für alle Journalisten, die täglich zur Presserunde an der Säbener Straße erscheinen.

Vor dem Champions-League-Spiel der Bayern gegen Juve aber platzte der kleine Raum aus allen Nähten. Rund 50 Journalisten aus Italien, Holland und Deutschland, dazu fast zehn Kamerateams waren gekommen – zu einem Gruppenspiel! Der Medienrummel aber zeigt: Das Duell mit Juventus ist für die Bayern das wichtigste Spiel der Saison. Es geht nicht nur um drei Punkte, die Vorherrschaft in der Gruppe oder ums Prestige. Es ist vor allem eines: Bayerns Reifeprüfung!

Das Duell der Rekordmeister – es ist das erste Spiel der Bayern unter dem Trainer van Gaal gegen eine echte europäische Spitzenmannschaft. Nun wird sich zeigen: Wie weit ist die Mannschaft schon? Wie sehr haben die Bayern seine Vorstellung vom modernen Fußball verinnerlicht? „Im Moment sind wir am Anfang eines Prozesses, ich bin erst seit zwei Monaten hier. Von daher ist das Spiel gegen Juventus natürlich ein Test“, bestätigt Trainer Louis van Gaal. Und Superstar Arjen Robben drückt es so aus: „Wir müssen jetzt beweisen, dass wir in Europa eine gute Rolle spielen können. Nach dem Spiel kann man bewerten, wie stark wir wirklich sind. Dann kann man sehen, auf welchem Level wir uns befinden.“

Die erfolgreichsten Mannschaften der Champions-League

Champions-League: Das sind die erfolgreichsten Mannschaften

Champions-League Rekordhalter
Platz 6: Der FC Porto mit zwei Finalsiegen (1987, 2004). © dpa
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Ebenfalls Platz 6: Juventus Turin mit zwei Finalerfolgen (1985, 1996). © dpa
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Ebenfalls Platz 6: Nottingham Forest. Der Verein gewann den Titel „Europapokal der Landesmeister“ zweimal hintereinander (1979, 1980). Heute spielt Forest in der zweiten englischen Liga. Auf dem Bild ist Bayern-Spieler Jürgen Klinsmann zwischen Nottinghams Scot Gemmill (links) und Stuart Pearce. © dpa
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Ebenfalls Platz 6: Benfica Lissabon gewann den damaligen Europapokal zweimal hintereinander (1961, 1962) mit Portugals Fußball-Legende Eusebio. © dpa
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Platz 5: Manchester United. Der aktuelle Titelhalter gewann den Europapokal der Landesmeister bzw. die Champions-League dreimal (1968, 1999, 2008). © dpa
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Ebenfalls Platz 5: Inter Mailand hat den „Europapokal der Landesmeister“ 1964 und 1965 gewonnen. 2010 folgte dann ein weiterer Triumph in der Champions League. © dpa
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Platz 4: Der FC Bayern München gewann den Europapokal der Landesmeister dreimal hintereinander (1974, 1975, 1976). Erst ein Vierteljahrhundert später (2001) gewannnen die Bayern wieder die spätere Champions-League. © dpa
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Ebenfalls Platz 4: Der FC Barcelona holte die Trophäe vier Mal (1992, 2006, 2009, 2011). © dpa
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Ebenfalls Platz 4: Ajax Amsterdam holte viermal die Trophäe (1971, 1972, 1973, 1995). © dpa
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Platz 3: Der FC Liverpool mit 5 Titelgewinnen (1977, 1978, 1981, 1984, 2005). © dpa
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Platz 2: Der AC Mailand holte die Trophäe sieben Mal (1962, 1969, 1989, 1990, 1994, 2003, 2007). © dpa
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Platz 1: Real Madrid. Sensationelle neun Mal gewannen die „Galaktischen“ die wichtigste Trophäe im europäischen Vereinsfußball. (1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1966, 1998, 2000, 2002) © dpa

Verzichten wird van Gaal auf Luca Toni. „Es mag sie langweilen, aber ein Spieler muss immer erst zu 100 Prozent fit sein. Und das ist er nicht. Auch wenn der Spieler natürlich meint, er sei 100 Prozent fit. Aber das entscheide ich, nicht er. Außerdem habe ich noch vier andere Stürmer“, sagt van Gaal. Toni also muss sich noch gedulden. Mit welchem System die Bayern antreten werden – das wollte van Gaal nicht verraten. „Wir werden dabei immer auch die Qualität des Gegners beachten“, erklärt van Gaal. Da Juve wohl mit zwei Stürmern (Iaquinta, Trezeguet) antreten wird, dürfte er wieder auf sein 4-4-2-System zurückgreifen.

Das Duell mit Juve wird auch ein Treffen mit dem Ex-Bremer Diego werden, an den man in München aus vielen Gründen keine guten Erinnerungen hat. Bastian Schweinsteiger: „Ich denke, dass Diego der Schlüsselspieler sein wird. Wir werden uns darauf einstellen, denn er kann ein Spiel alleine entscheiden. Wenn wir es schaffen, ihn auszuschalten, ist schon ein bisschen gewonnen.“ Ein bisschen gewinnen reicht den Bayern aber nicht – sie wollen die drei Punkte, ohne Wenn und Aber. „Ein Sieg wäre für uns ein großer Schritt in Richtung zweite Runde“, sagt Arjen Robben. Und Bastian Schweinsteiger ergänzt: „Dann wären wir schon fünf Punkte weg.“

Außerdem: Neben der Bedeutung für die Champions-League-Gruppe, würde Schweini ein Sieg auch aus einem anderen Grund gefallen. „An Grosso haben wir uns im letzten Jahr schon gerächt. Und für uns Bayern haben Spiele gegen Milan, Juve oder Inter schon eine besondere Brisanz. Es ist ja gerade Oktoberfest, da sind viele Italiener hier. Die würden wir gerne nach Hause schicken!“

jj

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