Van Bommel: „Ich habe viel geweint“

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Mark van Bommel spielt seit dem 25. Januar 2011 für den AC Mailand.

Mailand - Mark van Bommel hat sich in einem interview zu seinem Wechsel vom FC Bayern zum AC Mailand geäußert und gibt zu, dass es für ihn ein tränenreicher Abschied war - im wahrsten Sinne des Wortes.

"Nach meinem Wechsel habe ich mich wirklich komisch gefühlt. Montags war ich noch in München, dienstags habe ich für Mailand im Pokal gegen Genua gespielt", so van Bommel zur Bild am Sonntag. "Es hat mir weh getan, von einem Tag auf den nächsten zu gehen. Bayern war mein Zuhause. Ich liebe den Verein. Mein Abschied war sehr emotional. Ich habe viel geweint."

Beim Bankett des FC Bayern nach dem Sieg bei Inter Mailand besuchte der Aggressiv-Leader seine alte Kollegen: "Es war noch genau so familiär wie vor vier Wochen, als ich das letzte Mal in der Kabine war. Meine Freundschaft zu einigen wird auch nicht enden, weil ich weg bin."

Mark van Bommel: Seine größten Ausraster

Kaum ein anderer Bundesliga-Spieler polarisierte so sehr wie Bayerns Ex-kapitän Mark van Bommel: Außerhalb des Platzes ein sympathischer junger Mann mit Anstand und Charme... © Getty
... auf dem grünen Rasen aber oftmals ein Leader, der die Grenzen zwischen Aggressivität und Undiszipliniertheit nicht zu kennen scheint. Sehen Sie hier Mark van Bommels größte Ausraster und Undiszipliniertheiten in viereinhalb Jahren FC Bayern. © Getty
2007 überholt van Bommel wohl seine Vergangenheit beim FC Barcelona. Als der Holländer in der Champions League in Madrid gegen Barcas Erzrivalen Real einen Treffer erzielt, bejubelt van Bommel das Tor auf ganz spezielle Weise. Die Spanier sind empört. © Getty
Im Rückspiel schlägt das Schicksal zurück: van Bommel fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. © Getty
Im April 2007 fährt van Bommel im Bundesliga-Spiel beim VfB Stuttgart gegen Pavel Pardo (nicht im Bild) den Ellenbogen aus, während das Spiel unterbrochen ist. Unfassbar: Obwohl sich der DFB-Kontrollausschuss mit den TV-Bildern befasst, kommt van Bommel ungeschoren davon. © Getty
Schon wieder der VfB: Im Finale des Ligapokals 2007 gegen Stuttgart (2:0) greift der Mittelfeldmann seinem Gegenspieler Fernando Meira in die Weichteile. Der Schiri sieht es nicht, wohl aber der DFB: Drei Spiele Sperre für van Bommel. © Getty
Am 2. Spieltag der Saison 2008/2009 ist schon nach 27 Minuten Schluss. © Getty
Schiri Fandel schickt den Holländer mit Gelb-Rot vom Platz, nachdem der seinem Gegenspieler Tamas Hajnal den Ellenbogen ins Gesicht gerammt hatte. © Getty
Alle Diskussionen bleiben erfolglos: van Bommel muss runter. © Getty
van Bommel und der HSV: In dieser Szene ist der damalige HSV-Star Rafael van der Vaart Opfer von van Bommels Ellenbogen. © Getty
Holländer unter sich: Während van Bommel sich auf den Ball konzentriert, fällt van der Vaart theatralisch. © Getty
Im Heimspiel gegen die Hamburger am 21. Spieltag der Saison 2007/2008 klatscht van Bommel einer Schiedsrichter-Entscheidung hämisch Applaus. Wenn man bereits verwarnt ist, sollte man sowas unterlassen - auch hier erhält van Bommel einen Platzverweis. © Getty
Ein Bild, ein Verdacht: Während Hamburgs Paolo Guerrero sich die Hände vor das Gesicht hält, läuft van Bommel einfach weiter. © Getty
Was da wohl vorgefallen ist? © Getty
van Bommel jedenfalls fühlt sich oftmals ungerecht behandelt und an den Pranger gestellt. © Getty
Milimeterarbeit: Der Ball ist bereits weg, doch van Bommel ist da - und trifft Piotr Trochowski... © Getty
... vielleicht spielte van Bommel hier aber auch den Ball. So oder so: Der Aggressiv-Leader wandelt permanent auf einem schmalen Grat zwischen sportlicher und übertriebener Härte. © Getty
Zwei, die nicht gerade als Unschuldslämmer gelten: Mark van Bommel und Hamburgs David Jarolim, der genau dafür berüchtigt ist, was ihm van Bommel hier unterstellt: Ein Schwalbenkönig zu sein. © Getty
Hier verlässt van Bommel nach einem Platzverweis gegen Bochum das Spielfeld. Der damalige Trainer Ottmar Hitzfeld (im Hintergrund) ist alles andere als begeistert. © Getty
1. Spieltag der Saison 2009/2010: Völlig unmotiviert lässt van Bommel im eigenen Strafraum den Hoffenheimer Vorsah auflaufen. Der Schiedsrichter sah es nicht. © DSF
Doch auch in diesem Spiel holt sich van Bommel seine Gelbe Karte ab. Ironie des Schicksals: Bei dem Foul, das zur Verwarnung führte, bricht sich van Bommel den großen Zeh. Operation, ein Monat Pause... © Getty

Dennoch bereut der 33-Jährige seinen Wechsel nach Mailand nicht, die Integration funktioniere bislang einwandfrei. Das läge vor allem an seinen Sprachkenntnissen. Der Ex-Bayer spricht holländisch, deutsch, englisch und spanisch, italienisch möchte er nun noch lernen.

Auch dass er weiterhin bei einem Verein spiele, mit dem er sich zu 100 Prozent identifizieren kann, hilft dem Holländer: "Als ich neun Jahre alt war, habe ich mir im Spanien-Urlaub ein Trikot von AC Mailand gekauft. Das war der größte Klub für uns holländische Kinder. Da haben Frank Rijkaard, Ruud Gullit und Marco van Basten gespielt. AC Mailand war für uns so heilig wie Inter für euch, weil da Brehme, Klinsmann und Matthäus da gespielt haben."

fw

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