"Weiß nicht, was Nerlinger geritten hat"

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Dortmunds Kevin Großkreutz (l-r), Shinji Kagawa, Torschütze Robert Lewandowski und Jakub Blaszcykowski jubeln nach dem Treffer zum 1:3.

Köln - Borussia Dortmund hat mit einem Schützenfest auf den Angriff von Bayern München reagiert. Zudem konterte Hans-Joachim Watzke die Attacke von Christian Nerlinger.

Borussia Dortmund lässt sich im Titelkampf durch nichts beirren. Mit einem souveränen 6:1 (1:1)-Erfolg beim desolaten 1. FC Köln hat der deutsche Fußball-Meister seinen Fünf-Punkte- Vorsprung auf Verfolger Bayern München verteidigt und zugleich seine Superserie ausgebaut: Schon seit 21 Spielen sind die Überflieger von Trainer Jürgen Klopp in der Bundesliga unbezwungen. Lukas Piszczek (26. Minute), Doppel-Torschütze Shinji Kagawa (47./80.), Robert Lewandowski (52.), Ilkay Gündogan (78.) und Ivan Perisic (84.) beteiligten sich Sonntagabend am munteren Scheibenschießen. Der nach der Pause wie entfesselt stürmende BVB feierte im 78. West-Derby einen standesgemäßen Sieg gegen seinen Lieblingsgegner.

Milivoje Novakovic hatte die Rheinländer vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergieStadion mit seinem vierten Saisontreffer in Führung gebracht (13.). Abstiegskampf pur ist nun für die dramatisch abbauenden Kölner (28 Punkte) nach der siebten Heimniederlage angesagt; auch der nach seiner Spielsperre zurückgekehrte Lukas Podolski enttäuschte. Der BVB führt nach dem 27. Spieltag mit 62 Zählern vor Rekordmeister Bayern (57).

“Das 0:1 haben wir im kollektiven Tiefschlaf gefressen. Insgesamt haben wir viel zu wenig Fußball gespielt“, kritisierte Klopp. “Das 3:1 - dann war das Spiel hier gegessen, dann war es ein toller Nachmittag. Auch an einem mittelmäßigen Tag musst du Spiele gewinnen.“ Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war begeistert: “Die Mannschaft hat heute wieder mal alles aus sich herausgeholt.“ Die Sticheleien der Bayern nach dem Pokal-Halbfinale durch Sportdirektor Christian Nerlinger konterte Watzke: “Ich weiß nicht, was Christian Nerlinger da geritten hat - aber Spiele werden immer noch auf dem Platz entschieden.“

Auch Klopp äußerte sich zu den Attacken aus München. "Wenn man den Spieltag zumacht, dann ist das Ergebnis immer eine Antwort", erklärte er bei Sky. "Es ist nicht so, dass wir denken, wir können ja auch mal 7:0 gewinnen. Wir wollen tatsächlich nur die Spiele gewinnen. Wer das als Antwort werten will, kann das tun. Wir sind sehr selbstkritisch mit dem, was wir da tun. Was da in Fürth war: Wir tun nicht so, als ob das normal ist und wir es die nächsten Male wieder so machen müssen. Es ist so, dass wir die Spiele gewinnen und diesen frischen Fußball spielen wollen, den die Mannschaft heute gezeigt hat."

Einmal Bayern, immer Bayern! Diese Ex-Spieler arbeiten für den FCB

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Franz Beckenbauer: Die Watschn eines Jugendspielers der Löwen hat Franz Beckenbauer einst dazu bewogen, zum FC Bayern zu wechseln. Seitdem lebt er für die Roten: Jugendspieler, Profi, Trainer, Vizepräsident, Präsident, Ehrenpräsident - und vor allem Kaiser! © Getty
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Karl-Heinz Rummenigge war wie Beckenbauer ein absoluter Führungsspieler der Bayern. 1991 holte der damalige Präsident Fritz Scherer den Lippstädter zurück zum FCB und installierte ihn als Vize. Seit 2002 ist Rummenigge der Vorstandsvorsitzende und damit der Boss des FC Bayern. © Getty
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Uli Hoeneß war keine langjährige Spielerkarriere vergönnt. Bereits im Alter von 27 Jahren machte ihm sein Knie so sehr zu schaffen, dass er auf den Managerstuhl wechselte. Von 1979 bis 2009 bekleidete er dieses Amt besser als jeder andere in der Bundesliga. Jetzt ist Hoeneß der Präsident des FC Bayern, ... © Getty
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... und Christian Nerlinger ist als Sportdirektor gewissermaßen sein Nachfolger. Nerlinger hatte von 1990 bis 1998 für die Bayern gespielt - erst bei den Amateuren, ab 1993 bei den Profis. © Getty
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Gerd Müller schoss von 1964 bis 1979 die Tore für den FC Bayern und war der "Bomber der Nation". Seit 1992 ist die Gallionsfigur des Vereins als Co-Trainer der Amateure tätig. Die Profis von morgen blicken immer noch zu ihm auf. © Getty
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Als Spieler war Mehmet Scholl von 1992 bis 2007 ein absoluter Publikumsliebling - auch wegen seiner humorvollen Art außerhalb des Spielfelds. 2008 stieg er als Jugendtrainer bei den Bayern ein und kümmerte sich zunächst um die Knirpse in der U13. In der Saison 2009/2010 trainierte Scholl die Amateure. Dieses Amt wird er ab der Saison 2012/2013 erneut ausüben. © Getty
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Paul Breitner war zwei Mal als Spieler für die Bayern aktiv: von 1970 bis 1774 und von 1978 bis 1983 - also zum Beginn und zum Ende seiner glorreichen Spielerkarriere. Später sollte er als Chefscout für den deutschen Rekordmeister neue Stars finden, wie er früher einer war. Zurzeit steht Breitner dem FCB-Vorstand als Berater zur Seite. Zudem trägt er den Titel "Markenbotschafter". © Getty
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Michael Tarnat: Auch "Tanne" ist in der Talentförderung des FC Bayern als Scout aktiv. Er kümmert sich dabei um den Jugendbereich. Als Spieler lief er von 1997 bis 2003 für die Roten auf. © Getty
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Jörg Butt: Der Übergang sollte fließend sein: Direkt von der Reservebank der Bayern wechselte der Keeper im Juli 2012 als Chef in die Nachwuchsabteilung der Bayern. Doch nach knapp einem Monat hörte Butt "aus Unzufriedenheit" schon wieder auf. © Getty
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Giovane Elber knipste von 1997 bis 2003 für den FC Bayern. Heute sucht der Brasilianer vor allem in Südamerika nach neuen Talenten für die Bayern - wobei der Rekordmeister von solchen Exporten künftig Abstand nehmen will. © Getty
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Hansi Pflügler ist als Merchandisebeauftragter des FC Bayern für die Fanshops zuständig. Als Spieler durchlief er die Jugend des Vereins und kickte von 1981 bis 1992 für die Profis. Danach war er bis 2002 meist für die Bayern-Amateure im Einsatz. © Getty
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Walter Junghans ist Torwarttrainer der zweiten Mannschaft. Unter Jürgen Klinsmann und Louis van Gaal war er noch bei den Profis für die Keeper zuständig. Selbst stand er für den Rekordmeister zwischen 1977 und 1982 in 67 Spielen zwischen den Pfosten. © Getty
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Raimond Aumann (r.) ist Fanbeauftrager des FC Bayern. Von 1982 bis 1994 hatten die Bayern den Torwart mit dem Halten von Bällen beauftragt. © sampics
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Wolfgang Dremmler ist Scoutingchef. Er spielte von 1979 bis 1986 für den FC Bayern in der Abwehr und im Mittelfeld. © sampics
Jürgen "Kobra" Wegmann (unten Mitte) spielte von 1987 bis 1989 für den FC Bayern. Seit 1998 arbeitet er im Lager des FC-Bayern-Fanshops in Oberhausen. Davor hat er die gleiche Tätigkeit für Borussia Dortmund ausgeübt. © Getty
Georg Schwarzenbeck ist die treue Seele des FC Bayern. Seine ganze Spielerkarriere über war er der Vorstopper der Roten - von 1966 bis 1981! Jetzt beliefert er seinen Verein mit Schreibwaren aller Art. © sampics
Matthias Zimmermann spielte nur in der Saison 1994/95 für die Profis des FC Bayern. Ansonsten sorgte er vor allem als Kapitän der SpVgg Unterhaching für Schlagzeilen. Vor und nach seiner Zeit bei den Münchner Vorstädtern kickte er in der Bayern-Reserve. Heute kümmert er sich im Merchandising der Bayern als Abteilungsleiter um die Großkunden. © Getty
Kurt Niedermayer kickte von 1977 bis 1982 in der Bayern-Defensive. Jetzt ist er Trainer der A-Jugend. © Getty

Schiedsrichter Felix Zwayer pfiff die Partie mit zehnminütiger Verspätung an; Grund war das Verkehrschaos in und um Köln. Doch nicht die forscher startenden Gäste gingen in Führung, die Kölner schockten die Gäste: Nach Flanke von Martin Lanig überwand Novakovic den zögernden BVB-Torwart Roman Weidenfeller mit einer Kopfball-Bogenlampe. Der Meister staunte, denn seit dem 24. September 2011 (in Mainz) waren die Dortmunder in der Bundesliga nie mehr mit 0:1 in Rückstand geraten.

Doch nur 13 Minuten später schlug der Favorit zurück: Nach einem Freistoß von Marcel Schmelzer schraubte sich Piszczek in der vielbeinigen Kölner Abwehrtraube am höchsten - sein Kopfball aus fünf Metern senkte sich ins lange Eck. Die Schwarz-Gelben erhöhten den Druck, beim 2:1 durch Sven Bender (41.) jubelten die BVB-Anhänger allerdings zu früh - Abseits. Kurz vor dem Halbzeitpfiff standen gleich drei Borussia-Angreifer frei vor FC-Keeper Michael Rensing. Köln war mit dem 1:1 nach 45 Minuten gut bedient.

Der Meister und Pokalfinalist ließ zunächst altbekannte Tugenden wie Eleganz und Leichtigkeit vermissen, steigerte sich aber dann in einen wahren Rausch. “Wir waren zu unruhig im Spielaufbau“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc in der Pause und forderte: “Wir müssen das Tempo hoch halten.“ Die Spieler hielten sich daran: Kagawa brachte den BVB mit einem traumhaften Volleyschuss aus fünf Metern in Führung, das 5:1 war bereits das elfte Saisontor des kleinen Japaners. Lewandowski schloss eine tolle Kombination ab, auch Gündogan und Perisic beteiligten sich am Torfestival.

Podolski fehlte dagegen völlig die Bindung zum Spiel, der 26-Jährige kämpfte zwar, musste sich aber viele Bälle selber holen und erspielte sich kaum Chancen. Von einer nun wohl einsetzenden Diskussion über Trainer Stale Solbakken hält “Poldi“ überhaupt nichts. “Es bringt ja nichts, immer die Leute auszuwechseln. Wir haben es verbockt, und wir müssen es ausbügeln“, forderte der 95-malige Nationalspieler. “Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel!“

dpa

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